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Regelmäßig Spitzenwerte bei Messungen: Politik will Raserei in Wohngebieten nicht länger hinnehmen

Fast alltäglich: Mit 70 durch Tempo-30-Zonen

Aerzen (cb). Kaum ein Thema bewegt die Politik vor Ort so wie die Verkehrssicherheit. Gab es zuletzt vor allem in Groß Berkel mehrere Vorstöße, um Raser auszubremsen, so geht es nun in Aerzen weiter. Nicht zuletzt eine Unterschriftenaktion von 28 Anwohnern des Amselweges im Kernort, die verkehrsberuhigende Maßnahmen in ihrer Straße forderten, brachten das Problem wieder auf die politische Tagesordnung. Nun lagen der Politik in Aerzen gleich die Ergebnisse von Verkehrsmessungen in drei Wohnstraßen vor – und die überraschten mit ihren Spitzenwerten. Im Hohlen Weg beispielsweise gab es an sieben von 16 Tagen Höchstgeschwindigkeiten von über 70 km/h, weiter oberhalb sogar fast täglich. Der Rekord in der Straße, in der Tempo 30 gilt: 74 Stundenkilometer. Und in der kurzen Straße „Am Reutersiek“, die vom „Hohlen Weg“ die Verbindung zur Gellerser Straße darstellt, registrierte die Messanlage sogar Tempo 83 als Rekord, wobei dort insgesamt die Geschwindigkeitsüberschreitungen etwas geringer waren.

veröffentlicht am 21.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:41 Uhr

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Von „extremen Werten“ spricht Ortsbürgermeister Hartwig Bursie, der selbst am „Hohlen Weg“ wohnt und damit die Situation aus eigener Erfahrung kennt. Und zunächst mit Ratlosigkeit reagierte. Denn: Ob die Gemeindeverwaltung ihr mobiles Messgerät im Wechsel vor den Grundschulen, in Wohngebieten oder an anderen neuralgischen Punkten aufstellt – ein Patentrezept lässt sich nur selten finden, um die Sicherheit zu verbessern. Gerade in der Straße Grehberg im Kernort rang die Politik lange Zeit um eine Lösung.

Und die liegt derzeit für die aktuell drei untersuchten Straßen nicht vor. „Was soll man noch machen? Noch ein Schild aufstellen? Blitzen lassen, damit wirklich mal die Raser erwischt werden?“, fragte Bursie (SPD). Für Walter Harms (CDU) kann es nur eine Lösung geben: Fahrbahnschwellen, wie sie bereits in Groß Berkel installiert sind, um die Autos auszubremsen. Auf jeden Fall müsse etwas getan werden, da die Beschwerden ja auch von den Anwohnern gekommen seien. Was genau, das soll bei einem Termin vor Ort an allen drei derzeit beratenen Straßen erfolgen. Der Ortsrat Aerzen will zusammen mit Polizei und Gemeindeverwaltung überlegen, wie die Sicherheit dort verbessert werden kann.

Dass es Beratungsbedarf gibt und die Lösung nicht ganz so einfach sein kann, gab Erster Gemeinderat Andreas Wittrock zu verstehen. Zumindest: Im Hohlen Weg sei die Zahl der Tempo-30-Schilder ausreichend, außerdem sei auf der Straße mehrfach die Höchstgeschwindigkeit als Erinnerung markiert. Zwei der Seitenstraßen seien aber als Spielstraßen ausgewiesen, so dass dort keine Rechts-vor-links-Regelung dazu ermahne, die Geschwindigkeit zu drosseln. Und Fahrbahnschwellen könnten sich als Nachteil erweisen: Bremsen, beschleunigen und damit Lärm – „das kann Ärger bei den Anwohnern geben“, gab Wittrock zu bedenken. Eine einfachere Lösung erhofft er sich für den Amselweg. Dort schlägt die Verwaltung beispielsweise ein Pflanzbeet am Straßenrand vor, um die Fahrbahn zu verengen.

Verkehrsberuhigung beschäftigte in der Vergangenheit auch die Politik in Groß Berkel. Ein Ergebnis: Fahrbahnschwellen. Foto: Wal

Offen bleibt die Situation weiterhin in der Straße „Am Reutersiek“. Die Messung zeige, dass die Verkehrsbelastung für diese kleine Seitenstraße viel zu hoch sei, meinte Wolf-Dieter Steup (CDU), der dort wohnt. „Das ist seit Jahren Thema, auch wegen der spielenden Kinder“, meinte er. Hinzu komme, dass die Straße regelmäßig vom Schwerlastverkehr genutzt werde, um anschließend den Discounter an der Ecke Hohler Weg/Reherweg zu beliefern. Dafür sei der Reutersiek nicht ausgelegt. Steup: „Und dann wird irgendwann der Bürger zur Kasse gebeten, weil die Straße erneuert werden muss. Das ist nicht einzusehen.“



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