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Heinz Wilhelm (85) hat die frühere Schule von Reher als Modell maßstabsgetreu nachbebaut

Ein Werk für die Ewigkeit

REHER. Die Modellbaukunst von Heinz Wilhelm (85) ist nahezu sprichwörtlich: Das Segelschulschiff „Gorch Fock“, die Stabkirche von Hahnenklee, das Vaterunser in der Reherschen Kapelle, die Gefallenen-Ehrentafeln und etliche Bauerntruhen zeugen von seinen geschickten Händen. Jetzt hat er das alte Schulhaus nachgebaut.

veröffentlicht am 13.04.2017 um 16:13 Uhr

Heinz Wilhelm hat fast ein Jahr lang daran gearbeitet, das alte Schulgebäude mit Lehrerwohnhaus maßstabsgetreu nachzubauen. Foto: wj
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Willi Jürgens Reporter
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„Das geht nun schon seit Jahren so – und soll auch noch so weitergehen“, sagt Heinz Wilhelm. „Wenn auch mit kleineren Modellen.“ Als letztes größere Werk allerdings – sozusagen als „krönender Abschluss“ – ist jetzt das „Schulgebäude Reher mit Lehrerwohnhaus“ entstanden, originalgetreu, so wie es einst im Jahre 1872 die Gemeinde Reher hat erbauen lassen.

Dass dieses gelungene Werk nun der Nachwelt bleibt, hat seine besondere Entstehungsgeschichte: Im Anschluss an den offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung des Reherschen Taubenvereins „Auf zur Heimat“ im Frühjahr letzten Jahres rückte der frühere Erste Gemeinderat Dieter Ergezinger, auch Vereinsmitglied, seinen Stuhl etwas dichter an den von Heinz Wilhelm. „Na, Heinz Wilhelm, was macht deine Modellbaukunst – welches Modell hast du gerade ‚beim Wickel‘?“ Und erhielt prompt die Antwort: „Die alte Windmühle von Bremen – bald ist sie fertig.“ Gleich hakte Dieter Ergezinger ein: „Mensch, Heinz, dann hast du ja Zeit und könntest doch eigentlich auch die ehemalige Schule von Reher als Modell für die Nachwelt bauen?“ Prompt sagte Heinz Wilhelm „ja“ und Dieter Ergezinger versprach, den Tisch dafür zu liefern. Damit das Modell nicht zum Staubfänger wird, fertigt Frank Hubel dafür eine schützende Glashaube.

Ein möglicher Platz für das Modell wäre auch der neue Versammlungsraum im Dorfgemeinschaftshaus – so die abschließende erste Meinung. Bald danach hieß es bei Heinz Wilhelm – wieder einmal – „frisch ans Werk“.

Heute steht nur noch das alte Lehrerwohnhaus. Foto: wj
  • Heute steht nur noch das alte Lehrerwohnhaus. Foto: wj

Nach alten Unterlagen entstand die „Bauzeichnung“, dann mussten die nötigen und geeigneten Hölzer besorgt werden, da Holz für das gesamte Modell der Grundbaustoff ist. Tag um Tag und Stunde um Stunde verbrachte nun Heinz Wilhelm in seiner Werkstatt und so ganz allmählich nahm das umfangreiche Modell Formen an. Mit größter Sorgfalt entstand das Fachwerk, originalgetreu die Ständer und Balken. Allein die Dächer bestehen aus 2240 Dachziegeln (Holzschindeln). Jede dieser Schindeln ist exakt in den Maßen 15 mal 25 Millimetern gefertigt – 1200 Stück für die eigentliche Schule, 580 Stück für das Lehrerwohnhaus und 460 Stück für das hintere Gebäude, in dem einst der Kindergarten untergebracht war. Da versteht es sich von selbst, dass 1000 Arbeitsstunden wohl kaum reichen. Heinz Wilhelm sagt, dass er sie schließlich nicht mehr gezählt habe.

Das Geschichtliche der Reherschen Schule ist der Dorfchronik von Wilhelm Köster „Reher – ein Dorf und seine Geschichte“ aus dem Jahre 1976 zu entnehmen. Danach war das Schulgebäude um 1670 schon so baufällig, dass endlich 1816 mit dem Bau eines neuen begonnen und 1872 erweitert wurde. Erhalten ist aus jener Zeit ein Erinnerungsstein mit der Inschrift: „Schule der Gemeinde Reher – Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes – Erbaut im Jahre 1872.“ Er liegt heute auf dem Vorplatz zum alten Lehrerwohnhaus – vielleicht wäre dort der bessere Platz? Nun ist das Modell des alten Reherschen Schulgebäudes fertig und Heinz Wilhelm hütet es wie seinen Augapfel, bis es die Reherschen Bürgerinnen und Bürger an einem geeigneten Platz erfreuen wird. Immerhin hat es eine Länge von 1,50 Meter, eine Breite von 0,80 Meter und eine Höhe von 0,70 Meter und wird der Nachwelt Zeugnis ablegen aus einer Zeit, da in Rehers Mitte die Bildungsstätte seiner Jugend lag. Heute ist nur noch das Lehrerwohnhaus erhalten – da, wo einst die Schulräume standen, ziert jetzt ein schöner Brunnen den Dorfplatz.

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