weather-image
15°
Traditionelle Handwerksberufe im Museum Börry / Dewezet-Serie – heute: Der Schmied

Feuer, Rauch und Lärm locken die Besucher an

Börry (gm). Das Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry hat wieder seine Pforten geöffnet. Die traditionellen Handwerksberufe stellt die Dewezet in einer neuen Serie vor – der erste Teil befasst sich mit dem Beruf des Schmieds.

veröffentlicht am 13.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 07:21 Uhr

Torsten Schramm hat sein Handwerk inzwischen automatisiert.
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Esperder Torsten Schramm ist ausgebildeter Metallbaumeister mit Leib und Seele. Er führt in dritter Generation die Firma Metallbau Schramm in Esperde, die sein Großvater aufbaute und sein Vater weiterentwickelte und vergrößerte. Schramm deutet auf die Meisterbriefe seines Großvaters und Vaters, die die Berufe des Schmiedemeisters ausweisen.

Zweimal im Jahr schnürt er die Lederschürze um

„Seit Anfang der 90er Jahre nennen wir uns aber Metallbauer mit Fachrichtung Konstruktionstechnik“, erklärt Torsten Schramm. Zweimal im Jahr streift er die Lederschürze über, um im Börryer Museum für Landtechnik und Landarbeit das traditionelle und ehrwürdige Handwerk des Dorfschmiedes darzustellen.

„Vor 16 Jahren wurde im Museum erstmals der Handwerkertag eingeführt“, erinnert Schramm, dessen Vater Gerhard vom ersten Tag an dabei war. „Früher habe ich meinen Vater immer in der Dorfschmiede unterstützt, und seit 2004 mache ich es nun allein“, sagt der Metallbaumeister. Gelegentlich ist auch Schramms Onkel, der Hufschmied Werner Schramm beim Handwerkertag und beim Erntefest mit dabei. Dann verwandeln die beiden Handwerker die kleine Museumsdorfschmiede in eine lebendige Hexenküche. „Feuer, Rauch und Lärm müssen die Besucher magisch anziehen“, vermutet Torsten Schramm. „Denn dort, wo man bereits nach kurzer Zeit ein fertiges Endprodukt sehen kann, verweilen die Leute am längsten.“

270_008_4088678_lkae102_14.jpg

Die Schweißperlen des Schmiedes, die durch das lodernde Feuer und die immense Muskelanspannung verursacht werden, zeigen den Besuchern, dass früher dieser Beruf nur mit viel Kraft und Ausdauer bewältigt werden konnte.

„Die damaligen Schmiede haben seinerzeit all das gefertigt und produziert, was man heute im Großhandel und im Baumarkt als Massenware kaufen kann“, erklärt Schramm. Daher schmiedet er während seiner Vorführungen auch überwiegend Kleinigkeiten und Gebrauchsgegenstände wie Haken und Nägel, die er nach der Fertigung an die Besucherkinder verschenkt.

Das alte Handwerksinventar der Museumsdorfschmiede stammt ausschließlich aus Leihgaben und Spenden, lediglich sein Schlagwerk, den oder die Hämmer sowie den zu bearbeitenden Stahl bringt der Schmied aus seiner eigenen Werkstatt mit. Obwohl der glühende Stahl, nachdem er aus dem Feuer kommt, während seiner Verarbeitung auf dem Amboss fast 1000 Grad heiß ist, macht ein Schmied sein Feuer lediglich warm und nicht heiß.

„Und die Bezeichnung ,hart wie Kruppstahl’ gibt es bei uns Schmieden auch nicht.“ Zäh müsse der Stahl sein, denn dadurch werde er für eine Weiterverarbeitung wesentlich geschmeidiger, erklärt Torsten Schramm, der selbst in seiner hochmodernen Werkstatt zwei- bis dreimal wöchentlich noch das traditionelle Schmiedefeuer schürt.

Viel Kraft und Ausdauer braucht

Torsten Schramm, wenn er den Beruf des Schmiedes im Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry darstellt.

Fotos: gm



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt