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Eltern beklagen schwierige Suche / Anbau im Kernort soll angespannte Situation entlasten

Emmerthal fehlen Kita-Plätze

EMMERTHAL. Die Nachfrage übersteigt das Angebot: Die Gemeinde Emmerthal verfügt nicht mehr über genügend Betreuungsplätze. Nun soll ein Anbau für einen zusätzlichen Gruppenraum an der Kindertagesstätte Distelflecken im Kernort die Situation entlasten.

veröffentlicht am 13.09.2018 um 15:32 Uhr

Mitten im Neubaugebiet soll die Kita Distelflecken einen weiteren Gruppenraum erhalten. Foto: Dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Wie gravierend sich die Situation darstellt, hatte der zuständige Fachausschuss des Rates bereits in der Einwohnerfragestunde aus erster Hand erfahren. Der Vater eines Kleinkindes schilderte dabei die Problematik mit kurzfristigen Entscheidungen, auf die sich kaum ein Arbeitgeber einlasse. Susanne Jürgens als verantwortliche Fachbereichsleiterin im Rathaus kündigte zwar an, bei einer Lösung behilflich zu sein, doch räumte sie Schwierigkeiten ein. „Wir würden gerne schon im Januar sagen, dass es im August einen Platz gibt“, sagte sie. „Aber das ist immer ein Jonglieren.“

Die vom Bund ermittelte Zielgröße von 35 Prozent Quote, für die bei den Krippenplätzen eine Kinderbetreuung zu erwarten ist, entspricht nicht dem tatsächlichen Bedarf. Die Gemeinde hält sogar mehr Plätze in den Einrichtungen vor. Nun steigt die Zahl der Geburten in Emmerthal zusätzlich leicht an, hinzukommen zugewanderte Familien mit Kindern, wie die Verwaltung begründet. Sie kalkuliert, dass zum 1. August nächsten Jahres 11 Plätze für unter dreijährige und 34 Plätze für ältere Kinder fehlen. Der Versuch, die Situation durch eine neu eingerichtete Krippengruppe in Börry zu verbessern, wurde nach Angaben von Jürgens durch das Landesjugendamt auf höchstens ein Jahr befristet, die Pläne für einen Waldkindergarten stocken noch.

„Die Zeit drängt“, sagte Bürgermeister Andreas Grossmann (SPD). Und er verwies darauf, dass die Gemeinde von der Entwicklung überrollt worden sei. Vor drei Jahren sei noch gedacht worden, auf den Kinderbetreuungsverein Emmern im Dorfgemeinschaftshaus verzichten zu können, was dann aber wieder umgekehrt worden sei. Die Kita Distelflecken sei naheliegend, da dort sich das große Neubaugebiet mit Ein- und Mehrfamilienhäusern entwickele. Zusätzliche Betreuungsplätze seien notwendig. Grossmann: „Ich glaube, dass der Bedarf weitersteigen wird – und zwar auf Dauer.“

Rudolf Welzhofer (CDU) forderte zunächst ein schlüssiges Gesamtkonzept für Kitas und Schulen. Zwar unterstütze er die Kinderbetreuung, doch gehe es um Kosten von 600 000 Euro. „Wir können nicht Räume der Grundschule abreißen und am Distelflecken neue errichten“, sagte er. Wenn notwendig, werde aber nach einem Gespräch der Anbau mitgetragen.



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