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Ulrich Märtens und Ulrich Brakemeier sehen zu großen Aufwand

„Es lohnt sich nicht mehr“ – die Damwild-Herde schrumpft

Reinerbeck (ubo). Scheu beobachten die sieben Damhirsche die Eindringlinge in ihrem Gehege. Wenn man sich ihnen nähert, flüchten sie in schnellem Lauf. „Sie sind nicht handzahm“, erklärt Ulrich Brakemeier. Im Jahr 1985 fingen Heinz Brakemeier und Landwirt Ulrich Märtens mit der Haltung von Damhirschen an. Mit zehn Muttertieren und zwei Spießern begannen sie, eine Damhirschherde auf rund drei Hektar Weiden- und Wiesenland aufzubauen. Um die Zucht rechtlich abzusichern, gründeten sie eine „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ (GbR). „Im Laufe der Jahre wuchs die Damwildherde auf rund 50 Tiere“, blicken Ulrich Märtens und Ulrich Brakemeier, der die Aufgabe von seinem Vater übernommen hat, zurück. Sie seien im gesamten Umkreis ab Hof vermarktet worden. „Der Verkauf lief gut.“

veröffentlicht am 21.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 16:21 Uhr

Acht Alt- und fünf Jungtiere sind von der Herde geblieben &ndash
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Nach Angaben des Landvolk-Pressedienstes werden wie bei den Reinerbecker Züchtern die Produkte aus der Wildtierhaltung – Fleisch und Wurst – meist direkt vermarktet. An Restaurants haben sie ihr Fleisch nicht verkauft. „Wir vermuten, dass die Restaurants ihr Fleisch meist von den Jägern beziehen. Zudem benötigen sie das Fleisch das gesamte Jahr über – wir konnten es nur im Herbst anbieten“, schildert Ulrich Brakemeier die Lage. Wie aus den Landesjagdberichten hervorgeht, lag in Niedersachsen die Strecke an Damwild im Jahr 1985 bei rund 4200 Tieren und stieg in den folgenden Jahren auf rund 11 000 Tiere im Jahr 2008.

Derzeit umfasst die Damwildherde acht Alttiere und fünf Jungtiere. „Wir mussten die Herde verkleinern, weil der Absatz nicht mehr stimmte“, führt Ulrich Märtens aus und erläutert, dass die Kosten für das Futter und den Absatz, wie Fleischbeschau und Abdecker, erheblich gestiegen sind. „Wir haben im Winter Rübenschnitzel, Getreide und Heu zugefüttert“, führt Ulrich Märtens aus. Auch die Hygienevorschriften für das Fleisch sind sehr streng. So darf die Kühlkette des Tieres und des Fleisches nicht unterbrochen werden. „Das war ein erheblicher Aufwand für uns“, sagen sie. Jetzt halten sie die Tiere nur noch für sich. „Es lohnt sich nicht mehr“, stellen sie resigniert fest.

Die landwirtschaftliche Wildhaltung ist ein rund 30 Jahre alter Wirtschaftszweig der Landwirtschaft. Nach Angaben des Landesverbandes für landwirtschaftliche Wildtierhaltung Niedersachsen werden deutschlandweit in rund 6000 landwirtschaftlichen Gehegen etwa 100 000 Tiere gehalten. In Niedersachsen sind es in rund 900 Gehegen etwa 14 500 Tiere. Mit über 80 Prozent hat das Damwild den höchsten Anteil, gefolgt von Rot- und Sikawild. Nach Auskunft des Landvolk-Pressedienstes sind es in Niedersachsen rund 120 Halter. Seit 2005 ist für die landwirtschaftliche Wildhaltung lediglich eine Anzeige beim zuständigen Kreisveterinäramt notwendig. Mittlerweile sind Ulrich Brakemeier und Ulrich Märtens aus dem Wildzüchterverband ausgetreten. „Auch als Mitglieder konnten wir keine neuen Kunden hinzugewinnen. Dennoch hat es Spaß gemacht“, sind sie sich einig.



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