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Erst die Rettung, nun der Abriss

Aerzen. Zehn Monate sind vergangen, doch vom Wiederaufbau des Aerzener Freibades ist immer noch nichts zu sehen. Im Gegenteil: Bis spätestens Ende März 2015 muss auch noch das von der Feuerwehr vor der Zerstörung bewahrte angrenzende Wohn- und Praxisgebäude abgerissen sein. Sonst kann der ohnehin knapp kalkulierte Zeitplan bis zur Wiedereröffnung im kommenden Juli voraussichtlich nicht eingehalten werden, teilte Wolfgang Hein, Diplomingenieur und Architekt von Vision 12 aus Obernkirchen, nun dem für das Freibad zuständigen Betriebsausschuss sowie dem Bauausschuss mit.

veröffentlicht am 22.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 06:41 Uhr

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Autor:

von sabine brakhan
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Allerdings wurde bei der gemeinsamen Sitzung auch deutlich, dass die Planungen für den Wiederaufbau bereits auf Hochtouren laufen. Die Verwaltung geht von einem deutlich früheren Gebäudeabriss aus, eventuell sogar noch in diesem Jahr. Die einzige Alternative: eine Sanierung des Wohn- und Praxisgebäudes. Diese würde laut einer vorliegenden Schätzung jedoch mehr als 100 000 Euro kosten. „Die Residenzpflicht für das Personal ist inzwischen aufgehoben worden, sodass Wohnraum in unmittelbarer Nähe zu den Bädern von der Kommune nicht mehr vorgehalten werden muss. Am freien Markt wäre der Wohnraum in unmittelbarer Nähe zum Freibad nur sehr schwer zu vermieten“, erläutert Erster Gemeinderat Andreas Wittrock weitere Gründe für den Abriss des 40 Jahre alten Gebäudes. Neuer Wohnraum für die vorhandenen Mieter sei bereits gefunden worden, so Wittrock weiter.

Auch in Bezug auf einen Lösungsvorschlag für die im Gebäude ansässige Massagepraxis gibt sich Wittrock zuversichtlich. Die aktuelle Planung sieht einen gemeinsam von Frei- und Hallenbadgästen genutzten Eingang mit Fahrstuhl im Bereich des Hallenbades vor. „Im Zuge der Umbauarbeiten im Eingangsbereich kann nun auch der seit langem gewünschte barrierefreie Zugang zum Hallenbad realisiert werden“, so Wittrock. Den großen Teil der Umkleide-, Sanitär-, Personal- und Materialräume des Freibades haben die Planer hallenbadnah im Bereich des Schwimmerbeckens angesiedelt.

In Bezug auf die Notwendigkeit eines Kiosks gibt es noch Gesprächsbedarf, zumal sich die Situation im vorhandenen Gastronomiebereich des Hallenbades ebenfalls schwierig gestaltet. „Unsere Badegäste nutzen das Hallenbad vorwiegend als Sportbad. Auch in anderen Bädern hat die Nachfrage nach einer Gastronomie stark nachgelassen. So stellt sich für uns die Frage, warum wir Dinge vorhalten sollten, die ganz offensichtlich nicht mehr zeitgemäß sind“, so der Erste Gemeinderat. Alternativ zu einem Freibadkiosk könnte ein Stellplatz für einen Imbisswagen geschaffen werden. Auch für die seit Monaten leerstehende Hallenbadgastronomie zeigt der Architekt Alternativen auf. So sei denkbar, hier einen Bereich für Kinder einzurichten. Auch eine Nutzung als Vereins- oder Praxisräume wäre möglich, wovon sich die Ausschussmitglieder vor Ort ein Bild machen konnten.

Einstimmig erging der Beschluss, die Planungen für die Gebäude des Freibades fortzuführen. „Dieser Beschluss bezieht sich ausschließlich auf die Hochbauten, nicht auf die Technik oder die Beckenlandschaft“, betonte der Ausschussvorsitzende Walter Reese. „Die im Hallenbad bereits vorhandene Filtertechnik kann zukünftig für den Betrieb beider Bäder genutzt werden. Dazu wird sie erneuert und ergänzt. So kann der Betrieb des Freibades auch ohne einen Umbau der Beckentechnik gewährleistet werden. Dieser ist dann für die kommenden Jahre vorgesehen“, erklärt Wittrock. Anwohner des Hopfenweges wiesen auf die Hochwassergefahr bei Starkregen in unmittelbarer Nähe zur Bäderzufahrt hin. „Hier sollte im Zuge der Neuplanungen darauf geachtet werden, dass auch größere Mengen Oberflächenwasser schnell ablaufen können und sich nicht den Weg in die Keller der anliegenden Häuser bahnen“, so Wilhelm Pettig.

Erst die Rettung, nun der Abriss

Sanierung des Wohn- und Praxisgebäudes im Freibad zu teuer / Kiosk infrage gestellt



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