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Politik und Verwaltung wollen Kosten bei der Straßenbeleuchtung sparen / Verschiedene Modelle

Droht auch in Aerzen die Nachtabschaltung?

Aerzen (sbr). Noch spenden 1059 Beleuchtungsmasten, ausgestattet mit insgesamt 1084 Lampenköpfen, Nacht für Nacht in der gesamten Gemeinde Aerzen auf öffentlichen Straßen und Plätzen Licht, sorgen für ein Sicherheitsempfinden des Bürgers und gewähren, wenn auch nur subjektiv, einen gewissen Schutz vor Kriminalität. Das könnte sich bald ändern, denn wie in allen Städten und Gemeinden werden die öffentlichen Gelder knapp – und es muss gespart werden. Die Gemeinde Emmerthal hat es bereits vorgemacht und eine Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung – unter anfänglich größeren Protesten aus der Bevölkerung – durchgesetzt. Angesichts großer Finanzprobleme setzt nun die Nachbargemeinde ebenfalls an diesem Kostenpunkt den Rotstift an. Im vergangenen Jahr verursachten die nachts ausgeleuchteten Aerzener Straßen einen Verbrauch von 405 614 kWh und Gesamtkosten in Höhe von 70 296,76 Euro. In diesem Jahr rechnet die Gemeindeverwaltung mit einem Verbrauch von 408 921 kWh und Kosten in Höhe von 75 758,08 Euro.

veröffentlicht am 04.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 01:21 Uhr

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Eine auf vier Stunden begrenzte Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung in der gesamten Gemeinde wäre eine den Einwohnern vermittelbare Möglichkeit, um Betriebskosten einzusparen, meint nicht nur Bürgermeister Bernhard Wagner. Auch einige Vertreter der einzelnen Fraktionen im Gemeinderat könnten sich mit diesem Gedanken anfreunden, wenn die Nachtabschaltung den gesamten Flecken betrifft und nicht, wie in anderen Kommunen, nur die umliegenden Dörfer im Dunklen sitzen lässt, wie Burkhard Schraps, Sprecher der SPD/FDP-Mehrheitsgruppe, ausdrücklich betont. Friedrich Beckmeier (CDU) regte an, eine mögliche Lösung in die bevorstehenden Konzessionsverhandlungen mit den Energieversorgern einfließen zu lassen.

Sollten tatsächlich alle Straßenlaternen in der Zeit von Mitternacht bis vier Uhr morgens abgeschaltet werden, so würde sich die Ersparnis innerhalb eines Jahres auf 27 142,28 Euro beziffern. Zuvor müssten aber einmalig 13 221 Euro investiert werden, um insgesamt 39 Schaltschränke entsprechend umzurüsten, wie aus einer Auflistung der verschiedensten Einsparungsmöglichkeiten im Bereich Straßenbeleuchtung hervorgeht.

Doch auch eine Umrüstung von Quecksilberhochdrucklampen auf Natriumdampfhochdrucklampen neuer Bauart würde Einsparungen von etwa 12 500 Euro im Jahr zur Folge haben. Die zu erwartenden Umrüstungskosten von 82 000 Euro abzüglich 20 500 Euro Fördergelder hätten sich somit nach etwa fünf Jahren amortisiert, schlägt der Energieversorger e.on Westfalen Weser der Gemeinde eine mögliche Einsparmöglichkeit vor.

Laut Ökodesign- oder Energy-using-Products-Rahmenrichtlinien werden ab 2015 weniger effiziente Quecksilberhochdrucklampen vom Markt verbannt. Die Gemeinde Aerzen betreibt zurzeit etwa 670 Straßenbeleuchtungen mit diesem weniger effektiven Leuchtmittel, darunter etwa 250 sogenannte nostalgische Lampenköpfe. 11 Natriumdampfhochdrucklampen, 250 Kompaktleuchtstofflampen sowie 150 U-Röhren-Leuchtstofflampen sind darüber hinaus im Einsatz. Würde man jede zweite Lampe in der Zeit von 23 bis 5 Uhr ausschalten, so reduzierten sich die Stromkosten um 16 285,37 Euro. Einmalig fielen allerdings die Kosten für den Einbau von sogenannten astronomischen Schaltuhren in allen Schaltschränken in Höhe von 25 955 Euro an.

Insgesamt stellte Bürgermeister Bernhard Wagner 13 verschiedene mögliche Varianten zur Kostenreduzierung im Bereich der Straßenbeleuchtung während der Sitzung des Bau-, Straßen-, Verkehrs- und Umweltausschusses vor. Das geringste Einsparpotenzial wies dabei der Einbau von Lichtregelgeräten in allen großen Schaltschränken auf. 25 298 Euro würde der Einbau von Dimmern in den Schaltschränken am Amselweg, Goetheweg, Tannenweg, Hinterm Flecken, An der Kirche, Grasweg, Mühlendamm, Schulstraße, Hauptstraße und Kirschenstraße einmalig kosten und jährlich 7158 Euro Ersparnis erwirtschaften.

Bleibt die Frage: Was will man und zu welchen Bedingungen? Die Entscheidung liegt letztendlich bei Rat und Verwaltung. In der Bevölkerung scheint das Interesse am Thema – bislang – offensichtlich nicht besonders groß zu sein, denn die Information im Rahmen der öffentlichen Ausschusssitzung verfolgten lediglich drei Aerzener.

An oder aus? Betriebskosteneinsparungen bei der Aerzener Straßenbeleuchtung beschäftigen Rat und Verwaltung.

Foto: sbr



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