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Bundesratsinitiative des Landes zu Biogasanlagen sehen sie aber trotzdem mit gemischten Gefühlen

Effizienz gilt für Betreiber als wichtiges Ziel

Aerzen. Vor drei Jahren wurde die Anlage „Bioenergie Aerzen“ in Betrieb genommen. Sie erzeugt Strom und auch Wärmeenergie – bislang für ein Gewächshaus gleich nebenan. Dass die Wärme verstärkt genutzt wird, ist nicht nur Wunsch der Betreiber, sondern auch der Politik. Laut Willen des Landes Niedersachsen und einer Bundesratsinitiative ist es Ziel, die Vergütungsstruktur des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für diese Anlagen aktuellen Entwicklungen anzupassen. Die Effizienz soll gesteigert werden. So stellt Umweltminister Hans-Heinrich Sander fest: „Niedersachsen hat sich zum Ziel gesetzt, 25 Prozent seines Energieverbrauchs bis 2020 aus erneuerbaren Energien zu decken.“ Der Vergütungssatz für die Stromerzeugung soll dabei so ausgelegt werden, dass eine Biogasanlage künftig nur dann wirtschaftlich betrieben werden kann, wenn eine marktfähige Wärmenutzung realisierbar ist oder wenn kostengünstige Rohstoffe wie Gülle, Nebenprodukte oder Bioabfälle einsetzbar sind.

veröffentlicht am 23.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Heiko Gropp
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Auf dem besten Wege sei hier schon die „Bioenergie Aerzen“, wie der Geschäftsleiter der Anlage, Jörg Pape, zu berichten weiß. „Wir setzen hier bei der Energiegewinnung neben dafür extra angebauter Energiepflanzen auf 220 Hektar bereits 30 Prozent Festmist ein und die Wärmenutzung aus der Bioenergiegewinnung wird nun seit einem Jahr bei uns verstärkt nachgefragt.“ In Hemeringen im Bereich der Stadt Hessisch Oldendorf würden derzeit 22 Haushalte für die Wärmeenergienutzung angeschlossen. Und es gebe weitere Nachfragen – in Aerzen würden gerade Verhandlungen mit mehreren Gewerbebetrieben und einigen Haushalten geführt.

Das sieht Pape natürlich mehr als positiv für sich und seine Biogasanlagen und sagt: „Wir sind auf jeden Fall günstiger für den Verbraucher als die Anbieter mit fossilen Brennstoffen.“ Voraussetzung für die Wärmenutzung aus Biogasanlagen, und das seien immerhin bis zu 70 Prozent, sei aber eine Abnahme von mindestens 25 000 Kilowattstunden. Dabei spiele es dann aber keine Rolle, ob es ein Einzelabnehmer oder eine Gemeinschaft von mehreren Wohnhäusern oder Haushalten sei. Viel wichtiger sei für ihn die Entfernung zu den mit Wärmeenergie zu beliefernden Kunden und dabei insbesondere die Umstände der Erreichbarkeit.

Die Bundesratsinitiative findet Pape zum jetzigen Zeitpunkt übrigens unpassend, weil sie die Verlässlichkeit der Politik in Frage stelle, denn die Rahmenbedingungen für Biogasanlagen seien bis zum 31. Dezember dieses Jahres festgelegt. Planungen für Biogasanlagen dauerten ihre Zeit – und nun komme schon wieder etwas Neues. Bei den Betreibern könnten daher Ungewissheiten entstehen, da während der Planungsphase nun eventuell von festen Bauterminen abgerückt werden müsse, und „daraus können Preisaufschläge für den Bau resultieren“.

Noch sind sie nicht angeschlossen, die Rohre für die Wärmenutzung der Kunden in Hemeringen. Auch in Aerzen gibt es Gespräche.
  • Noch sind sie nicht angeschlossen, die Rohre für die Wärmenutzung der Kunden in Hemeringen. Auch in Aerzen gibt es Gespräche.
Die Wärmenutzung will Jörg Pape verstärkt vorantreiben.
  • Die Wärmenutzung will Jörg Pape verstärkt vorantreiben.

Eine Deckung des Energieverbrauches in Niedersachsen in Höhe von 25 Prozent aus erneuerbaren Energien sieht Pape zurzeit eher skeptisch. „Realistisch ist die Zahl zwar und es wäre auch machbar, aber das würde zum Beispiel für den Landkreis Hameln-Pyrmont bedeuten, dass der bestehende Bestand der Biogasanlagen und auch der Windkrafträder verdreifacht werden müsste.“ Für den derzeitigen Anbau von Energiepflanzen für Biogasanlagen im Landkreis würden Flächen genutzt, die bis vor fünf Jahren noch der Zwangsstilllegung, also der sogenannten Grünbrache, zugeführt waren. Dieses sei eingeführt worden, um der Überproduktion von Nahrungsmitteln Einhalt zu gebieten. Bei einer Produktion von Energie aus Biogasanlagen und damit Steigerung der erneuerbaren Energien auf 25 Prozent würden die jetzigen Flächen aber nicht ausreichen – es müssten weitere Flächen aus der Nahrungsmittelproduktion herausgenommen werden.



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