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Konzern nennt auch wirtschaftliche Probleme als Grund / Betriebsrat bestätigt Pläne zum Stellenabbau

e.on spart sich das AKW-Informationszentrum

Emmerthal (cb). Das Informationszentrum am Atomkraftwerk Grohnde soll zum Jahresende geschlossen werden. Während Dr. Petra Uhlmann, Sprecherin von e.on Kernkraft, diese Entscheidung nur unter Vorbehalt als geplante Möglichkeit bestätigen wollte, ist diese Nachricht im Internet bereits offiziell begründet. „e.on bewegt sich derzeit in einem für das Unternehmen äußerst schwierigen Marktumfeld, geprägt durch den Ausstieg aus der Kernenergie, zunehmender Regulierung, sinkenden Erträgen im Erzeugungs- und Gasgeschäft sowie einem ambitionierten Wandel der Technologien“, heißt es dazu auf der Homepage zu den verschiedenen Standorten, darunter Grohnde. Hinzu kommen laut AKW-Betreiber die großen wirtschaftlichen Probleme im gesamteuropäischen Raum. „Wir sehen uns deshalb im Unternehmen zu umfangreichen Einsparmaßnahmen gezwungen. Vor diesem Hintergrund haben wir entschieden, unsere Informationszentren an den Kernkraftwerksstandorten zum 31. Dezember 2012 zu schließen.“

veröffentlicht am 08.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 08:21 Uhr

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Dabei hatte der Energieerzeuger stets den hohen Anspruch eines Dialoges mit den Bürgern betont. Für das Informationszentrum am AKW Grohnde hatte e.on zuletzt für das Jahr 2010 insgesamt 6000 Besucher angegeben. Bei einer Bilanz für diesen Zeitraum mit allen Infozentren von 24 e.on-Standorten waren 250 000 Gäste angegeben worden. Sprecherin Uhlmann war damals mit den Worten zitiert worden: „Transparente Information, spannende Eindrücke und auch die Auseinandersetzung mit kritischen Fragen stehen im Mittelpunkt unserer Aufklärungsarbeit.“

Wie sich der Sparkurs des Gesamtkonzerns darüber hinaus auf Grohnde auswirkt, dazu wollte sich Uhlmann nicht äußern – dies bleibe der Zentrale in Düsseldorf vorbehalten. Bekanntlich will das Unternehmen mit dem Programm „e.on 2.0“ besonders seine Verwaltung straffen, dazu bis 2015 bundesweit rund 6000 Stellen abbauen. Beispielsweise verlagert der Konzern einen Teil der Buchhaltung ins rumänische Cluj und bündelt das Personalwesen in Berlin. Dadurch würden konzernweit 1200 Stellen entfallen. Davon ist auch das Atomkraftwerk Grohnde betroffen. Betriebsratsvorsitzender Thomas Gerl befürchtet, dass etwa zehn Stellen der insgesamt 330 Beschäftigten wegfallen sollen. Betroffen seien das Personal- und Rechnungswesen sowie der Einkauf. Nach der Unsicherheit, die durch den Atomausstieg aufgekommen sei, komme nun die über den Stellenabbau hinzu. „Das bereitet schlaflose Nächte“, sagt Gerl über seine derzeitige Lage. Zwar hätten sich die Gewerkschaften mit der e.on AG auf einen sozialverträglichen Personalabbau geeinigt, dennoch, so Gerl: „Da hängen Familien dran.“

In der Düsseldorfer Konzernzentrale gibt man sich sparsam mit Informationen. Konzernpressesprecher Carsten Thomsen-Bendixen verweist darauf, dass das Programm e.on 2.0 planmäßig bis 2015 umgesetzt, dazu derzeit an rund 60 Teilprojekten gearbeitet werde. Diese hätten unterschiedliche Reifegrade. Details zum Info-Zentrum, obwohl bereits bekannt, gab er nicht. „Wann wie viel Stellen abgebaut oder verlagert werden, lässt sich derzeit noch nicht für alle Einheiten des Konzerns sagen“, so Thomsen-Bendixen. „Das gilt auch für das KKW Grohnde.“

6000 Besucher, darunter auch viele Schulklassen, wurden für das Jahr 2010 im Informationszentrum Grohnde – hier vor dem Eingangsbereich – gezählt. Zum Jahresende wird es geschlossen. Foto: Dana

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