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Marlies Traupe hilft flexibel bei der Kinderbetreuung in Alltagssituationen / Angebot der Gemeinde

Familienpatin verschafft Müttern Freiräume

Aerzen (sbr). Im Landkreis Hameln-Pyrmont ist sie etwas Besonderes, für die Familien, denen sie ehrenamtlich ihre Zeit zur Verfügung stellt, sowieso: Marlies Traupe aus Aerzen ist Familienpatin – die erste und bisher einzige im ganzen Kreisgebiet. „Einer Familie wird heute ein hohes Maß an Organisation und Flexibilität abgefordert. So können schnell schwierige Alltagssituationen entstehen, wenn keine ausreichenden Entlastungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen“, weiß Christine Wenke vom Familien- und Kinderservicebüro aus Erfahrung weiter zu berichten. Dabei denkt sie nicht an professionelle Hilfe und Unterstützungsnetze, sondern an die ganz einfachen alltäglichen Entlastungen:

veröffentlicht am 02.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 08:41 Uhr

Familienpatin Marlies Traupe spielt mit den beiden Zwillingsmädchen Laura und Sophie und verschafft damit der Mutter einen klein
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„So wünscht sich beispielsweise eine Mutter, einmal alleine und ohne Kinder einkaufen oder ins Kino gehen oder sich ohne die jüngeren Geschwister dem älteren Kind widmen zu können“, erklärt sie den Ansatz für die Überlegung, dem breitgefächerten Angebot des Familien- und Kinderservicebüros einen weiteren Baustein anzufügen. „Einfach einen kleinen Freiraum für die Mütter zu schaffen und dabei die Kinder gut aufgehoben zu wissen, dafür bin ich da“, bringt Marlies Traupe ihr ehrenamtliches Engagement auf den Punkt.

Dabei legt die examinierte Krankenschwester großen Wert auf die Feststellung, dass sie über keine professionelle Ausbildung in der Kinderbetreuung verfügt, sondern lediglich mit Erfahrungen als Mutter und leidenschaftliche Großmutter aufwarten kann. „Wenn Familienpaten vom Familien- und Kinderservicebüro vermittelt werden, geht es nicht um eine Situation, in der sprichwörtlich das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. In solch einem Fall müssen selbstverständlich weiterhin die professionellen Dienste wirken. Es geht bei den Patenschaften um eine Form von vermittelter nachbarschaftlicher Hilfe, die sich an Familien richtet, die kurzfristig Unterstützung bei der Alltags- oder Haushaltsorganisation brauchen und die keine Partner, Freunde oder Familienangehörige haben, die einspringen können“, macht Christine Wenke das Einsatzgebiet von Familienpaten deutlich. Sie wünscht sich noch viel mehr bürgerschaftliches Engagement in Aerzen, um dieses niedrigschwellige Unterstützungsangebot weiter ausbauen zu können.

Ganz wichtig ist ihr dabei, dass Familienpaten im Rahmen ihrer ganz persönlichen Möglichkeiten aktiv werden, und sie achtet sehr darauf, dass dieses kostenlose Hilfsangebot an die Familien nicht überstrapaziert oder ausgenutzt wird. „Ich bin mit meinem Engagement keine verbindliche Verpflichtung eingegangen. Wenn ich kann, kann ich. Wenn nicht, dann eben nicht. Meine eigene Familie steht nach wie vor im Vordergrund, und die Ferien gehören in erster Linie meinen Enkeln“, erklärt Marlies Traupe. Ob mit den zu betreuenden Kindern einen Spaziergang machen, das Kindergeburtstagsfest begleiten oder einfach nur da sein, wenn die Kleinen schlafen und der Große vom Kindergarten abgeholt werden muss – die 71-Jährige liebt den Umgang mit den jungen Familien. „Nachdem ich viele Jahrzehnte in der Krankenpflege gearbeitet hatte und dort immer wieder mit Leid konfrontiert wurde, war es mir ganz wichtig, mich nun positiv zu engagieren“, so die Familienpatin. Und als Christine Wenke im Handarbeitskreis ihr Vorhaben vortrug, rannte sie bei Marlies Traupe sozusagen offene Türen ein. „Das Ehrenamt kommt auf mich zu!“, lautete schon immer ihre Devise.

Die Erfahrungen, die sie mit den verschiedenen Familienpatenschaften in den vergangenen vier Jahren gemacht hat, waren überwiegend positiv. „Ich reagiere auf bestimmte Situationen so, wie eine Großmutter eben reagiert, darüber müssen sich die Eltern im Klaren sein“, gibt Marlies Traupe zu bedenken. Ist dieser Punkt geklärt, kann sich die Aerzenerin ganz und gar auf das Kind einlassen. Ihr Engagement wird zwar nicht mit Geld entlohnt, aber die Freude, die sie beim Umgang mit den Kindern empfindet, ist mit Geld sowieso nicht zu bezahlen, erzählt sie weiter und betrachtet dabei das von Kinderhand gebastelte Fensterbild, das ihren Wintergarten schmückt.



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