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Gleiche Kosten für Kita und Tagesmutter

Einheitliche Gebühren für Kinderbetreuung

Aerzen. In Wahlkampfzeiten ist „Familienfreundlichkeit“ ein gern benutztes Schlagwort. In der Praxis aber ist der Ausbauvon Kita-Plätzen oft ein eher zähes Unterfangen. Im Flecken Aerzen ist man in Sachen Kleinkinderbetreuung bereits sehr weit – und gestaltet nun auch die Gebührenregelung gerechter: Per Ratsbeschluss stellt die Gemeinde Kostengleichheit zwischen Kindertagespflege und Krippenbetreuung her.

veröffentlicht am 22.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Aerzener Eltern, die ihr Kind von einer Tagesmutter betreuen lassen, zahlen in Zukunft die gleichen Gebühren wie Eltern, deren Kinder in der Krippe einer Kindertagesstätte untergebracht sind. Damit übernimmt der Flecken Aerzen als erste Kommune im Landkreis einkommensunabhängig die Differenz zwischen einer im Vergleich zum Krippenplatz bisher deutlich teureren Betreuung durch eine Tagesmutter. Und nimmt zugleich eine für den Landkreis richtungweisende Vorreiterrolle ein, wie Bürgermeister Bernhard Wagner betont.

Wenn am 1. August der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab Vollendung des ersten Lebensjahres in Kraft tritt, halten neben 66 Krippenplätzen in Aerzen, Groß Berkel und Grupenhagen drei Tagesmütter maximal 15 Betreuungsplätze im gesamten Gemeindegebiet vor. Der Gesetzgeber geht rechnerisch davon aus, dass 70 Prozent der Kinder in Kindertagesstätten und 30 Prozent von Tagesmüttern betreut werden. Zur Zeit bekommen einkommensschwächere Familien, die die Kindertagespflege in Anspruch nehmen, vom Landkreis einen Zuschuss. Die Höhe dieses Zuschusses ist einkommensabhängig und errechnet sich anhand des Verdienstes der Eltern. „Manche Eltern müssen daher für die Betreuung durch eine Tagesmutter rund viermal soviel zahlen wie für eine Kindertagesstätte“, erläutert Ratsherr Andreas Breitkopf (CDU). Während eine tägliche, siebeneinhalbstündige Betreuung in einer Krippeneinrichtung bislang 142,50 Euro im Monat kostete, mussten für eine gleichlange Betreuung durch eine Tagesmutter unter Umständen 600 Euro in Monat aufgewandt werden. Obwohl sich Kindertagespflege und Krippenbetreuung qualitativ also nicht voneinander unterscheiden, klaffte bis jetzt eine Lücke zwischen den Gebühren, die Eltern für die eine beziehungsweise andere Form der Betreuung ihres Nachwuchses zu zahlen hatten.

Ab dem Kindergartenjahr 2013/2014 subventioniert der Flecken Aerzen deshalb nicht mehr nur die Kindergartenplätze, sondern übernimmt auch den Differenzbetrag zwischen Krippen- und Tagespflegebetreuung – einkommensunabhängig, denn auch beim Elternbeitrag für Kindergärten existiert keine Sozialstaffelung. „Mit diesem Beschluss wird die Betreuung von Krippenkindern in der Tagespflege zu einer echten Alternative. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist gesamtwirtschaftlich die Gleichstellung von Tagespflege und Krippe möglichen weiteren Bautätigkeiten für Betreuungsplätze vorzuziehen“, führt Breitkopf weiter aus.

Allerdings: Für die Betreuung ihres Nachwuchses müssen die Aerzener Eltern künftig tiefer in die Tasche greifen. Der Rat beschloss, die Gebühren für Kindertagesstätten für Krippen-, Vormittags- und Ganztagesbetreuung ab dem 1. August zu vereinheitlichen und die Gebühr für Sonderöffnungszeiten zur erhöhen. Ab 2014 sollen die Gebühren zudem jährlich in Etappen bis bis auf Landkreisniveau angehoben werden. Konrekt bedeutet dies: Eine fünfstündige Vormittagsbetreuung kostet bis August 2014 wie bislang auch 100 Euro im Monat, ab dem Kindergartenjahr 2014/15 dann 105 Euro monatlich und ab dem darauf folgenden Jahr noch einmal fünf Euro mehr pro Monat. Die Krippen beziehungsweise die siebeneinhalbstündige Kita-Betreuung, für die bislang ein Elternbeitrag von 120 Euro pro Monat fällig war, kostet ab dem 1. August 142,50 Euro und ab dem Kindergartenjahr 2014/15 157,50 Euro. Die neunstündige Ganztagesbetreuung, die der Kindergarten am Aerzener Tannenweg für zurzeit 152 Euro anbietet, erhöht sich auf 171 Euro in diesem und 189 Euro im kommenden Kindergartenjahr. Wer die Sonderöffnungszeiten nutzen möchte, wird zukünftig für 30 Minuten 1,50 Euro mehr aufwenden müssen.

Als Vergleichsgrundlage wird der monatliche Betrag durch die Anzahl der in Anspruch genommenen täglichen Betreuungsstunden geteilt. In den Kommunen des Landkreises liegt diese durchschnittliche Betreuungsgebühr bei 21,83 Euro pro Stunde. Aerzen liegt zur Zeit bei 19 Euro, erst ab dem Kindergartenjahr 2014/15 werden die Gebühren einheitlich auf 21 Euro erhöht. In den darauffolgenden Jahren erhöht sich der Stundensatz um jeweils einen weiteren Euro, so der Beschluss des Gemeinderates.



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