weather-image
11°

Löschwasserteiche bleiben für Feuerwehren unersetzlich / Genaue Vorschriften regeln die Anlagen

Dörfliche Idylle gilt als Reserve im Ernstfall

Emmerthal/Aerzen (tis). Es gibt sie auch heute noch, die Löschwasserteiche als Reserve, falls von den Feuerwehren bei einem größeren Brand erhebliche Mengen von Löschwasser gebraucht werden. „Ich will nicht auf sie verzichten“, hatte jüngst Emmerthals Gemeindebrandmeister Willi Pflughaupt betont. So wird zum Beispiel in Bessinghausen ein Löschwasserteich für 10 000 Euro saniert und auch für den Löschwasserteich in Lüntorf ist dies erforderlich.

veröffentlicht am 07.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:41 Uhr

270_008_5121766_lkae108_0701.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Löschwasserteiche stammen aus einer Zeit, in der es eine zentrale Wasserversorgung durch die Städte und Gemeinden noch nicht gab. Damals wurden sie meist in Siedlungen oder bei Höfen angelegt. Im Brandfall wurden dann Eimerketten gebildet, um das Löschwasser zum Brandherd zu bringen. Später kamen Pumpen dazu, die das Wasser so relativ einfach an jeden Punkt im Ort fördern konnten. Doch auch heutzutage, bei einer Wassersorgung bis oft in den letzten Winkel und Tanklöschfahrzeugen bei der Feuerwehr, haben die Löschwasserteiche noch ihre Berechtigung. „Gerade in Siedlungen mit wenig Einwohnern gibt es zwar eine zentrale Wasserversorgung, die aber meist einen geringen Rohrquerschnitt aufweist und uns Feuerwehren nur eine begrenzte Wassermenge liefert“, erklärt Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke. Das Problem sei nämlich, dass die für die Wasserversorgung zuständigen Unternehmen oder Verbände keine überdimensionierten Rohrleitungen verlegen, weil es dann bei einem nur geringen Verbrauch durch wenige Anwohner schnell zu stehendem Wasser und damit zu einer Verkeimung kommen könne. Das sei zum Beispiel in der Gemeinde Aerzen im Raum Dehmke/ Dehmkerbrock/Rodenbeck der Fall, in der Stadt Hessisch Oldendorf bei Friedrichsburg sowie in Bessinghausen und Lüntorf in der Gemeinde Emmerthal, zählt der Kreisbrandmeister Beispiele auf.

Die Feuerwehren könnten im Brandfall zwar auf Bäche oder Flüsse zurückgreifen, sagt Frank Wöbbecke, „aber damit sieht es auf dem Berge, wie etwa im Raum Aerzen, schlecht aus. Daher ist es wichtig, hier etwa Löschwasserteiche als Reserve vorzuhalten.“ Emmerthals Gemeindebrandmeister verweist zudem darauf, dass in Bessinghausen die Löschwasserversorgung aus dem zentralen Wassernetz nicht die geforderten Mindestmengen von 48 Kubikmeter Wasser pro Stunde liefern kann. „Daher ist hier ein Löschwasserteich zusätzlich zu einer vorhandenen Zisterne erforderlich“, betont Willi Pflughaupt. Ähnliches gelte für Lüntorf, wo zudem durch vier große Landwirtschaftsbetriebe eine erhebliche Brandlast vorhanden sei. Außerdem würde dort nach seinen Angaben die Steuerung der Pumpen der zentralen Wasserversorgung an einem Hochbehälter durch Solarstrom betrieben, was jetzt in der dunklen Jahreszeit Probleme bereite. Der automatische Betrieb ist deshalb abgeschaltet, die Befüllung erfolgt im Handbetrieb. Daher kann im Vorfeld nicht die Abnahme größerer Wassermengen berücksichtigt werden.

Für die als offener Löschwasser-Vorratsraum geltenden Löschwasserteiche gibt es genaue Vorschriften über ihre Errichtung. Die Form ist dabei nicht geregelt, sie dürfen der örtlichen Umgebung auch als Zierteich angepasst werden. Wichtig ist, dass ein solcher Teich mindestens 1000 Kubikmeter Löschwasser fasst. Er muss eine befestigte Zufahrt haben, eine Wasserentnahme über ein Saugrohr oder einen Saugschacht muss vorhanden sein, und er muss mit einer mindestens 1,25 Meter hohen Einfriedung umgeben sein. Außerdem muss ein Löschwasserteich so gepflegt und gewartet werden, dass aus ihm jederzeit Löschwasser entnommen werden kann.

Gemeindebrandmeister Pflughaupt hält die Löschwasserteiche für unverzichtbar. Auch deshalb soll der Teich in Bessinghausen mit einem Kostenumfang von 10 000 Euro saniert werden. Fotos: Wal

In Bessinghausen und Lüntorf sind die Teiche aber derzeit stark verschlammt und teilweise zugewachsen, sie müssen daher dringend saniert werden. In Bessinghausen sind dafür bereits 10 000 Euro im Emmerthaler Haushalt 2012 vorgesehen.

„Die Sanierung des Löschwasserteichs in Lüntorf im kommenden Jahr könnte noch deutlich höher ausfallen, hier muss ebenfalls die Saugstelle erneuert werden“, bemerkt der Gemeindebrandmeister. In den vergangenen Jahren wurde bereits der Löschwasserteich in Völkerhausen wiederhergerichtet, woran auch die Ortswehr Voremberg sich beteiligte.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt