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Wünsche der Feuerwehren gehen nicht in Erfüllung / „Alle Beteiligten müssen Federn lassen“

Ein neues Fahrzeug rückt in weite Ferne

Emmerthal (tis). Die Gelder in der Gemeinde Emmerthal sind knapp – und das bekommt jetzt auch die Feuerwehr zu spüren. So sollen für die Ortswehren Lüntorf und Frenke keine neuen Einsatzfahrzeuge angeschafft werden. Stattdessen werden die alten Fahrzeuge durch Gebrauchtfahrzeuge ersetzt. Und das große Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 16 der Schwerpunktfeuerwehr Kirchohsen wird generalüberholt und soll dann weitere 10 bis 15 Jahre halten. „Es handelt sich hierbei um einen Kompromiss, der von der Politik, der Verwaltung und dem Gemeindekommando in mehreren Gesprächen einvernehmlich erarbeitet wurde“, erklärt Emmerthals Erster Gemeinderat Elmar Günzel. Auch der Vorsitzende des Feuerwehrausschusses erklärt Ähnliches. „Der Bürgermeister und der Erste Gemeinderat müssen auch Kröten schlucken, aber bei einem Kompromiss verlieren alle Beteiligten Federn“, so Rolf Keller (CDU). Gemeindebrandmeister Willi Pflughaupt spricht von einer Übergangslösung, die von ihm, dem Gemeindekommando und den beteiligten Ortswehren mitgetragen würde.

veröffentlicht am 17.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

Die Liste der Mängel ist lang bei dem Löschgruppenfahrzeug in Kirchohsen, hier Michael Ließ mit einem Stromaggregat. Aus einer N
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So sehen die Pläne für die Feuerwehren in der Gemeinde Emmerthal aus. Im Jahr 2011 sind 42 000 Euro für ein neues Einsatzfahrzeug in Lüntorf vorgesehen. „Ob dieses ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit einem gebrauchten Fahrgestell und einem neuen Aufbau oder ein gebrauchtes, etwas größeres Löschgruppenfahrzeug wird, steht noch nicht genau fest“, erklärt Elmar Günzel. Die Ortswehr möchte aber gerne ein Fahrzeug mit einer Gruppenbesatzung (9 Brandschützer) haben, verweist auf die Zuständigkeit auch für Deitlevsen. Weiterhin soll die Ortswehr Brockensen eine neue Tragkraftspritze (9000 Euro) erhalten und die Ortswehr Börry ein Stromaggregat (4000 Euro).

Mit gemischten Gefühlen wird von der Schwerpunktfeuerwehr Kirchohsen allerdings gesehen, dass ihr Löschgruppenfahrzeug (LF 16) nicht, wie eigentlich bereits beschlossen, durch ein Neufahrzeug ersetzt wird. Das Kommando der Ortswehr hatte bereits 2008 angemahnt, dass das Fahrzeug wegen erheblicher Mängel ersetzt werden muss, bei einem Kostenfaktor von rund 235 000 Euro. So waren bislang im Haushalt 2011 für das Fahrgestell 60 000 Euro und der Rest in 2012 für den Aufbau (rund 180 000 Euro) vorgesehen. Doch nun stehen bei der schwierigen Finanzlage diese Mittel nicht zur Verfügung. Daher soll eine Generalüberholung bei einer Fachfirma in Herbolzheim (Schwarzwald) erfolgen. Angesetzt sind dafür 50 000 Euro. Dabei ist die Mängelliste lang, geht von den Bremsen, der Kupplung, der Feuerwehrpumpe, der Auspuffanlagen, Rostbefall bis hin zu einer ganzen Reihe von feuerwehrtechnischen Geräten, die ersetzt werden müssen. Die Fachfirma spricht von einem weiteren Betrieb bis hin zu 15 Jahren nach der Generalüberholung. Dann wäre das Fahrzeug, das aufgrund seiner Ausrüstung und dem Platz in der Ausrückeordnung zu den wichtigsten in der Gemeinde gehört, 40 Jahre alt. Der Gemeindebrandmeister betont, er trage höchstens einen Betrieb von fünf bis sieben Jahren mit – dann müsse das LF 16 endgültig ersetzt werden. Willi Pflughaupt fordert die Politik daher schon jetzt auf, rechtzeitig Mittel für die dann zwingend notwendige Anschaffung zurückzulegen. „Ich sehe dies deutlich als absolute Notlösung an“, erklärt der Ausschussvorsitzende Rolf Keller. Sollte dies Fahrzeug doch früher komplett ausfallen, muss nach seiner Meinung eine Neuanschaffung in Aussicht gestellt werden.

Beschlossen wurde laut Elmar Günzel zudem, im Investitionsplan für 2012 die Summe von 52 000 Euro aufzunehmen. Dafür soll die Ortswehr Frenke ein gebrauchtes Tragkraftspritzenfahrzeug erhalten. Es wird, ähnlich wie das Einsatzfahrzeug in Welsede, mit zusätzlichem Stauraum für Schläuche ausgerüstet.



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