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Gastronom Hermann Hollerieth schmückt sein Hotel „Goldener Engel“ mit Flaggen aller Fußball-WM-Teams

„Fahnenverrückt“

AERZEN. Eine Weltmeisterschaft ohne Deutschland ist für Hermann Hollerieth kein Weltuntergang. „Klar“, sagt er, „habe ich mich geärgert, als unsere Nationalmannschaft so früh ausschied, aber die WM genieße ich dennoch!“. Das macht der Gastronom tagtäglich deutlich und schmückt die Fassade seines Restaurants und Hotels „Goldener Engel“ in Aerzen mit den Flaggen aller Teams der Fußball-Weltmeisterschaft.

veröffentlicht am 12.07.2018 um 18:46 Uhr
aktualisiert am 12.07.2018 um 20:40 Uhr

Fahnenschmuck zur WM: die Fassade des Goldenen Engels in Aerzen. foto: hek
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Henner-E. Kerl Reporter
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Hollerieth bezeichnet sich selbst als „verrückt“. Zumindest, wenn es um Hobbys geht. Und Fußball ist eine seiner Leidenschaften. Weniger das Spielen als das Sammeln von Fan-Artikeln. Aus aller Welt bekomme er Trikots, Fahnen und mehr. „Ich habe Freunde in den verschiedensten Ländern“, erzählt der Aerzener nicht ohne Stolz. „Die Freundschaften bestehen noch aus der Zeit, als ich als Schiffskoch tätig war und quer durch die Welt reiste“. Gerade jetzt zur Fußballweltmeisterschaft seien viele dieser uralten Kontakte wieder zu neuem Leben erwacht.

Das zeigt sich im einstigen Saal seines „Goldenen Engels“. Den Raum, in dem früher Familienfeste gefeiert wurden oder Vereine ihre Versammlungen abhielten, hat Hermann Hollerieth längst in eine „Fan-Arena“ umfunktioniert. Hier verfolgt er nicht nur mit seiner Familie und Freunden auf einer großen Leinwand die WM-Spiele, hier breitet sich auch das beeindruckende Arsenal von Fahnen, Wimpeln, Plakaten, Trikots und sonstigen Fußball-Accessoires vornehmlich aus den 32 für die WM qualifizierten Ländern aus, und hier stellt er ebenso seine aktuellen Dekorationen zusammen. „Auch wenn es keine Spiele mehr mit Deutschland gibt“, macht Hollerieth deutlich, „geschmückt werden muss das Haus“.

So tauscht er an jedem Spieltag die großen Fahnen über dem Eingang aus. Am Dienstag beim Halbfinale der Belgier und Franzosen waren es die französische und belgische, am Mittwoch die englische und die kroatische. Dabei findet der Hotelier internationale Hilfe: Liew Fook Kim. Der junge Mann aus Singapur wird derzeit in der Aerzener Maschinenfabrik zum Ausbilder ausgebildet. Er sei längst, so Hollerieth, weit mehr als nur ein Hotelgast. „Er teilt meine Liebe zum Fußball, und ich helfe ihm, die Zeit hier in Deutschland so schön wie nur möglich zu machen“.

Hermann Hollerieth foto: hek
  • Hermann Hollerieth foto: hek
An jedem Spieltag werden die großen Fahnen über dem Eingang ausgetauscht. foto: hek
  • An jedem Spieltag werden die großen Fahnen über dem Eingang ausgetauscht. foto: hek
Im Fußball vereint: Hermann Hollerieth (2. v. re.) mit internationalen Gästen aus Singapur, Peru und Nigeria. foto: hek
  • Im Fußball vereint: Hermann Hollerieth (2. v. re.) mit internationalen Gästen aus Singapur, Peru und Nigeria. foto: hek

Typisch Hermann Hollerieth, möchte man meinen. Denn er ist ein Wirt von besonderem Schlag. „Meine Gäste sind für mich mehr als nur Leute, die in einem der acht Zimmer übernachten“, macht er deutlich. „Gerade die, die hier länger wohnen, müssen sich bei uns richtig wohlfühlen“. Dazu gehöre auch, dass er mit ihnen Ausflüge durchs Weserbergland unternimmt und damit ein zweites großes Hobby mit ihnen teilt. Denn Hermann Hollerieth dreht Filme über das Weserbergland, die er zu seinen Freunden in aller Welt schickt. Dass er seine Gäste zudem in sein eigentliches „Reich“ lässt, gehört ebenso zu seinem speziellen Service: In der Küche des „Goldenen Engels“ können sie sich ihr spezielles Gericht zusammenstellen.

1992 hat er mit seiner Frau Renate den „Goldenen Engel“ gekauft, viel Geld und Kraft in die Renovierung des Fachwerkhauses gesteckt und zu einem Hotel mit Restaurant und Saalbetrieb gemacht. Für ihn endete mit der Übernahme des traditionsreichen Hauses eine lange, überaus abwechslungsreiche berufliche Wanderschaft.

Vor über 50 Jahren begann Hermann Hollerieth in Aurich eine Ausbildung zum Koch. Nach Stationen in Konstanz am Bodensee und in der Schweiz heuerte er als Schiffskoch auf einem Handelsschiff an und befuhr viele Jahre die Weltmeere. „Wir hatten immer Fußball-Bordmannschaften“, erzählt der 72-Jährige, „und immer, wenn wir an Land waren, haben wir gegen andere Teams gespielt. Dabei sind viele Freundschaften entstanden und dazu eine ganz besondere Liebe: die Liebe zu Brasilien. „Ein tolles Land, das ich immer wieder gerne besuche.“ Deshalb auch sei diese Fußballweltmeisterschaft für ihn nicht nach Wunsch verlaufen: „Erst das Aus für Löws Jungs, dann die Niederlage Brasiliens …“



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