weather-image
22°

Wird moniert: fehlende Rad- und Fußweganbindung / Optik lässt zu wünschen übrig

Ein Kreisel mit zwei Problemen

AERZEN/REHER. Er ist nicht schön und eine Anbindung an einen Fuß- und Radweg fehlt auch. Fußgänger und Fahrradfahrer müssen sich die enge Fahrbahn nicht nur mit Autos, sondern auch mit dem Schwerlastverkehr sowie großem landwirtschaftlichen Gerät teilen. Aerzens Ortsratsmitglied Udo Redeker will deshalb Mittel in den Haushalt 2019 einstellen, um die Mängel am Reherschen Kreisel zu beheben.

veröffentlicht am 24.09.2018 um 15:20 Uhr
aktualisiert am 24.09.2018 um 18:10 Uhr

Ein Fuß- und Radweg fehlt bislang am Reherschen Kreisel. Das führt immer wieder zu gefährlichen Situationen. Foto: sbr
59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Irgendwo muss das bei der Planung durchgelaufen sein“, schlussfolgert Aerzens Ortsratsmitglied Udo Redeker und meint damit die fehlende Rad- und Fußweganbindung am Reherschen Kreisel. Gleichzeitig regt er an, zur Lösung des Anbindungsproblems sowie für die Gestaltung der Kreiselmitte Mittel in den Haushalt 2019 einzustellen.

Am Reherschen Kreisel gibt es seiner Meinung nach gleich zwei Baustellen: Zum einen fehle dort seit der Inbetriebnahme der Umgehungsstraße eine Fuß- und Radweganbindung an den landwirtschaftlichen Weg Richtung Wülmsen, zum anderen vermisst die Öffentlichkeit noch immer eine Bepflanzung im Inneren des Kreisels, so seine Argumentation. Immer wieder passieren auch Fußgänger und Fahrradfahrer den Kreisverkehr im Zuge der B1 und müssen sich dabei die enge Fahrbahn nicht nur mit Autos, sondern auch mit dem Schwerlastverkehr sowie großem landwirtschaftlichen Gerät teilen. Und nicht selten entstehen dabei gefährliche Situationen, wie Udo Redeker beobachtet hat.

Dabei gibt es bereits eine fertige Planzeichnung, wie die Situation entschärft werden könnte, erklärt das Ortsratsmitglied in der öffentlichen Sitzung. „Der Weg war sogar eingemessen“, behauptet Udo Redeker weiter.

Gebaut wurde die Verbindung allerdings bisher nicht. Lange Zeit wucherten Wildkräuter auf dem offenbar für einen Weg vorgesehenen Gelände, mittlerweile hat der Landwirt, der das angrenzende Feld beackert, das „Niemandsland“ unter den Pflug genommen, so Redeker weiter. Ist damit auch die Hoffnung der Öffentlichkeit untergepflügt worden, dass hier doch noch in naher Zukunft zumindest eine kleine Lösung – eventuell lediglich in Form eines Schotterwegs – realisiert werden kann?

Und warum wurde der offenbar vorhandene Plan nicht umgesetzt, nachdem das Fehlen der Anbindung bereits unmittelbar nach der Inbetriebnahme der Aerzener Ortsumgehung aufgefallen war und schon mehrfach Nachbesserung gefordert wurde? In der öffentlichen Diskussion wird diesbezüglich schnell mit dem rhetorischen Finger auf die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gezeigt.

Vom Leiter des Geschäftsbereichs Hameln, Markus Brockmann, ist zu erfahren, dass in der Planfeststellung zur Aerzener Umgehungsstraße vonseiten seiner Behörde eine Brücke am Wümser Weg vorgesehen war. Damit hätte nicht nur der landwirtschaftliche Verkehr, sondern auch Fußgänger und Radfahrer gefahrlos die Bereiche diesseits und jenseits der Umgehungsstraße erreichen können. „Gebaut wurde die Brücke letztendlich aber nicht, weil diese Querung im Zuge der Flurbereinigung nicht mehr gewünscht war, sodass daraufhin umgeplant und eine Anbindung des landwirtschaftlichen Verkehrs über den Kreisel ermöglicht wurde“, berichtet Markus Brockmann. Ganz offensichtlich hatte die Flurbereinigung zwar bei der Lösungsfindung die Interessen der Landwirtschaft im Blick, die Naherholung aber nicht auf dem Zettel.

„Und obwohl wir nach der Flurbereinigung nicht mehr zuständig waren, ist für den Flecken Aerzen ein Plan erstellt worden, wie Fußgänger und Radfahrer von der Zuwegung zum Hof Grüner sicher am Rand des Kreisels und über die vorhandene Verkehrsinsel den Radweg auf Höhe des Regenrückhaltebeckens bei Edenhall erreichen könnten“, berichtet Markus Brockmann weiter. Allerdings: Die Kosten sowohl für den Bau des Weges als auch für den Umbau der Verkehrsinsel in eine Querungshilfe muss der Flecken Aerzen tragen.

Und das ist nicht die einzige Baustelle am Kreisel, die Aerzens Ortsratsmitglied Udo Redeker ansprach, als es um die Vorschläge zum kommenden Haushalt ging. Wurde das Umfeld der Umgehungsstraße mit zahlreichen Anpflanzungen gestaltet, scheint auch hier der Kreisel schlichtweg vergessen worden zu sein, so sein Eindruck.

Auch hier lässt sich Markus Brockmann den Schwarzen Peter nicht zuschieben. „Der Bund ist lediglich für die erste Begrünung und dessen Pflege zuständig und die ist mit der Graseinsaat im Zuge der Fertigstellung erfolgt. Gemäht wird in regelmäßigen Abständen“, betont der Geschäftsbereichsleiter.

Eine eventuelle gärtnerische Gestaltung und die anschließende Pflege einer solchen Anlage ist Sache der Kommune. „Das ist gängige Praxis“, unterstreicht Markus Brockmann. Allerdings hat die Landesbehörde in Sachen kommunaler Gestaltungsplanung ein Wörtchen mitzureden. „Wir achten bei der Abstimmung in Zusammenarbeit mit der Polizei darauf, dass keine Hindernisse eingebaut werden, die später zu einer Verkehrsgefährdung führen könnten“, erläutert der Geschäftsbereichsleiter und fügt an, dass von Seiten des Flecken Aerzen noch keine Pläne vorgelegt worden seien, aus denen hervorgeht, was dort gewollt ist.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?