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Die Lüntorfer bieten noch echten Straßenkarneval – und eine Prunksitzung voller Überraschungen

Ein Dorf außer Rand und Band

LÜNTORF. Die närrische Zeit steuert auf ihren Höhepunkt zu. Nicht nur in den Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz arbeiten die Jecken auf Hochtouren. Auch im kleinen Lüntorf im Weserbergland wird intensiv gearbeitet, damit es auch im 55. Jahr des Lüntorfer Carnevals Neues zu sehen und zu lachen gibt.

veröffentlicht am 07.02.2018 um 17:39 Uhr
aktualisiert am 07.02.2018 um 18:30 Uhr

Die San Angelos: Angela Pede (li.) als „Frieda“ und Sandra Deppenmeier als „Anneliese“ beim Karneval 2016. Foto: ubo
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Autor

Uwe Bosselmann Reporter
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Oft in geheimer Kommandosache wird an Karnevalswagen gebaut, werden Kostüme genäht und Auftritte eingeübt.

Angela Pede („Frieda“) und Sandra Deppenmeier („Anneliese“) nehmen seit sechs Jahren als die San Angelos die Ereignisse in Lüntorf auf die Schippe. Die Karriere im Lüntorfer Karneval läuft für Pede aber schon viel länger: „Ich stehe seit rund 40 Jahren auf der Bühne. Zuerst mit der Tanzgarde, da waren wir Kinder mit zehn bis elf Jahren, später mit der zweiten Tanzgarde als 16- und 17-Jährige.“ Danach wirkte sie mit Sandra bei den „Dirndlstürmern“ und bei „Zwei Italiener“ mit. „In den ganzen Jahren war ich zweimal nicht beim Karneval auf der Bühne – und da hat mir richtig was gefehlt.“ Einmal haben sie „Dinner For One“ so umgeschrieben, dass es in einer Lüntorfer Kneipe spielt. Pede war „Miss Tiller und Deppenmeier „James“. „Alle haben sich köstlich amüsiert“, erinnern sie sich. Die Figuren „Frieda“ und „Anneliese“ haben sie aus einer Radio-Sketch-Sendung, erläutern die Komikerinnen. Ihr roter Faden: Zwei ältere Damen haben sich seit langer Zeit nicht gesehen und erzählen sich in „privater Atmosphäre“ den neuesten Tratsch aus dem Dorf. Ihre Informanten geben sie nicht preis. „Aber im Dorf und bei Terminen erfährt man viel, auch wenn man hier nicht wohnt“, sagt Sandra Deppenmeier. Interessant ist dann die Reaktionen auf den karnevalistischen Tratsch. „Manche fühlen sich angesprochen, obwohl wir vermeiden, jemanden namentlich direkt zu nennen“, erzählt das Duo. „Seit rund drei Jahren haben wir älteren Damen auch eine Pflegekraft, ,Schwester Blond’. Angela Halbrock und es macht richtig Spaß“, erzählt Pede. „Das Proben für den Auftritt läuft wie eine lockere Unterhaltung. Jede hat Ideen, die Ideen werden aufgeschrieben, anschließend gehen mehrere Mails hin und her – und dann sitzt es“, schildern sie. Sie haben meist zwei Auftritte bei der Prunksitzung. Und auch beim Umzug sind sie aktiv dabei. „Wir machen weiter, weil die Stimmung hinter und auf der Bühne grandios ist“, betonen die Karnevalistinnen.

Wie die San Angelos gehören auch die Hajener Wesermiezen zum festen Programm der Prunksitzung. Seit 1999 sind sie aktiv. Gegründet als Aerobic-Gruppe mit zwölf Damen, stand in den ersten Jahren der Sport im Vordergrund. „Dann haben wir für den Karneval in Hajen geübt. So kam es, dass wir regelmäßig Auftritte hatten“, schildert Uta Hüsing. Zudem traten die Wesermiezen bei privaten Feiern, in Emmerthal, Hameln und auch beim Tag der Niedersachsen in Hameln auf. „Wir waren bis auf einmal immer beim Karneval dabei“, ergänzt sie.

Die Hajener Wesermiezen bei ihrem letzten Auftritt in Lüntorf: Beim Publikum kommen sie gut an. Foto: ubo
  • Die Hajener Wesermiezen bei ihrem letzten Auftritt in Lüntorf: Beim Publikum kommen sie gut an. Foto: ubo

Vor fünf Jahren hatten sie ihren ersten Auftritt beim Lüntorfer Carneval, seitdem sind sie immer dabei. „Zuerst, nach dem Ende des Hajener Karnevals, wollten wir uns auflösen, doch nach den Auftritten in Lüntorf haben wir das in die weite Zukunft verlegt“, erklärt die „Wesermieze“ und ergänzt: „Wir machen auch gemeinsame Fahrten.“

Im „Trainingslager“ in Hamburg haben sie sogar TV-Moderator Hugo Egon Balder getroffen. „Das war toll und hat Spaß gemacht.“ Gemeinsam werden die Wesermiezen in diesem Jahr einen Tanz und eine Büttenrede darbieten. Zudem beteiligen auch sie sich am Umzug.

„Ich bin seit 20 Jahren dabei und trotzdem vor jedem Auftritt aufgeregt“, gesteht Hüsing. Umso erleichterter sei man hinterher, wenn alles gut gelaufen ist. „Das Lüntorfer Publikum ist echt toll. Man fühlt sich aufgenommen, als ob man dazu gehört, auch anschließend beim Feiern.“

Information

Prunksitzung und Umzug

Die Prunksitzung des Lüntorfer Carnevalsverein von 1963 findet am Samstag, 10. Februar, ab 19.11 Uhr in der Gymnastikhalle an der Buchhorststraße statt. Einlass ist ab 18 Uhr. „80 Mitwirkende werden ein dreistündiges Programm gestalten“, kündigt Präsident Thomas Dörries an. Es werde Büttenreden, Sketche, Tanzaufführungen und Überraschungen geben.

Der Karnevalsumzug durchs Dorf startet am Sonntag, 11. Februar, um 14.11 Uhr in der Buchhorststraße. Zehn Motivwagen sind vorbereitet worden. „Wie in den vergangenen Jahren werden wieder viele Fußgruppen den Umzug bereichern und für Spaß sorgen“, sagt Dörries.

Der Kinderkarneval beginnt nach dem Umzug gegen 16 Uhr. Dann haben die kleinen Narren in der Mehrzweckhalle ihren großen Spaß. „Wir werden wieder eine Hüpfburg und einen Knettisch für die ganz Kleinen aufbauen, Luftballons mit den Kindern gestalten sowie Süßigkeiten und Zuckerwatte ausgeben. Zum Abschluss werden dann auch wieder Überraschungspakete an die kleinen Narren verteilt“, verrät der Vereinschef.

Zur After-Umzugsparty sind alle Narren eingeladen. Eine Kaffeetafel wird bereitet. Der Eintritt ist frei. „Jeder ist eingeladen in familiärer Atmosphäre Karneval mit uns zu feiern“, so der LCV.ubo

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