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Zum 1. Juni schließt die Bäckerei Wittbold in Kirchohsen / Ein Nachfolger war nicht in Sicht

Ein Traditionsgeschäft macht dicht

EMMERTHAL. Es ist amtlich: Kirchohsen verliert zum 1. Juni ein weiteres alteingesessenes Fachgeschäft. Nach der Fleischerei Wittmann schließt nun auch die Bäckerei Wittbold ihre Pforten. „All meine Versuche, einen Nachfolger zu finden, blieben ohne Ergebnis“, macht Inhaberin Beate Diers deutlich. „Seit gut zwei Jahren habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um unser Haus als Bäckerei, Konditorei und Café zu erhalten.“ Interessenten habe es, so die Bäckermeisterin, gegeben, „doch aus den unterschiedlichsten Gründen sind bislang alle Verhandlungen gescheitert!“ Bislang. Denn Beate Diers hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit, dass es hier auch in Zukunft ein Café oder Restaurant gibt.“

veröffentlicht am 20.03.2019 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 20.03.2019 um 20:30 Uhr

Die traditionsreiche Bäckerei und Konditorei Wittbold in Kirchohsen schließt zum 1. Juli für immer ihre Pforten. Foto: HEK
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Henner-E. Kerl Reporter
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Die Bäckerei Wittbold gehört zu den traditionsreichsten Betrieben in Emmerthal. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1936 zurück, als in Hannover-Vahrenwald Wilhelm Wittbold eine Bäckerei eröffnete. Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie zerstört. „Zu alledem“, erzählt Beate Diers, „musste mein Großvater 1943 an die Front.“ Ihre Oma sei daraufhin zu ihrer Familie nach Emmerthal gezogen. 1954 kam Wilhelm Wittbold aus der Kriegsgefangenschaft und eröffnete die Bäckerei an der Berliner Straße in Kirchohsen, die er 1965 an seinen Sohn Willi und dessen Frau Margot übergab. In diese Zeit, in der sie das Geschäft führten, fielen 1974 die Modernisierung der Bäckerei und die Erweiterung um ein Café mit 60 Sitzplätzen.

Zur Freude ihrer Eltern entschloss sich Beate Diers zu einer Lehre im Bäckereihandwerk, um den Familienbetrieb einmal zu übernehmen. Ihre Lehre beim damaligen Obermeister Herbert Rode schloss die Emmerthalerin mit Auszeichnung ab. 1991 kehrte sie zurück in den elterlichen Betrieb, übernahm die Produktionsleitung und legte 1993 als eine der ersten Frauen die Meisterprüfung ab. Seit nunmehr 21 Jahren führt sie die Bäckerei in dritter Generation. Seit sechs Jahren allerdings schon zweigleisig. Denn in ihrer Zeit als Meisterin und Ausbilderin wuchs in Beate Diers der Wunsch, ihr Wissen an den Bäckernachwuchs weiterzugeben und in der Berufsschule zu unterrichten. So startete sie eine weitere Ausbildung und gehört seit 2013 zum Kollegium der Elisabeth-Selbert-Schule. „Fünf Jahre maximal wollte ich mich dieser Doppelbelastung stellen“, erzählt sie. Nun müsse sie mit der Aufgabe der Bäckerei einen Schlussstrich ziehen. „Das fällt mir furchtbar schwer“, gibt sie zu. Doch sie habe alles getan, um das Aus des Traditionsbetriebes für ihre zwei Auszubildenden und acht Mitarbeiter so problemlos wie nur möglich zu gestalten. „Wir haben den letzten Arbeitstag ans Ende des Ausbildungsjahres gelegt“, unterstreicht sie und ebenso sei die berufliche Zukunft des übrigen Teams gesichert.

Beate Diers weiß: „Viele unserer Kunden sind traurig, dass unsere Bäckerei nun bald der Geschichte angehört.“ Auch deshalb habe sie alles Mögliche getan, um einen Nachfolger zu finden. „Ich kann nicht verstehen, dass es keinen Bäckermeister gibt, der Interesse hat.“ Am Umsatz, den die Bäckerei Wittbold gerade in den vergangenen Jahren erzielt hat, könne es nicht liegen, und das Gebäude, in dem im Erdgeschoss Backstube, Verkaufsraum und Café und im Obergeschoss eine große Wohnung untergebracht sind, eigne sich auch dank seiner guten Lage an der Berline Straße für die Nutzung als gastronomischer Betrieb.

Beate Diers Foto: hek


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