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Ortsumgehung für Reher erhält aber keine höchste Priorität – dafür rutscht Grohnder Bauprojekt nach oben

Einwohner ächzen unter dem Verkehr

Aerzen/Emmerthal. Enttäuschung in Reher: Dort sieht die Bundesregierung eine Ortsumgehung nicht wie von den Einwohnern gefordert als höchste Priorität. Überraschend hingegen die Entwicklung für Grohnde: Obwohl dort die Umgehungsstraße zuletzt kaum im Gespräch war, gilt sie nun als vordringlich.

veröffentlicht am 13.04.2016 um 14:07 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Der Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan 2030 beschäftigt die Einwohner der Region. Vor allem in Reher: Dort setzen sie sich seit Jahren dafür ein, dass der Ort vom Durchgangsverkehr entlastet wird. Erneut ist die Ortsumgehung aber nur in der zweitwichtigsten Kategorie gelistet – trotz Ratsresolution und Unterschriftensammlungen. Die Aussichten sind mit dieser Einstufung schlecht, dass dort in den nächsten Jahren die Planungen konkreter werden könnten. Das gilt auch für Groß Berkel, wobei dort die Forderung nach einer Umgehungsstraße nicht so laut erhoben wird. Ausgerechnet in Grohnde jedoch, wo seit Jahren keiner mehr offiziell von der Ortsumgehung gesprochen hat, rutschen die Planungen in die höchste Priorität.

Zuletzt hatte es in dem Weserdorf im Jahr 2008 eine Bürgerversammlung gegeben – und eine gespaltene Einwohnerschaft unter den knapp 100 Teilnehmern offenbart. Während die Anwohner in der Ortsdurchfahrt besonders über den Schwerlastverkehr klagten, befürchteten die Grohnder in den Wohngebieten in Richtung Scharfenberg, dass sie künftig der Lärm treffen könnte. Die mit 10,8 Millionen Euro Baukosten kalkulierte 3,1 Kilometer lange Neubautrasse, im Internet in Plänen detailliert dargestellt, wird nun als vordringlich eingestuft. „Aufgrund des hohen Nutzen-Kosten-Verhältnisses“, wie im Bundesverkehrswegeplan zusammengefasst begründet wird. Heute befasst sich der zuständige Fachausschuss des Emmerthaler Gemeinderates (Beginn 16 Uhr im Rathaus) mit dem Thema.

Nachdem die Ortsumgehung von Aerzen fertiggestellt worden war, hatten eigentlich die Reherschen gehofft, dass in ihrem Dorf die Bauarbeiten baldmöglichst fortgesetzt werden. Immerhin: Für den Kernort waren die Planungen so konzipiert, dass am Kreisel der Anschluss für Reher gleich mit aufgenommen worden war. Nun geht die Geduldsprobe weiter. Informationen soll es bei einer Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Reher am Dienstag, 19. April, ab 19 Uhr geben. Eingeladen dazu hat die SPD, die Einzelheiten zu den Projekten in Reher und Groß Berkel ankündigt. Zu Gast sind Uta Weiner-Kohl als stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereiches Hameln der Niedersächsischen Behörde für Straßenbau und Verkehr, Cord Bormann von der Bürgerinitiative Marienau sowie Mitglieder des Gemeinde- und Ortsrates.

Inzwischen ruft auch Rehers Ortsbürgermeisterin (CDU) Christa Jakobi zur Teilnahme auf. „Zuerst war ich wütend und enttäuscht, dass die SPD jetzt, wo es auf den Wahlkampf zugeht, genau das Thema aufgreift, für das wir vom Ortsrat seit Jahren kämpfen“, schrieb sie gestern auf Facebook. „Jetzt, wo ich eine Nacht über die Sache geschlafen habe, bin ich zu folgender Erkenntnis gekommen: Schön, dass die SPD jetzt mit dem Ortsrat an einem Strang ziehen will.“ Als Ortsbürgermeisterin und Unterstützerin der Bürgerinitiative Ortsumgehung Reher werde sie zu der Versammlung am Dienstag kommen und Fragen beantworten, kündigt Jakobi an.

Unterdessen sagte Bürgermeister Bernhard Wagner (SPD), dass er in Sachen Ortsumgehung bereits aktiv geworden sei. Schon im Vorfeld seien Politiker auf Bundes- und Landesebene schriftlich über die Wünsche der Gemeinde informiert worden. Nachdem der Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes nun vorliege, habe er sich erneut an die maßgeblichen Politiker gewandt, erklärt Wagner. „Ich habe bereits Gespräche geführt“, sagt er.

Die Bürgermeister entlang der B 1 hätten sich zunächst darauf geeinigt, sich vorrangig für die Südumgehung Hameln einzusetzen, da damit weitere Umgehungsstraßen ermöglicht würden. „Wie auf einer Perlenkette“, meint er. In einem weiteren Schritt müsse auch das Projekt in Reher höhergestuft werden, sagt Wagner unter Hinweis auf eine entsprechende Ratsresolution aus dem Jahr 2013. Bis zum 2. Mai besteht die Möglichkeit, dass zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes Eingaben gemacht werden können. „Wir als Verwaltung werden eine Stellungnahme abgeben“, kündigt Wagner an. Das gelte auch für die Ortsumgehung Groß Berkel, wo laut Wunsch der Politik aber alternative Trassen geprüft werden sollten.



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