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Umleitungsstrecke führt durch Amelgatzen / Ortsbürgermeister: „Unverantwortlich“ / Landrat wirbt um Verständnis

Droht vor dem Felgenfest die nächste Protestwelle?

AMELGATZEN. Die Vorfreude im Weserbergland steigt auf das Felgenfest mit dem autofreien Sonntag – nur in Amelgatzen sorgt diese Veranstaltung für Unmut. Damit Zehntausende Radler auf der rund 55 Kilometer langen Strecke entlang der Weser freie Fahrt haben, soll der Umleitungsverkehr teilweise von der Bundesstraße durch das Emmerdorf geleitet werden.

veröffentlicht am 24.05.2018 um 17:15 Uhr

Mit diesem Banner appelliert der Landkreis an die Autofahrer, Rücksicht zu nehmen. Nun will die Behörde den Schleichweg zum Felgenfest selbst als Ausweichstrecke ausweisen. Foto: dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Ausgerechnet durch das Nadelöhr mit den Gemeindestraßen, wo es wegen der Brückenbaustelle schon genug Ärger gegeben hat. „Unverantwortlich“, meint Ortsbürgermeister Helmut Brinkmann, der in einem Schreiben an den Landkreis „meine größte Missbilligung“ zu diesen Plänen zum Ausdruck brachte. Der Sozialdemokrat bat in seiner Mail an den Parteifreund Tjark Bartels als Landrat, die Entscheidung zu überdenken: „Ich sehe für diesen Tag ein absolutes Verkehrschaos in Amelgatzen und erinnere Sie an Ihre Verantwortung den hier lebenden Menschen gegenüber.“

Seinen Brief verlas er in der Sitzung des Ortsrates, bei der sich das Gremium ohnehin erneut mit der Verkehrssituation befasst hatte. Allerdings: Nach längerer Diskussion entschied sich eine Mehrheit gegen die Möglichkeit, mit Schwellen auf der Fahrbahn die Autofahrer zu bremsen, da nach wie vor sich viele nicht an Tempo 30 halten würden. Die Sorge von Einwohnern und Politikern: Diese Schwellen könnten die Lärmbelästigung erhöhen.

Um die Situation in Amelgatzen hatte es einen erheblichen Zickzackkurs gegeben, nachdem die Landesstraße wegen der Brückenbauarbeiten im Zuge der Bahntrasse gesperrt worden war. Der Verkehr in den Gemeindestraßen nahm darauf hin deutlich zu, bis nach Protesten der Anwohner eine Vollsperrung erfolgte. Daraufhin gab es Widerstand aus der Ortschaft und der Region, da nun erhebliche Umwege notwendig wurden. Der Landkreis hob schließlich die Sperrung auf, warb gleichzeitig dafür, Ausweichstrecken zu nutzen.

Die Behörde ließ sogar Banner entwerfen und dort aufstellen. „Sie sind auf dem Schleichweg. Nutzen Sie die Umleitung!“, steht darauf beispielsweise zu lesen. Angesichts dieses Appells des Landkreises wirken nun die Planungen der Behörde auf die Einwohner wie ein schlechter Witz, dass der Schleichweg als Ausweichstrecke zum Felgenfest am 3. Juni dienen soll. „Die Anwohner sind schon extrem belastet durch den in der Woche stattfindenden Berufsverkehr“, schreibt der Ortsbürgermeister. „Hatten wir in Amelgatzen wenigstens am Sonntag ein etwas niedrigeres Verkehrsaufkommen, so ist mit Ihrer Entscheidung diese Ruhephase zerstört.“

Der Landrat glaubt nicht, dass es dazu kommt. „Irgendwo gibt es immer einen Engpass“, verweist er auf frühere Felgenfeste, bei denen andere Orte betroffen gewesen seien. „Diesmal ist es Amelgatzen“ – übrigens eine von mehreren Ausweichrouten, wie er auf Nachfrage erklärt. Er könne nur um Verständnis werben, sagt der Landrat und erinnert an autofreie Sonntage in den Vorjahren. Bartels: „Hinterher hat sich meist gezeigt, dass die Folgen nicht so schlimm waren wie befürchtet.“

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