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Etwas für die Umwelt tun und Geld verdienen

Aerzen (tk). Die Gemeinde Aerzen könnte noch in diesem Jahr die erste Solargenossenschaft im Landkreis unterhalten. Das wünschen sich zumindest der Diplom-Ingenieur Hartmut Hahn, Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner und der Vorstandssprecher der Volksbank Aerzen, Ralf Schomacker.

veröffentlicht am 05.02.2010 um 17:41 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:21 Uhr

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Aerzen (tk). Die Gemeinde Aerzen könnte noch in diesem Jahr die erste Solargenossenschaft im Landkreis unterhalten. Das wünschen sich zumindest der Diplom-Ingenieur Hartmut Hahn, Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner und der Vorstandssprecher der Volksbank Aerzen, Ralf Schomacker. Ihre Idee: Bei Solargenossenschaften investieren Kleinanleger in zentrale Solaranlagen, etwa auf einem Gebäude-Dach. Der verkaufte Strom dient zunächst dazu, die Kredite abzuzahlen – danach soll das Geld in die eigene Tasche fließen.  Seit Jahren nehmen die Zahlen dieser Energie-Genossenschaften zu, gerade gründete sich eine neue in Gronau, aber auch in Jever und Syke bei Bremen gibt es sie schon, weiß Wagner: „Wir erfinden das Rad nicht neu, aber genau das gibt uns die Sicherheit, dass die Sache auch funktioniert.“ Noch laufen aber die Vorgespräche zu dem Thema. Mit an Bord ist bereits die Volksbank Aerzen. Als erfahrene Genossenschaft will sie die Organisation übernehmen.
 Hartmut Hahn war vor Wochen auf Bürgermeister Wagner zugegangen und machte ihm den Vorschlag, die Solar-Energie in Aerzen zu fördern. Hahn hat selbst seit längerem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und hat damit gute wirtschaftliche Erfahrungen gemacht. Davon sollen jetzt auch Aerzens Bürger und die Kommune profitieren. Wagner: „Wir wollen die Genossenschaft auf eine breite Basis stellen“, deshalb wünschen sich der Bürgermeister und seine Mitstreiter möglichst viele Interessenten, die ihr Eigenkapital investieren wollen. „Der rechtliche Vorteil einer Genossenschaft liegt darin, dass egal wie hoch die Investition ist, alle Mitglieder das gleiche Stimmrecht haben“, erklärt Schomacker. Es handele sich aber nicht um eine Sache des guten Willens, sondern um ein wirtschaftliches Projekt.
 Die Rendite für das eingezahlte Geld wird sich auf 4 Prozent belaufen, schätzt Wagner. Das sei in den heutigen Zeiten gar nicht schlecht. Schon gar nicht seit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) mit seinem Vorschlag, die Subventionen für Solarstrom um weitere 15 Prozent zu kürzen, Unruhe in das Thema gebracht habe. „Nach 10 Jahren wird sich die Investition für die Bürger jedenfalls amortisiert haben“, meint Wagner. Geld werde die Kommune aber nicht einbringen, das müsse allein von den Bürgern kommen. Die Gemeinde stelle aber ihre Dachflächen zur Verfügung, die von der Genossenschaft angemietet werden können.  Fix scheint bereits die Dachfläche der alten Turnhalle in Groß Berkel, und auch das Dach der Grundschule in Aerzen ist im Gespräch. Hahn kann sich auch vorstellen, dass sich der Landkreis oder die Kreissiedlungsgesellschaft einbringen werden. Auch sie haben Gebäude in Aerzen. Als mögliche Partner schweben ihm aber auch die heimischen Unternehmen vor, die ihre Flächen vermieten könnten.
 Damit die Solargenossenschaft allerdings wirtschaftlich Arbeiten kann, muss sie mindestens 100 Kilowatt Peak erzeugen, das entspricht der Leistung einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern. Mit den Dächern der Turnhalle und der Grundschule hat die Gemeinde Aerzen schon die Hälfte des benötigten Raums angeboten. „Auch interessierte Bürger haben sich schon gemeldet und wollen ihr Geld zur Verfügung stellen“, berichtet Wagner, der sich selbst als Geburtshelfer für die Solargenossenschaft empfindet. Was jetzt noch fehle, seien die Bürger. 100 000 Euro braucht die Genossenschaft, um die Solaranlage zu finanzieren. Sie wird etwa 300 000 Euro kosten.
 Um die Aerzener zu informieren findet am Mittwoch, 17. Februar, um 19 Uhr, eine öffentliche Informationsveranstaltung in der Domänenburg statt. „Dann wird auch ein Spezialist des Genossenschaftsverbands kommen, um über die Rechtsform aufzuklären, denn die Solargenossenschaft muss auf sicheren Füßen stehen“, sagt Schomacker.



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