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Stelle der didaktischen Leitung an Schule in Hummetal soll laut Landkreis nicht erhalten bleiben

Eltern setzen Hoffnung in Politik

Aerzen. Der Landkreis will die Stelle der didaktischen Leitung an der Hummetal-Schule nicht neu besetzen. Vehement wehren sich Elternverein und Schulelternat dagegen. Es sei ein immenser Verlust, kritisieren sie und befürchten, dass weitere Einsparungen folgen könnten. Mit Unterschriften wenden sie sich an die Politik.

veröffentlicht am 05.04.2016 um 15:59 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:14 Uhr

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Karen Klages

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Die Unterschriftenaktion, mit der sich Elternverein und Schulelternrat der Schule im Hummetal für die Stelle der didaktischen Leitung an der Schule einsetzen, wurde auch in den Ferien fortgesetzt (wir berichteten). So liegen die Listen in Aerzener Geschäften aus; die Elternvertreter sammeln in der Nachbarschaft Unterschriften bei Eltern kleinerer Kinder, denn auch diese betreffen die Zukunft der Schule im Hummetal, wie Susanne Brandes aus dem Vorstand des Elternvereins und Schulelternrats erklärt. „Wir wollen den Schulstandort langfristig sichern“, so Brandes, „und daher jetzt massiv vorgehen“. Die Eltern befürchten, dass auf die Streichung der didaktischen Stelle noch weitere Einsparungen an der Schule folgen könnten. „Wir wollen dem Schulsterben entgegenwirken.“

Doch der Landkreis Hameln-Pyrmont macht den Eltern derzeit wenig Mut: „Es ist nicht vorgesehen, die Stelle auszuschreiben, da die Schülerzahlen das nicht hergeben“, erklärt Sprecherin Sandra Lummitsch. „So nicht“, sagt die Elternvertreterin, die sich vehement für die didaktische Leitung einsetzt und sich dabei nicht für Zahlen interessiert. Ein Mitglied aus den Reihen der Elternvertreter, das in der Kommunalpolitik tätig ist, werde daher bei der nächsten Kreistagssitzung das Thema anbringen und sich für eine Stellenausschreibung einsetzen. „Wir hoffen, dass wir die Politik mit ins Boot holen können“, sagt Susanne Brandes. Vielleicht, so mutmaßt sie, könne man einen Präzedenzfall schaffen, denn auch andere Oberschulen hätten mit solchen Problemen zu kämpfen.

Besuchen die Schule weniger als 288 Schüler wird keine didaktische Leitung mehr benötigt, so teilt es die Landesschulbehörde mit. Und mit Schuljahresbeginn 2016/2017 werde die benötigte Schülerzahl an der Schule im Hummetal nicht mehr erreicht. „Das ist aber nicht für alle Ewigkeit vorbei mit der Stelle“, erklärt Christopher Winkler von der Landesschulbehörde. Sollten die Schülerzahlen in den nächsten Jahren wieder ansteigen, würde die Stelle wieder ausgeschrieben.

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Doch im kommenden Schuljahr wird es laut Landesschulbehörde keine didaktische Leitung an der Schule im Hummetal. Für die Elternvertreter heißt das konkret: „Wir können nicht mehr in Richtung moderner Schule gehen“, wie Brandes betont. Denn die Aufgaben, die eine didaktische Leitung – derzeit noch kommissarisch ausgeführt von Anja Grabbe – an einer Oberschule übernimmt, seien vielschichtig. Als Beispiel führen Schulelternrat und Elternverein das Projekt „Bewegte Schule“ an, das derzeit von Anja Grabbe organisiert und koordiniert wird. „Die didaktische Leitung ist hier federführend“, so Brandes. Ohne diese Stelle, „können wir solche Projekte dann nicht mehr durchführen.“ Das Projekt „Bewegte Schule“ sei zudem noch nicht abgeschlossen; es fehlen einige Module, die im nächsten Schuljahr durchgeführt werden müssten.

Auch die Integration von Flüchtlingskindern in den Schulalltag fällt in den Aufgabenbereich einer didaktischen Leitung. Wer sich im kommenden Schuljahr um all das kümmern soll, wissen weder Eltern noch Schule. Fest steht jedoch: „Es soll keiner drunter leiden“, sagt Brandes, die sich mit den Elternvertretern nach den Ferien wieder verstärkt für die Stelle der didaktischen Leitung einsetzen und Unterschriften sammeln wird. Vor allem am letzten Elternsprechtag, an dem 70 Unterschriften gesammelt wurden, habe man das Thema ins Gespräch bringen und andere Eltern von der Notwendigkeit dieser Stelle überzeugen können. Eine Frist gesetzt, bis wann die Unterschriftenaktion beendet und die Liste dem Landkreis oder Landesschulbehörde übergeben werden soll, haben sich die Elternvertreter nicht. Nach den Osterferien setzen sie ihre Hoffnungen erst einmal in die Politik – und erwarten im Hinblick auf die anstehenden Kommunalwahlen ein Zeichen.



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