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Exponate wecken Erinnerung an frühere Zeit

Aerzen (sbr). Über Jahrzehnte sammelte Heinz Pritzkow  alles, was ihm von Aerzenern gebracht wurde oder was er selbst auf Dachböden und in Kellern aufgestöbert hatte. Zusehen sind diese Zeitzeugen derzeit im Gewölbekeller der Domänenburg.

veröffentlicht am 11.03.2012 um 14:33 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:41 Uhr

Gewölbekeller
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„Ich muss sie retten, sonst weiß irgendwann niemand mehr, dass es sie gab oder wozu sie benutzt wurden, antwortete Heinz Pritzkow einmal auf meine Frage nach dem Hintergrund seiner handwerklichen Sammelleidenschaft“, erzählt Frank Schiffling, der Vorsitzenden des Heimat- und Verschönerungsvereins Aerzen, bei der Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Gewölbekeller der Aerzener Domänenburg.
 Wilma Pritzkow hatte das heimatkundliche Erbe ihres Mannes dem örtlichen Verein übergeben, der nun einen Teil der umfangreichen Sammlung restauriert hat und erstmals öffentlich im Rahmen einer wechselnden Dauerausstellung präsentiert. „Es freut mich, dass die alten Werkzeuge und Alltagsgegenstände hier so interessant präsentiert werden und so viele Menschen immer noch an meinen Mann denken“, gibt sich Wilma Pritzkow ganz gerührt angesichts des überwältigenden Publikumsinteresses. Fast 100 Interessierte hatten den Weg in den Gewölbekeller gefunden. Und es hätten noch mehr sein können, aber einige, so stellte sich im Laufe des Abends heraus, hatten am zweiten Gewölbekellereingang vergeblich auf Einlass gewartet. „Das tut uns natürlich schrecklich leid“, bedauert Frank Schiffling, der von der großen Besucherzahl ebenfalls völlig überrascht war. Ihn freut die Tatsache, dass sich nach wie vor Menschen finden, die bereit sind, einen Teil ihrer eigenen Familiengeschichte dem Verein zur Ausgestaltung der Ausstellung zur Verfügung stellen. So brachte beispielsweise Gunda Klesser ganz spontan den schmucken Meisterbrief ihres Vaters zur Eröffnung mit, der nun den handwerklichen Teil der Ausstellung für einige Zeit anschaulich bereichern wird.
 Annemarie Tietze erinnerte sich beim Rundgang durch die Ausstellung angesichts der Original Miele Mangel, wie anstrengend es für sie als Kind gewesen war, die Räder der Kaltmangel zu drehen, wenn Bettwäsche gemangelt werden musste. Und Gerda Mundhenk wusste noch genau, dass sie zu ihrer Einschulung mit drei weiteren Kindern die Schulbank drücken musste, die eigentlich nur zwei Schülern Platz bot. Auf großes Interesse stieß auch die Aerzener Mondscheinmühle. Die Ölmühlen waren neben dem „Plansoll“ während der Nachtschicht heimlich bei der Aerzener Maschinenfabrik gebaut worden. In der schlechten Zeit während des Zweiten Weltkrieges wurden sie auch nur im Verborgenen immer im Wechsel von ihren Erbauern betrieben, um aus Rapssaat oder Bucheckern Öl zu gewinnen. „Dabei wurden heimlich in der Nacht die Hausanschlussleitungen mit Hilfe von Ankern angezapft, und so der Strom aus dem Netz genutzt, ohne ihn über den eigenen Zähler zu leiten“, weiß Friedrich Zobel vom Stromklau aus dem Netz des Aerzener Stromerzeugers Theopold zu berichten.
 Spannend war auch der aus der Filmtrilogie von Helmut Schelp gezeigte zweite Teil unter dem Titel „Bauern, Handwerker und Maschinenfabriker“.



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