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Eröffnung im Juli ist vom Tisch / Architekt Hein: „Gesamtkosten nach wie vor im Rahmen“

Ein weiterer Sommer ohne Freibad

Aerzen. Der Beginn des Wiederaufbaus des Aerzener Freibades lässt nach wie vor auf sich warten. Die Politik tendiert mittlerweile parteiübergreifend zu einer Wiedereröffnung im kommenden Jahr – weg von einer möglicherweise überteuerten Schnellschusslösung noch in diesem Sommer. Das wurde bei der gemeinsamen Sitzung des Eigenbetriebs „Wasser“ und des Bauausschusses des Fleckens Aerzen deutlich.

veröffentlicht am 12.03.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Bereits zu Beginn der Planungen im vergangenen Jahr wurde das Vorhaben, das abgebrannte Aerzener Freibad im Sommer 2015 wieder zu eröffnen, vom beauftragten Diplomingenieur und Architekten Wolfgang Hein von Vision 12 aus Obernkirchen als sehr ambitioniert bezeichnet. Auf Nachfrage aus dem Ausschuss schließt er nach heutigem Stand der Planung eine Eröffnung im Juli 2015 aus, wie er sagt. Mittlerweile sind seit dem Brand im Dezember 2013 15 Monate vergangen. Sichtbar getan hat sich für die Öffentlichkeit auf dem Gelände bisher nicht wirklich viel. Zwar wurden die abgebrannten Gebäudeteile von einer Fachfirma abgebrochen und entsorgt, auch größere baumpflegerische Maßnahmen wurden durchgeführt, aber das von der Feuerwehr vor den Flammen gerettete Wohn- und Praxisgebäude steht den Neubauplänen noch immer im Weg. Obwohl Bürgermeister Bernhard Wagner ursprünglich von einem Abriss noch im Dezember 2014 ausging.

Mittlerweile spricht niemand mehr von einem konkreten Abbruchdatum. „Noch Ende März oder erst im Laufe des Aprils, wegen der Osterfeiertage“, lautet jetzt die Aussage aus dem Rathaus. „Wir sind nach den Gesprächen mit der Bauaufsicht nun guter Hoffnung, dass in Kürze eine Teilbaugenehmigung erteilt wird und anschließend mit dem Rohbau begonnen werden kann“, erklärt der erste Gemeinderat Andreas Wittrock.

Wie kann Freibad

behindertengerecht gemacht werden?

Aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten und Auffassungen mit dem Landkreis habe es Verzögerungen in der Planung gegeben, räumte Architekt Hein in seinem aktuellen Sachstandsbericht ein. Ein Streitpunkt sei die Auslegung der Norm in Bezug auf die Behindertengerechtigkeit für den unter dem Inklusionsgedanken geplanten Neubau gewesen, so der Architekt. „Inklusion bedeutet einen erhöhten Flächenbedarf, der aber durch eine Unisex-Nutzung in bestimmten Bereichen wieder ausgeglichen werden kann“, erläutert der Fachmann. Außerdem wird ein Brandschutzgutachten gefordert, das sich sowohl auf das Freibad als auch auf das Hallenbad bezieht – immerhin werden sich beide einen Eingang teilen.

„Nach heutigem Stand der Planung bewegen sich die Gesamtkosten nach wie vor im Rahmen“, lautete eine der wichtigsten Aussagen Heins. Dass die Kosten nicht ins Uferlose abgleiten, ist den Entscheidungen der Ausschussmitglieder gegen verschiedene Vorschläge zu verdanken. So lehnten sie gleich zu Beginn die runde Grundrissplanung des Architekten ab. Mit der Begründung: „Rund ist teurer als rechteckig!“ Auch ließen sie sich bei ihrer Entscheidung über die Fassadengestaltung nicht von den – vom Architekten hochgelobten – farbenprächtigen, aber deutlich teureren Wandbehangentwürfen überzeugen und entschieden sich für eine günstige, aber dennoch solide Ausführung in Kalksandstein-Sichtmauerwerk.

Während das Engagement von Politik und Verwaltung für den Wiederaufbau deutlich zum Ausdruck kommt, scheint das Interesse innerhalb der Aerzener Bevölkerung mittlerweile eher gering. Lediglich Brigitte Hörnicke, Vorsitzende des Schwimmvereins, ein Auszubildender des Fleckens Aerzen und ein hiesiger Landwirt interessierten sich für den in der öffentlichen Sitzung dargelegten Sachstand des Wiederaufbaus.



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