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Bedarfsplan: Fachbüro bescheinigt ausreichend Einsatzkräfte – aber das könnte sich bald ändern

Feuerwehr nimmt Nachwuchs in den Blick

Aerzen. Die gute Nachricht vorweg: Die Freiwilligen Feuerwehren im Flecken Aerzen befinden sich zurzeit alles in allem in einem guten Zustand. Das befand das Paderborner Büro Schmitz/Beivers, dass in den vergangenen Monaten in enger Abstimmung mit den Freiwilligen Feuerwehren des Fleckens Aerzen und der Gemeindeverwaltung einen Feuerwehrbedarfsplan im Sinne des neuen Niedersächsischen Brandschutzgesetzes erarbeitet hat. Allerdings, so lautet der dringende Hinweis, sind trotz der momentan positiven Einschätzung zukünftige Entwicklungen zu beachten. „Trotz gutem Grundpotenzial sind hier und da noch Verbesserungen zu erreichen“, so das Resümee der Fachleute.

veröffentlicht am 24.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 04:41 Uhr

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Eigentlich könnten sich Rat und Verwaltung angesichts der durchaus positiven Ergebnisses nun entspannt zurücklehnen, wären da nicht einige brisante Punkte auf der Verbesserungsvorschlagsliste, die nun vor allem eine nach langer Diskussion getroffene Spar-Entscheidung aus dem Vorjahr in Frage stellt: Entgegen der mehrheitlichen Empfehlung des Feuerschutzausschusses wurde für die Feuerwehr Dehmke ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) ohne Wassertank an Bord angeschafft, um Kosten zu sparen. Der Schuss dürfte nun nach hinten losgehen, denn der Bedarfsplan offenbart eine mangelnde Löschwasserversorgung in Egge. Für die Feuerwehren ist diese Tatsache aufgrund der Einsatz-Erfahrung nichts Neues.

Nun haben es auch Rat und Verwaltung schwarz auf weiß: Bedingt durch ein fehlendes Hydrantennetz herrscht im Bereich Egge Löschwasserknappheit. Darum ist es hier für die Feuerwehr wichtig, Wasser sofort an Bord des Einsatzfahrzeugs verfügbar zu haben. Der Plan empfiehlt dringend, in Egge ein Wasser führendes Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) zu stationieren. Wäre unlängst ein TSF-W angeschafft worden, wäre das jetzt durch die Paderborner Experten offenbarte Problem mit einem Ringtausch schnell vom Tisch. Im Nachhinein wird nun wohl die Sparentscheidung gegen den Löschwassertank für die Gemeinde deutlich teurer. Ebenfalls lange diskutiert und herausgezögert wurde die Ersatzbeschaffung für den in die Jahre gekommenen, in Aerzen stationierten Rüstsatz. Schwere Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen und eine immer massivere Fahrzeugbauweise stellten das alternde Gerät in der Vergangenheit auf eine immer härtere Probe. Obwohl der Aerzener Rüstsatz, bestehend aus Schere, Spreizer, Zylinder und Aggregat, nun schrittweise komplett ersetzt wurde und wieder uneingeschränkt einsatzfähig ist, empfiehlt der Bedarfsplan dringend, zusätzlich auch in Groß Berkel einen zweiten Gerätesatz für die technische Hilfeleistung zu stationieren.

Beeindruckende Zahlen und ein sattes Plus im Vergleich zum Soll konnte das Büro Schmitz/Beivers in Bezug auf die Personalstärke der Aerzener Feuerwehren präsentieren, allerdings nur auf den ersten Blick. Aerzens Gemeindebrandmeister Friedhelm Senke bremst schnell die aufkommende Euphorie. „Die entscheidenden Zahlen liegen in der Altersstruktur, die bei einigen Wehren in den nächsten Jahren zu einem erheblichen Abbau in den Einsatzabteilungen führen wird, weil die Kameraden und Kameradinnen mit Erreichen des 63. Lebensjahres in die Altersabteilung wechseln und ein solider Unterbau an jungen Kräften fehlt“, sagt Senke, dem der Blick auf die Gesamtaltersstruktur wichtig ist. „Daraus müssen dringend Maßnahmen ableitet werden“, so sein Appell in Richtung Politik und Verwaltung. Das Gemeindekommando habe sich diese Aufgabe für die kommenden Monate und Jahre auf die Agenda geschrieben und die offenbarten Altersstrukturen sowie die daraus resultierenden Gegensteuerungsmaßnahmen zum Schwerpunktthema erklärt.

Sein Resümee nach der Vorstellung des Experten-Papiers: „Die Bedarfe sind aufgezeigt, nun müssen Politik und Verwaltung tätig werden. Wir werden dabei gern helfen und Ideen einbringen, die Verantwortung für das Ganze haben jedoch Rat und Flecken Aerzen“, betont der Gemeindebrandmeister. sbr



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