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Botanische Besonderheit: Die Agave von Liesel Ueckermann steht in voller Blüte

Ein einmaliges Ereignis

Kirchohsen (tis). Es ist schon eine botanische Besonderheit auf dem Hof Ueckermann an der Hauptstraße in Kirchohsen: Dort hat eine Agave eine Blüte hervorgebracht, was bei einer Pflanze, die zu der großen Familie der Spargelgewächse gehört und eigentlich in Amerika beheimatet ist, nur einmal in ihrem Leben vorkommt – dann geht sie ein. Dabei erreicht dieser Blütenstand eine stattliche Höhe, auf dem Hof Ueckermann dürften es gut sieben bis acht Meter sein, während die gesamte Pflanze an die neun Meter misst.

veröffentlicht am 02.08.2015 um 15:16 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

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„Die Pflanze hat mein Sohn Karl-Friedrich mal vor ungefähr zehn Jahren geschenkt bekommen“, berichtet die 79-jährige Liesel Ueckermann, die sich seither um sie ebenso kümmert wie um ihre Yucca-Palmen und die anderen Topfgewächse. Die Agave steht in der warmen Jahreszeit immer neben dem Eingang zum Kuhstall. Doch da die Pflanze eigentlich wärmere Gefilde bevorzugt, braucht sie zum Überwintern ein geeignetes Plätzchen. Nicht so einfach, denn auch ohne Blüte hat die Pflanze eine Höhe von rund zwei Metern bei etwa dem gleichen Durchmesser. Liesel Ueckermann: „Ich habe mich umgehört. Das Palmenhaus in Bad Pyrmont war aber zu teuer. Aber in der Gutsgärtnerei Ohr haben wir für meine Pflanzen dann einen guten Platz zum Überwintern gefunden.“ Inhaber Alfred Schäfer kannte die Agave schon, hat sie doch vorher schon bei ihm die kalten Jahreszeiten verbracht. Er schätzt, die Pflanze sei 20 bis 30 Jahre alt. Aufgrund ihrer Größe dürfte es sich um eine „Amerikanische Agave (Agave americana)“ handeln.

„Vermutlich hat der Vorbesitzer einen kleinen Ableger mal von einer Urlaubsreise in den Süden mitgebracht“, nimmt Schäfer an. Die Ueckermanns erlebten nun die große Überraschung. Nachdem sich über die Jahre hinweg die Blätter mit ihrem scharfen Endstachel immer weiter geöffnet hatten und sich über den Pflanzkübelrand neigten, bildet sich ab Mai ein stattlicher Blütenstand aus. „Das geschieht tatsächlich erst nach einer so langen Zeit. Dann steckt die Pflanze all ihre Kraft in das Austreiben des Blütenstandes, was allerdings zur Folge hat, dass sie danach auch abstirbt“, weiß der Gärtnereifachmann.

An dem mehrarmigen, säulenartigen Blütenstand im oberen Bereich sind an die 30 Blüten zu bewundern, die derzeit aber wohl noch nicht voll aufgeblüht sind. „Bei Sonnenschein und wenn es recht warm ist, gehen die Blüten weiter auf“, hat die Seniorin beobachtet. Und sie hatte Angst um ihre Agave, etwa als es jetzt so heftig stürmte, aber auch bei Gewittern. Denn der schmale Blütenstamm wirkt zerbrechlich. Liesel Ueckerman: „Die Blüte hat ganz schön geschwankt, aber sie hat gehalten.“ „Das kommt, weil die Blütenstängel aus vielen einzelnen Fasern bestehen“, weiß Alfred Schäfer.

Der Kirchohsenerin ist bewusst, dass mit der Blüte es das letzte Jahr sein wird, dass sie die Agave bewundern kann. Doch die Seniorin hat vorgesorgt. Zum einen gibt es bereits einen Ableger an der Pflanze, der herangezogen werden soll. Und Liesel Ueckermann kennt jemanden aus Sri Lanka, der ihr versprochen hat, Samen mitzubringen. Denn den Samen der eigenen Pflanze zu verwenden, würde erfolglos bleiben. „Das Bestäuben übernehmen Kolibris und Insektenarten, die nun mal in unseren Regionen nicht vorkommen“, erklärt Gärtnereibesitzer Schäfer. Die Ueckermanns haben jetzt ein bisschen Bedenken, dass nun vielleicht viele Neugierige das Naturschauspiel bewundern wollen. „Auf unserem Hof gibt es aber einen wertvollen Viehbestand, der nicht gestört werden sollte. Aber von der Straße aus über die Einfahrt kann man die Agave auch in ihrer vollen Pracht bewundern“, erklärt Karl-Friedrich Ueckermann.

Prachtvolle Blüte: Die Agave auf dem Hof gilt als Blickfang. tis



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