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David Santilian fünf Jahre nach seiner Herz-Lungen-Transplantation: „Die Mühe hat sich gelohnt“

Ein langer und schwerer Weg zurück ins Leben

Emmerthal (sbr). Dass er ein Kämpfer ist und seinem biblischen Namensvetter alle Ehre mache, hat David Santilian aus Emmerthal nicht erst in den letzten fünf Jahren eindrucksvoll bewiesen. Den Riesen, gegen den der 27-Jährige bereits seit seiner Geburt kämpft, nennt die Medizin Hypoplastisches Rechtsherzsyndrom, ein besonders schwerer, nicht operativ komplett zu behebender, angeborener Herzfehler, der im Laufe der Jahre auch die Lunge schädigte. Seit einer schweren gesundheitlichen Krise im Jahr 2000 war David auf den Rollstuhl angewiesen, nach weiteren Komplikationen eine Herz-Lungen-Transplantation fünf Jahre später unumgänglich. Der Weg zurück ins Leben war lang und schwer und immer wieder mit lebensbedrohlichen Situationen gepflastert. Doch heute kann der 27-Jährige mit Überzeugung sagen: „Die Mühe hat sich gelohnt! Jetzt soll alles so bleiben, wie es ist!“

veröffentlicht am 11.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 20:21 Uhr

Modellautos sind das Hobby von David Santilian, bei dem vor fünf Jahren eine lebensrettende Transplantation gelungen ist. Seine
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David ist ein bescheidener junger Mann, den seine Krankheit gelehrt hat, auch für kleine Fortschritte auf dem Weg der Genesung und damit zurück ins Leben dankbar zu sein. Er weiß, dass er immer auf die disziplinierte Einnahme von Medikamenten angewiesen sein wird. Auf Grund seines erhöhten Infektionsrisikos muss er vorsichtig sein und genau überlegen, was er isst und trinkt oder wem er die Hand gibt. Und in der Öffentlichkeit muss David einen Mundschutz tragen. Doch das empfindet er heute, fünf Jahre nach der erfolgreichen lebensrettenden Transplantation, als ganz normal. Im Gegensatz zu seiner Umwelt: „In Emmerthal kennen mich die Menschen und niemand spricht mich auf den Mundschutz an oder starrt verwundert hinter mir her. Das ist in Hameln oder anderen Orten ganz anders“, musste der junge Mann erfahren.

„Wenn Kinder fragen, versuche ich ihnen meine Situation zu erklären und sie verstehen schnell, dass ich mich schütze und nicht umgekehrt“, erzählt David aus Erfahrung und fügt an: „Erwachsene denken da oft ganz anders und meinen, mein Umfeld muss vor mir geschützt werden.“ Gehören Menschen mit Mundschutz beispielsweise in Amerika oder Asien bereits zum alltäglichen Straßenbild, so erweckt das Hilfsmittel aus der Medizin, in der Öffentlichkeit getragen, in Europa immer noch große Aufmerksamkeit.

Ohne Mundschutz allerdings geht der Emmerthaler seinem Hobby nach. Mit seiner Familie oder gemeinsam mit seinem Nachbarn Marel lässt er seine selbst gebauten, ferngesteuerten Modellautos gern auch einmal im Gelände fahren. Mit der Wartung der vierrädrigen Offroad-Gefährten kennt sich der 27-Jährige mittlerweile bestens aus. Und auch die Arbeitswelt erobert sich David innerhalb seiner Grenzen Stück für Stück. „Ein- bis zweimal pro Woche begleite ich meinen Vater an seinen Arbeitsplatz im VW- und Audizentrum in Paderborn. Dort werden mir Aufgaben übertragen, die kein gesundheitliches Risiko für mich darstellen. In der letzten Woche habe ich beispielsweise nach einer großen Werbeaktion die Aufkleber von den Fahrzeugen entfernt“, erklärt der junge Mann, der sich für Automobiltechnik in jeglicher Form begeistert.

In der Paderborner Autofirma hat David auch den ehemaligen Skirennfahrer, Filmemacher und Designer Willy Bogner persönlich kennengelernt. „Nach unserem Gespräch hat er mir eine Motorsport-Jacke geschenkt“, erzählt David stolz. Allerdings konnte die neue blaue Jacke nicht seine umfangreiche Schirmmützen-Kollektion von den Spitzenplätzen der Hitliste seiner Lieblingskleidungsstücke verdrängen. „Ich habe eine für die Arbeit, eine für die Freizeit und meine rot-weiße Glücksbringer-Mütze, die ich aufsetze, wenn ich täglich meine Lungenfunktionsprüfung mache“, erklärt er die ordentlich aufgereihte Mützensammlung.

Disziplin bescheinigen ihm auch die Ärzte der Medizinischen Hochschule in Hannover, die halbjährlich seinen Gesundheitszustand kontrollieren und unter anderem die gespeicherten Daten aus der Lungenfunktionsprüfung ablesen. Bisher waren die Werte immer zufriedenstellend – die Glücksbringermütze hat also gute Arbeit geleistet.

Auch eine sogenannte „Freizeitgestaltung“ gemeinsam mit einem Zivildienstleistenden steht neben regelmäßigem Reha-Sport auf Davids Wochenplan. „Im Sommer haben wir oft nachmittags auf der Terrasse der Sumpfblume gesessen und eine Cola getrunken“, erzählt David. Jetzt im Winter war der Hamelner Weihnachtsmarkt Ziel der beiden jungen Männer. Ein ganz großes Kompliment möchte der 27-Jährige an das Team der Sumpfblume weitergeben. „Der Service ist klasse. Wenn ich mein Getränk bestelle, wird immer extra für mich eine neue Flasche geöffnet, damit das Infektionsrisiko so gering wie möglich gehalten wird“, ist der Emmerthaler begeistert und freut sich schon wieder auf die nächste Freiluftsaison an der Weser.

Zunächst ging es erst einmal zum gemeinsamen Kurzurlaub mit den Eltern an der Ostsee. Der ferngesteuerte Monstertruck darf im Gepäck natürlich nicht fehlen, denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit, die Qualität einer kilometerlangen Sandstrandpiste zu testen. Bedingungen wie bei der ehemaligen Rallye Paris – Dakar lassen grüßen, wenn man sich die Kälte und den Schnee wegdenkt…



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