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Ungewiss, ob Betrieb auf Dauer bleibt

Fährfahrt soll teurer werden

Emmerthal/Grohnde (sto). Noch liegt sie verlassen und sicher vertäut am Grohnder Fährhaus. „Weserfähre gesperrt“, ist auf einem von Sandsäcken befestigten Schild zu lesen. Aber die Tage ihres Winterschlafs sind gezählt. Am kommenden Dienstag will Dirk Borchers seine 30 Tonnen schwere Fähre einem Frühjahrsputz unterziehen und sie für den Saisonauftakt am Donnerstag, 1. März, 9 Uhr, betriebsbereit machen.

veröffentlicht am 23.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:21 Uhr

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An den Fährpreisen ändert sich für die Nutzer, darunter Berufspendler, Schüler und Touristen, in den ersten vier Wochen nichts, denn es gelten die bisherigen Tarife. Ab 1. April wird voraussichtlich eine Gebührenerhöhung in Kraft treten. Der noch aktuelle Fährpreis soll dann um zehn Cent bis maximal einen Euro angehoben werden. Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren zahlen dann nicht wie bisher 30, sondern 40 Cent. Für Personen ab zehn Jahren steigt der Preis von 50 auf 60 Cent an. Der Pkw-Transport erhöht sich von 2 Euro auf 2,50 Euro. Konstant bleibt mit 2,50 Euro die Überfahrt für landwirtschaftliche Anhänger.

Die letzte Fährpreisan-passung war 2007 vorgenommen worden. Aufgrund der zwischenzeitlich gestiegenen Lebenshaltungskosten hat Fährmann Dirk Borchers, Pächter der Fähre, bei der Gemeinde Emmerthal nun eine Anpassung der Fährtarife beantragt. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindewerke und Technik wurde der Antrag einstimmig befürwortet. Eine endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat in seiner Sitzung am 20. März.

Von der Gemeinde wird der Betrieb der Fähre mit einem jährlichen Betriebskostenzuschuss von um die 30 000 Euro unterstützt. Der Landkreis gibt 20 000 Euro dazu. Eine finanzielle Unterstützung sei notwendig, denn: „Von den Einnahmen allein kann der Fährmann nicht leben“, sagt Bürgermeister Andreas Grossmann. Er sei nicht, wie beispielsweise der Fährmann von Großenwieden, beim Landkreis angestellt, sondern arbeite selbstständig. Für die Gemeinde Emmerthal, so waren sich die Ausschussmitglieder einig, ist der Betriebskostenzuschuss ein nicht geringer finanzieller Aufwand. Ob der Fährbetrieb auf Dauer aufrechterhalten werden könne, bleibe abzuwarten. „Es wäre jedoch schade, den Betrieb einzustellen. Besonders unter Berücksichtigung des touristischen Aspekts“, betont Andreas Grossmann.

Bei der 1931 gebauten Fähre handelt es sich um eine sogenannte Gierseilfähre. Sie wird schräg in die Strömung der Weser mit zwei Seilwinden eingestellt. Der Antrieb erfolgt nur mit der Strömung. Die Seilwinden arbeiten elektrisch über Batterien, die von einer Photovoltaikanlage geladen werden, wie auf der Homepage des Fährmanns unter www.grohnder-faehre.de zu lesen.

Das Übersetzen ans andere Ufer mit der Gierseilfähre wird in Grohnde seit 1633, seit der Zerstörung der letzten Grohnder Brücke im Dreißigjährigen Krieg praktiziert.

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