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Sanierung des Mauerwerks der Kirche in Hämelschenburg / Schäden größer als zunächst erwartet

„Diesen Umfang hat keiner erwartet“

HÄMELSCHENBURG. Das inzwischen abgebaute Gerüst am Schloss Hämelschenburg fand gleich in Teilen auf der anderen Straßenseite neue Verwendung: Seit der vergangenen Woche sind die Handwerker an der eingerüsteten Schlosskirche im Einsatz, wo sie das Mauerwerk aufwendig sanieren. „Diesen Umfang der Arbeiten hat keiner erwartet“, sagt Dr. Hans-Detlev von Stietencron, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der evangelischen St.-Marien-Gemeinde, über den Beginn der Planungen. 210 000 Euro Kosten sind für das Projekt kalkuliert. „Zunächst kam uns das viel vor“, sagt er, während er vom Gerüst aus die Schäden zeigt. „Jetzt wissen wir, warum.“

veröffentlicht am 17.09.2018 um 16:46 Uhr

Die ersten Bereiche des Mauerwerks der Kirche sind freigelegt. Werner Friebe (re.) und Dr. Hans-Detlev von Stietencron informieren über die wesentlichen Arbeiten. Auf der Straßenseite sollen sie bis Jahresende abgeschlossen sein. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Ursprünglich sei es nur darum gegangen, die direkt an die Straße angrenzende Kirchenmauer zu sanieren. Spritzwasser, in den Wintermonaten stark salzhaltig, hatte ihr zugesetzt. „Nahezu reingepresst“, sagt Werner Friebe, Bauexperte der Kirchengemeinde. Bereits vor einigen Jahren seien die Schäden aufgefallen, als die Tür von der Straßenseite zum Wirtschaftshof hin verlegt worden sei. „Wir konnten mit dem Zollstock 25 Zentimeter tief in die Fugen eindringen“, erzählt er.

Mit Unterstützung von Pastor Detlef Richter ging der Kirchenvorstand in die konkreten Planungen. Überrascht gewesen sei er, wie schnell Kirchenkreis und Landeskirche die Sanierung als vordringlichen Bedarf gesehen und mehr Gelder bewilligt hätten als erwartet. Natürlich spiele eine Rolle, dass es sich bei der 1563 errichteten gotischen Kirche deutschlandweit um den ältesten frei stehenden evangelischen Kirchenneubau nach der Reformation handele, sagt von Stietencron. Jeweils zur Hälfte finanzieren Landeskirche und EU – hier aus Geldern der Denkmalpflege – die Kosten. „Eine tolle Geschichte“, sagt er. „Das hätten wir uns als kleine Gemeinde nicht leisten können.“ Und Friebe ergänzt: „Ein Geschenk.“

Die Fachfirma aus Hessisch Oldendorf entfernt den bröckelnden Putz, tauscht später teilweise Steine aus und beseitigt korrodierende Metalle, um anschließend die Fugen zu säubern und zu verputzen. „Wo billiger Stein verarbeitet worden ist, kam leichter Putz drauf“, meint Friebe über spätere Arbeiten im Verlauf der Jahrhunderte. Optisch soll es künftig bei der Fassadenoberfläche einen Gleichklang der Kirche mit dem Schloss geben, wie er weiter erklärt. Zu den weiteren Arbeiten gehörten beispielsweise die Stützpfeiler, das Dach müsse ausgebessert werden, außerdem erhält die Kirche aus Gründen des Denkmalschutzes Dachrinnen aus Kupfer.

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Auch für die Landeskirche ist das Hämelschenburger Kirchenbauwerk aus historischer Sicht von besonderer Bedeutung. Foto: cb

Dass derzeit etwas weniger Verkehr durch Hämelschenburg wegen der Bauarbeiten in Amelgatzen fließe, begünstige die Kirchensanierung, sagen die Verantwortlichen. Im Bereich der Straße – in Höhe der Kirche derzeit nur einspurig befahrbar – sollen die Arbeiten bis zum Adventsmarkt möglichst abgeschlossen sein. Dann setzen die Handwerker sie auf der Parkseite fort.



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