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So löschte man früher Brände – die Feuerwehr Ohr feiert großen Geburtstag

Ein Relikt aus dem Jahr 1891

OHR. Die Freiwillige Feuerwehr Ohr hat aktuell genauso viele Aktive wie an ihrem Gründungstag vor 110 Jahren am 24. Juni 1906, nämlich 21 Brandschützer. Doch wer nun denkt, in der Zwischenzeit habe sich dann ja wohl nicht viel getan, der irrt. Denn die Feuerwehr hat sich gewandelt von einer Löschmannschaft mit einer alten Handdruckspitze, untergebracht auf dem Rittergut, zu einer modernen Ortsfeuerwehr mit einem modernen Löschfahrzeug und entsprechendem Feuerwehrhaus.

veröffentlicht am 02.06.2016 um 17:49 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 13:04 Uhr

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Autor:

Friedrich-Wilhelm Thies
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Besonders die Handdruckspritze aus dem Gründungsjahr wurde über all die Jahrzehnte von den Feuerwehrleuten als altes Schätzchen gehegt und gepflegt. „Erst vor zwei Jahren haben wir sie wieder mal restauriert“, sagt Ortsbrandmeister Winfried Stäsche. Und sie steht nicht etwa versteckt in irgendeiner Scheune. Seit den 70er Jahren kann das Relikt aus ehemaligen Feuerwehrlöschzeiten, erbaut immerhin schon 1891 von der Firma H. Schmidt & Sohn in Hannover-Linden, an der Berkeler Straße bewundert werden. „Zunächst stand sie vor der Gaststätte Colohr an der B 83. Dort hat man uns aber immer wieder Teile entwendet. Heute hat sie ihren Platz vor einem Grundstück beim Kriegerdenkmal gefunden“, sagt Ex-Ortsbrandmeister Wolfgang Meyer.

Im Jahr 1955 hielt die Motorisierung Einzug in Ohr, als von der Feuerwehr Hameln ein Löschfahrzeug der Marke Hansa-Lloyd übernommen werden konnte. Mit dem war man dann in der Lage die Mannschaft samt Schläuchen und Geräten zu transportieren. Ein Anhänger mit einer Tragkraftspitze vervollständigte damals die Einheit. Nachdem es 1964 ein Staffelfahrzeug und eine neue Motorspritze gab, wurde 2003 ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug mit einem 750-l-Wassertank in Dienst gestellt. „Das hat die Sicherheit im Ort und die Schlagkraft der Gemeindefeuerwehr deutlich erhöht“, sagt Stäsche.

Der seit 2012 amtierende Feuerwehrchef ist einer der Nachfolger von Wilhelm Schoeneberg, der vom Gründungsjahr bis 1934 die Wehr leitete. Auf die längsten Dienstzeiten können in all den Jahren danach die Amtsinhaber nach dem 2. Weltkrieg verweisen: Gustav Klemme (1957 bis 1973), Wilhelm Gens (1973 bis 1988), Wolfgang Meyer (1988 bis 2000) und Joachim Gens (2000 bis 2011).

Ein eigenes Feuerwehrhaus konnte die Ortswehr an ihrem heutigen Standort an der B 83 im Jahr 1958 übernehmen. 2007 wurde eine neue Fahrzeughalle mit Umkleide- und Sanitärräume gebaut.

Natürlich war die Feuerwehr Ohr in den Jahrzehnten auch bei vielen Einsätze gefordert. Besonders in Erinnerung blieb ein Großbrand von 1972 – ausgerechnet beim damaligen Ortsbrandmeister Gustav Klemme. Zwei Scheuen brannten nieder und auch Vieh kam zu Schaden. Und kurz vor den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen stand die Dachwohnung eines Wohnhauses an der Schulstraße lichterloh in Flammen.

Übrigens, gefeiert hat man offensichtlich schon immer gerne in Ohr. So halten die Chroniken fest, dass bereits ein Jahr nach Gründung zu einem ersten Feuerwehrfest eingeladen wurde. Und auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bereits im Jahr 1950 wieder ein zweitägiges Zeltfest an der Weser gefeiert. Kein Wunder also, dass auch der 110. Geburtstag mit einem Feuerwehrfest am Samstag, 4. Juni, und Sonntag, 5. Juni, am Dorfgemeinschaftshaus gefeiert wird. Die Feuerwehr Ohr mit ihren 21 Aktiven, darunter drei Frauen, hat heute 169 Mitglieder. Allerdings, wie in vielen Feuerwehren sorgt man sich auch in Ohr um den Nachwuchs. „Wir suchen noch Unterstützung durch ein paar neue Aktive. Im Herbst planen wir dazu eine gezielte Aktion im Ort und hoffen, weitere Mitstreiter für den ehrenamtlichen Dienst zu gewinnen, um auch zukünftig die Sicherheit für das Dorf zu gewährleisten“, appelliert Stäsche. Bildergalerie: Historische Feuerwehr-Fotos aus Ohr online bei dewezet.de



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