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Festakt zum 30-jährigen Bestehen des ISFH / Hohes Lob für bahnbrechende Entwicklungen

„Ein Leuchtturm der Forschung“

OHR. „Mit dem ISFH haben wir einen Leuchtturm der Energieforschung.“ „Das ISFH hat sich einen international anerkannten Spitzenplatz erobert.“ „Je nach Solarzell-Typ gehört das ISFH zu den Top3-Instituten in der Welt.“ Lobende Worte, wie sie am Donnerstag während des Festaktes zum 30-jährigen Bestehen des Solarforschungsinstituts Hameln/Emmerthal von Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic, Aufsichtsrat Dr. Winfried Hoffmann und Prof. Armin Aberle (Singapur) geäußert wurden. Lobende Worte, wie sie ähnlich auch für alle anderen Festredner zitiert werden könnten.

veröffentlicht am 31.08.2017 um 19:22 Uhr

Führung durch das Labor „SolarTeC“. Hier wird der Lötautomat für die Serienverschaltung von Solarzellen demonstriert. Foto: ISFH
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Besonders sei an dieser Stelle erwähnt, dass mehrere Redner, darunter Landrat Tjark Bartels deutlich machten, dass erst die Aufstockung der Landesförderung Anfang des Jahres um 900 000 Euro auf jährlich 3,6 Millionen Euro das ISFH „zukunftssicher“ gemacht und dafür gesorgt habe, dass der langjährige ISFH-Leiter Prof. Rolf Brendel nicht dem Ruf der Fraunhofergesellschaft nach Freiburg gefolgt sei. Die Aufstockung sei dringend nötig gewesen, meinte ein anderer Festredner, weil die Förderung des ISFH seit 30 Jahren nicht erhöht worden sei. Tatsächlich hatte das Institut im vergangenen Jahr nach Angaben von Brendel einen Gesamtetat von zwölf Millionen Euro, wobei mehr als 90 Prozent der Drittmittel vom Bund für Projekte zur Verbundforschung mit Industriepartner stammten.

Dass mit diesen durchaus nicht üppigen Mitteln teilweise bahnbrechende Forschungsergebnisse erarbeitet wurden, machten vor allem die Gastredner klar, die selbst aus der Fachpraxis stammen. So erinnerte der 1994 aus Sydney an das ISFH gekommene und inzwischen in Singapur forschende Prof. Armin Aberle daran, dass heute 90 Prozent aller Solarzellen mit dem Siliziumnitrit beschichtet würden, dass 1996 nach nur anderthalb Jahren am ISFH entwickelt worden sei. Es sei der enormen Aufbruchsstimmung und hohen Leistungsbereitschaft der damaligen Zeit zu verdanken gewesen, dass dies in so kurzer Zeit erreicht wurde. Nur ein Jahr später sei die erste Anlage zur durchlaufenden Beschichtung bei dem Unternehmen Roth & Rau in Betrieb genommen worden. „Sie hatte ihren Ursprung hier in Ohr und hat bei einem Anlagepreis von 1,5 Millionen Euro inzwischen mehr als 500 Millionen Euro Umsatz erzeugt.“ Vor allem aber habe das ISFH wichtige Beiträge dazu geleistet, dass sich die Kosten für Investitionen in die Solartechnik innerhalb der vergangenen 30 Jahre um den Faktor 100 verringert hätten.

Als „Meilenstein“ der Entwicklungen am ISFH bezeichnete Prof. Jef Poortmans (Belgien), ein Spezialist für Photovoltaik, das erst im Oktober international anerkannte und als Zertifizierungsstelle akkredidierte Kalibrier- und Testzentrum (CalTec), mit dem die Wirkungsgrade innovativer Solarzellen möglich ist. Es zählt damit zu dem weltweit nicht einmal ein halbes Dutzenden zählenden Laboren, die die kalibrierte Messung von Solarzellen als wissenschaftliche Dienstleistung für die Photovoltaikindustrie und -forschung anbietet.

Sie hielten die Grußworte zum 30-jährigen Bestehen des ISFH (v.l.): Aufsichtsrat Dr. Winfried Hoffmann, Prof. Armin Aberle (Singapur), Prof. Jef Poortmans (Belgien), Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic, Prof. Rolf Brendel, Landrat Tjark Bartels, Helmut Jäger (Solvis) und Dr. Georg Menzen vom Bundeswirtschaftsministerium. Foto: wft

Dr. Georg Menzen, Referatsleiter der Abteilung Energieforschung beim Bundeswirtschaftsministerium, erinnerte in seinem Grußwort an die Anfänge der Energieforschung im Jahr 1977, die erstmals einen breiten technologischen Ansatz infolge der Ölkrise verfolgt habe. Das Ziel sei gewesen: „Weg vom Öl.“ Nach Tschernobyl sei es dann um den Ausbau der erneuerbaren Energien gegangen. Heute sei das Ziel eine komplette Umstellung der Energieproduktion, um auf der Basis von 1990 50 Prozent der Primärenergie und 80 Prozent des CO2-Ausstoßes einzusparen. Menzen: „Wir werden im Jahr 2050 ein komplett neues Energiesystem haben.“ Voraussetzung, diese Energiewende zu schaffen, sei aber, die Energieforschung auf hohem Niveau fortzusetzen. „Geschieht das nicht, können wir die Energiewende nicht schaffen.“

Dass Ende der 1980er Jahre die Entscheidung fiel, das Solarforschungsinstitut in Ohr anzusiedeln, war sicherlich vor allem das Verdienst von Fritz Saacke (CDU), damals Landrat, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Emmerthal. Er habe damals einen gewissen Druck auf Ministerpräsident Albrecht ausgeübt, mit der Ansiedlung des Solarinstituts in Ohr einen Gegenpol zu den mit dem Bau des AKW Grohnde verbundenen Misslichkeiten in der Gemeinde zu schaffen, erinnern sich der spätere Landrat Klaus Arnold und der SPD-Landtagsabgeordnete Uli Watermann.



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