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Warum die Firmen Koppenhagen Dehmke als Standort gewählt hat

Fachfirma für Feuerwehrbedarf agiert von einem Dorf aus

DEHMKE. Unternehmensstandort Dorf – der Familie Koppenhagen fällt bei diesem Stichwort sofort der Ausspruch eines Kunden ein, der bei einem Besuch der beiden gleichnamigen Fachfirmen für Feuerwehrbedarf und Sicherheitstechnik am gemeinsamen Standort Dehmke die ländliche Umgebung mit einem Ferienort verglich. Aber entschädigt Urlaubsidylle für die Unannehmlichkeiten, die ein abseits gelegener Standort mitbringt?

veröffentlicht am 13.08.2018 um 14:09 Uhr
aktualisiert am 13.08.2018 um 15:30 Uhr

Familienbetrieb (v. li.): Frank, Ute und Jan-Hendrik Koppenhagen. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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„Wir arbeiten dort, wo andere Urlaub machen. Unsere Lieferanten und Kunden finden uns – in dieser Hinsicht gibt es keine Probleme. Sollte aber zukünftig irgendwann einmal die Entscheidung fallen, auch die Montage der Systeme selber durchzuführen, dann müssten wir über einen Umzug zumindest nachdenken. Räumlich haben wir hier alles umgesetzt, was wir konnten“, sagt Geschäftsführer Frank Koppenhagen. Erst vor gut einem halben Jahr wurde die bisher letzte Erweiterung am Firmenstandort in Betrieb genommen: ein Hallenneubau, in dem nun das Lager untergebracht ist. Auch im Bereich der Verkaufsfläche, der Werkstatt und dem Besprechungsraum sind bereits Veränderungen deutlich geworden – und die Familie Koppenhagen möchte noch weiter modernisieren.

1977, als Manfred und Ursula Koppenhagen die Firma Strelow Feuerwehrbedarf und Feuerschutz übernahmen, verlegten sie gleichzeitig den Firmenstandort von Hameln nach Herkendorf. „Mein Vater war schon immer stark in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert und mit der Betriebsübernahme hat er dann das Hobby zum Beruf gemacht“, berichtet Frank Koppenhagen aus der mittlerweile 73-jährigen Firmengeschichte. Seit 1996 bestimmt er nun schon gemeinsam mit seiner Frau Ute die Geschäftspolitik. Zum Jahrtausendwechsel erfolgte die Verlegung des Firmenstandortes von Herkendorf nach Dehmke. Beide haben das Unternehmen seit dem Generationswechsel weiter ausgebaut und zukunftsfähig gestaltet. Dieser Prozess wird mittlerweile auch von Sohn Jan-Hendrik weiter vorangetrieben, der nach seinem Masterstudium nun auch offiziell in das Familienunternehmen eingestiegen ist.

So etwas kann man nicht mal eben per Mausklick bestellen und dann einfach loslegen

Frank Koppenhagen, Geschäftsführer

Während am Anfang der Firmengeschichte vor allem der Vertrieb und die Wartung von Feuerlöschern und im geringen Maß auch der Handel mit Feuerwehrbedarf standen, hat sich das mehrfach zertifizierte Familienunternehmen im Laufe der Jahrzehnte unter anderem darauf spezialisiert, neue innovative Spezialprodukte wie beispielsweise das Löschsystem „Coldcut Cobra“ oder spezielle Dammsysteme für den Hochwassereinsatz als exklusiver Handelspartner am Markt zu etablieren. Im vergangenen Jahr erfolgte dann die Firmentrennung in Koppenhagen Feuerwehrbedarf – zu erkennen am roten Firmenschriftzug – und Koppenhagen Sicherheitstechnik, mit blauem Firmenlogo. 25 Vollzeitarbeitsplätze bieten die beiden Firmen zusammen. Das Umsatzvolumen sei innerhalb der letzten 15 Jahre versiebenfacht worden, wie Frank Koppenhagen berichtet. Und das alles ohne Internet-Shop und trotz des Firmenstandortes mitten auf dem Land. Als „magisches Bermudadreieck“ bezeichnet er den Sitz der Dehmker Firmen, die sich auch dem bundesweiten Wettbewerb stellen. Bei Koppenhagen setzt man auf qualifizierte Mitarbeiter und den persönlichen Kontakt zu den Kunden. Die Firmenphilosophie besteht darin, als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, um gemeinsam mit dem Kunden Lösungen zu finden. „Wir vertreiben qualitativ hochwertige Ware, die erklärungsbedürftig ist. So etwas kann man nicht mal eben per Mausklick bestellen und dann einfach loslegen“, unterstreicht Frank Koppenhagen. Aus diesem Grund engagiert sich der Dehmker auch für die Qualifizierung von Sicherheitstechnik-Mitarbeitern. „Das Berufsbild Sicherheitstechnik gibt es bisher nicht. Mittlerweile wird gemeinsam mit dem IHK-Bildungshaus in Stuttgart an einer Qualifizierung zum „IHK geprüften Brandschutztechniker“ gearbeitet, berichtet Frank Koppenhagen, der sein Fachwissen mehrmals jährlich in die Weiterbildungsmaßnahmen einfließen lässt. Ohne Internet-Präsenz geht es natürlich auch bei dem Dehmker Unternehmen nicht, räumt Jan-Hendrik Koppenhagen ein. Das Angebot umfasst rund 55 000 Artikel. Der Juniorchef pflegt zurzeit wöchentlich 20 bis 50 neue Artikel in den digitalen Unternehmens-Katalog ein. Und auch die Internet-Seite der blauen und roten Firma ist seine „Spielwiese“, in die er neben seinem eigentlichen Job, dem Controlling, den Finanzen und dem Marketing, seine Zeit investiert. Doch Internet auf dem Land macht nicht wirklich Spaß. „Grottig“ sei die Übertragungsrate 2015 gewesen. Inzwischen wurde ein zweiter, separater Anschluss installiert. „Zwar haben wir trotzdem nicht die Übertragungsgeschwindigkeit, die wir bräuchten, um optimal arbeiten zu können, aber wir müssen erst einmal damit leben“, macht Jan-Hendrik Koppenhagen den Nachteil der ländlichen Lage deutlich.

Die erst Ende vergangenen Jahres fertiggestellte Lagerhalle ist der Arbeitsplatz von Andree Beermann (li.) und Jörg Standke. Foto: sbr
  • Die erst Ende vergangenen Jahres fertiggestellte Lagerhalle ist der Arbeitsplatz von Andree Beermann (li.) und Jörg Standke. Foto: sbr


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