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Durch sinkende Solarstrom-Vergütung steht die „Bürger-Energie Hummetal eG“ unter Zeitdruck

Eile geboten – die Sonne geht bald unter

Aerzen (ll). Es ist beschlossene Sache: In Zukunft wird in Aerzen Solarstrom durch eine genossenschaftliche Unternehmung produziert. Unter dem Titel „Bürger-Energie Hummetal eG“ beteiligen sich nach der Gründungsversammlung 51 Genossenschaftler aus Aerzen und Umgebung an den Bürgersolaranlagen, die nun schnellstmöglich auf kommunalen Dachflächen errichtet werden sollen.

veröffentlicht am 29.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:41 Uhr

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161 600 Euro Eigenkapital stehen der Solar-Genossenschaft zur Verfügung; das sind rund 58 Prozent der gesamten Investitionssumme. Wie Hartmut Hahn, Diplom-Ingenieur und Initiator des Projektes, berichtet, sei geplant, kurzfristig mehrere Anlagen mit einer Gesamtleistung von 100 Kilowatt Peak mit Baukosten in Höhe von etwa 280 000 Euro zu installieren. Benötigt werde dafür eine Fläche von gut 800 Quadratmetern, die auf den Dächern der Hummetal-Sporthalle und der Grundschulen in Aerzen und Groß Berkel zur Verfügung stehe und durch die Genossenschaft von der Kommune angemietet würde.

„Photovoltaik hat das größte Wachstumspotenzial im Bereich der erneuerbaren Energien“, ist Hartmut Hahn zwar überzeugt. In der Wirtschaftlichkeitsrechnung der Bürgersolaranlage gebe es aber dennoch „einige Variablen“. Deshalb seien die Rendite-Erwartungen für die beteiligten Bürger nicht genau vorhersehbar. Die Baukosten sowie der durchschnittliche Jahresertrag durch Sonneneinstrahlung seien derzeit noch „kalkulatorische Größen“. Hahn rechnet jedoch mit einer durchschnittlichen Eigenkapitalrendite von etwa vier Prozent. Mit einem möglichst schnellen Start der Anlagen soll noch die alte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch genommen werden. Heißt konkret: Bis Ende Juni müssen die Photovoltaik-Module auf den Dächern ans Netz. Denn die schwarz-gelbe Koalition im Bund habe sich auf eine Kürzung der Subventionen für solare Dachanlagen um rund 16 Prozent ab dem 1. Juli 2010 geeinigt. Und das würde die Wirtschaftlichkeit des Projektes beeinträchtigen.

„Wenn nicht absehbar ist, dass wir bis Juli eine Anlage errichten können, warten wir lieber ab“, erklärt Hahn. Die Genossenschaft müsse „nicht um jeden Preis“ bauen. Das sieht Ralf Schomacker, Vorstandssprecher des Fremdkapitalgebers Volksbank Aerzen, ganz genauso.

In Aussicht steht laut Hartmut Hahn auch die Anmietung einer Dachfläche in der Gemeinde Emmerthal. Seitens der Emmerthaler Gemeindeverwaltung bestehe die Bereitschaft, auf der Sporthalle in Amelgatzen ebenfalls eine Photovoltaik-Anlage zu errichten. Wie Hahn mitteilt, seien dann auch Einwohner aus Emmerthal aufgerufen, sich an der Solargenossenschaft zu beteiligen.

Dem Aufsichtsrat der „Bürger-Energie Hummetal“ gehören Jörg Mundhenke als Vorsitzender, Andreas Wempe als Stellverteter, Walter Pieper als Schriftführer und Christa Jakobi als stellvertretende Schriftführerin an. Hartmut Hahn, Jürgen Beljan sowie Burkhard Kramer leisten die Vorstandsarbeit in der Solar-Genossenschaft.

Der Vorstand hat nun auch zu entscheiden, ob die aus der Satzung gestrichene Beteiligungsgrenze von 10 000 Euro pro Genossenschaftler beibehalten werden soll.

Will die Solargenossenschaft die derzeit gültige Einspeisevergütung in Anspruch nehmen, müssen die Photovoltaik-Anlagen bis Ende Juni montiert und am Netz sein. Foto: Dana

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