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Planer stellt Ideen für naturnahe Umgestaltung des Flusses vor

Emmer – zwischen Ökologie und Schutz vor Hochwasser

Emmerthal. Kann die Renaturierung der Emmer mit dazu beitragen, den Hochwasserschutz zu verbessern? Ja, meint Dipl.-Ing. Detlef Sönnichsen. Um den ökologischen Zustand des Flusses im Bereich der Gemeinde Emmerthal zu steigern, könnten erhebliche Fördergelder – immerhin bis zu 90 Prozent der Kosten – beim Land beantragt werden. Dass als Nebeneffekt auch die Einwohner besonders im Kernort besser vor Überschwemmungen geschützt werden könnten, machte der Geschäftsführer des Büros Sönnichsen & Partner deutlich. Politikern und Interessierten stellte er dazu den Gewässerentwicklungsplan für die Emmer vor, der im Auftrag der Gemeinde und der Stadt Bad Pyrmont erarbeitet worden ist.

veröffentlicht am 13.04.2016 um 19:44 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Ein Blick zurück: Ausschlaggebend für das Konzept war eigentlich das Hochwasser im Jahr 2011 an der Emmer, bei dem größere Schäden gerade noch einmal ausgeblieben waren. Dann wurden die Emmerthaler und mit ihnen das beauftragte Mindener Ingenieurbüro ausgebremst. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) als Zuschussgeber für den Gewässerentwicklungsplan strich vor drei Jahren die zusätzlichen Projekte zusammen, die über das eigentliche Ziel der naturnahen Umgestaltung hinausgehen. Dennoch spielt der Hochwasserschutz nun doch eine Rolle.

Sönnichsen machte aber in dieser Woche noch einmal deutlich: Niedersachsen habe große Küstenbereiche, so dass wenig Geld für den Hochwasserschutz im Binnenland vorhanden sei. Deshalb sei das Hauptziel die ökologische Verbesserung der Emmer. „Dafür gibt es das Geld“, sagte er.

Hintergrund sei vor allem die EG-Wasserrahmenrichtlinie, nach der bis zum Jahr 2027 die Oberflächengewässer einen „guten ökologischen Zustand“ erreichen müssten. Das gelte auch für die Emmer – „ein majestätischer Fluss“, wie Sönnichsen sagte. Vorgabe der Planer war gleichzeitig, den Erholungswert der Emmer zu verbessern und Möglichkeiten zum Hochwasserschutz aufzuzeigen. Das eine schließt das andere aber nicht aus, wie der Ingenieur verdeutlichte.

Fördergelder gibt es nur für Projekte, die den ökologischen Zustand der Emmer verbessern. Einige dienen gleichzeitig dem Hochwasserschutz.

Aus Sicht der Ökologie stellen besonders die Wehre ein Problem dar, da die Emmer nicht für Fische durchlässig sei. Fischtreppen an beengten Stellen, vorrangig aber sollte der Flussverlauf verlegt werden, so die Vorschläge. Wurden innerhalb von zwei Jahrhunderten die Ufer mit Steinen befestigt, sollten diese Bereiche nun abgeflacht werden, Auenlandschaften entstehen und Kiesbänke geschaffen werden. Grundsätzlich müsse der Emmer mehr Raum gegeben werden, wo es möglich sei. Zwischen Kernort und Weser, so ein Beispiel, solle ein naturnahes Mündungsgebiet geschaffen werden, um die Hochwassergefahr zu verringern. Auch zwischen Rischmühle und Neudorff sollte der Fluss sich ausbreiten können.

Dort wie auch an anderen Stellen sollte die Emmer (Sönnichsen: „Da ist eine Menge Potenzial“) für die Einwohner zugänglich und erlebbar werden. Als Vorzeigeprojekt dient der Emmerauenpark in Lügde, der sich mitten im Ort zu einem Treffpunkt entwickelt hat. „Es muss ja nicht so aufwendig gemacht werden“, meinte der Planer, der erst einmal kleinere Projekte empfahl.

Aber da war auch das Thema Geld. Und da wollte Bürgermeister Andreas Grossmann nicht zu viel versprechen. „Wir reden über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren – auch wenn Herr Sönnichsen sich das bestimmt anders vorstellt.“



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