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Bläser vor Bundeswettbewerb

Ein Jagdhorn hat immer Netz

BÖRRY. Während sich die Sonne anschickt, hinter den dunklen Tannen zu versinken und die Kühle des Abends spürbar wird, ist der Klang der Jagdhörner schon von Weitem zu hören. Eine Hütte im Forst oberhalb von Börry ist Treffpunkt der Jagdhornbläser des Landkreises.

veröffentlicht am 07.06.2017 um 14:40 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 16:21 Uhr

Gespielt werden bei der Wettbewerbsvorbereitung ausschließlich jagdliche Signale: „Begrüßung“, „Aufbruch zur Jagd“, „Aufhören zu Schießen“ oder „Reh tot“. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter
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BÖRRY. „Wir üben bis zum Wettbewerb jeden Abend“, so deren musikalische Leiter, der 54-jährige Friedhelm Blickwedel.

„Der ist streng, versteht aber auch Spaß“, sagt die 13-jährige Kimberly Cramer. Mit der neun Jahre alten Smilla aus Hilligsfeld, spielt das quirlige Mädchen bei den Anfängern. Chancen beim Bundeswettbewerb? „Hoffentlich“, lachen die beiden.

Für die neun Erwachsenen, die anschließend kurz vor 20 Uhr vor der Hütte Aufstellung nehmen, steht viel auf dem Spiel. Immerhin haben sie sich mit dem Landestitel für den Bundeswettbewerb, der am 10. und 11. Juni in Kranichstein, einem Ortsteil von Darmstadt, stattfindet, qualifiziert. „Wir treten da mit unseren Besten in zwei Gruppen an“, so der ehrenamtliche Kreisjägermeister Jürgen Ziegler. Ausgerichtet wird der Bundeswettbewerb im Zweijahresrhythmus vom Deutschen Jagdverband. Die Jagdhornbläser aus Hameln-Pyrmont nehmen neben der Klasse A, den Pless-Horn-Bläsern, auch in der Klasse G der gemischten Bläser, teil.

So wird’s gemacht: Beim Jagdhornblasen kommt es auf die richtige Haltung an. Foto: eaw
  • So wird’s gemacht: Beim Jagdhornblasen kommt es auf die richtige Haltung an. Foto: eaw

„Drei volle Schläge halten, tataaatataaatataaa“, ruft Blickwedel, entfernt sich einige Meter von der Gruppe, um einen besseren Höreindruck zu bekommen. Auch die Kommandos „Hörner auf“ und „Hörner ab“ werden geübt.

„Klingt schon nach Musik, nicht mehr nach Geräusch“, sagt der Mann. Die Gruppe bläst hoch konzentriert, aber Blickwedel entgehen selbst für Laien unhörbare Patzer nicht. Immer wieder heißt es „Noch mal, 1,2,3,4,…“

„Das war jetzt eigentlich nicht richtig schlecht. Lasst uns jetzt mal den Hirsch ein bisschen schneller spielen.“

Gespielt werden bei der Wettbewerbsvorbereitung ausschließlich jagdliche Signale: „Begrüßung“, „Aufbruch zur Jagd“, „Aufhören zu Schießen“ oder „Reh tot“. „Die werden auch heute noch aktiv genutzt, denn ein Jagdhorn hat auch im Zeitalter des Handys immer Netz und ist weit zu hören“, erklärt Ziegler. Jagdhornblasen ist unverzichtbarer Teil der Tradition, meint auch Susanne Klett aus Amelgatzen. Sie ist seit mehr als neun Jahren dabei. Weshalb? „Gemeinschaft, Spaß und tolle Leute“. Und es sei schon wichtig, der Strecke, also dem erlegten Wild, auf diese Art die Ehre zu erweisen.

Die Sonne ist untergegangen, als die Gruppe sich teilt und Blickwedel mit einer A-Gruppe noch einige Signalkommandos auf dem kleineren Fürst Pless-Horn übt. Die Parforce-Bläser bereiten das abendliche Picknick vor.

Ob Friedhelm Blickwedel an diesem Abend zufrieden ist, verrät er nicht. Seit 1991 leitet der Landwirt die Jagdhornbläser, hat sie zu Leistungsspitze und Titeln geführt. Wer ihm einen Abend zuschaut, weiß, dass er ein Motivator ist, der nicht nur auf dem Jagdhorn den richtigen Ton trifft. Von „besten Chancen“ allerdings wollen Ziegler und er nichts wissen. Wer tief stapelt, kann nur hoch steigen. „Aber gegen Daumendrücken haben wir natürlich nichts“, meint Ziegler und lächelt zuversichtlich.



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