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Totilas verzückt Reiter und Züchter – und ist ein Enkel des Trakehners Kostolany in Hämelschenburg

Die Welterfolge erfüllen das Gestüt mit Stolz

Hämelschenburg (sbr). ’Wenn einem Pferd die ganze Welt zu Füßen liegt‘ – so titelte bereits zu Beginn der Weltreiterspiele im amerikanischen Lexington/Kentucky ‚Die Welt‘. Dann überschlugen sich die Erfolgsnachrichten aus den USA über ein Pferd, dessen Spur nach Hämelschenburg führt.

veröffentlicht am 10.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 01:21 Uhr

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28. September 2010: Der Kostolany-Enkel Totilas und Edward Gal hatten bei den Weltreiterspielen in Kentucky einen sehr überzeugenden ersten Auftritt: Mit 84,043 Prozentpunkten gewann das Paar den Grand Prix und mit der holländischen Mannschaft die Goldmedaille!

29. September 2010: Mit einer exzellenten Vorstellung im Grand Prix Spezial sicherten sich der Kostolany-Enkel Totilas und Edward Gal nach Mannschafts-Gold auch den ersten Einzel-Titel der Weltmeisterschaft. Mit einem neuen Rekordergebnis von 85,708 Prozentpunkten benoteten die Richter das Paar im Grand Prix Special. Über 20 Mal gab es die Traumnote 10,0!

1. Oktober 2010: Der lackschwarze Kostolany-Enkel Totilas und Edward Gal tanzten sich bei der Kür Weltmeisterschaft einmal mehr in die Herzen der Zuschauer – und auch die Richter vergaben Höchstnoten. Souverän gewann das Paar den dritten Weltmeistertitel der Weltreiterspiele in Lexington/ Kentucky.“

Auf Medaillenkurs: Totilas mit dem Niederländer Edward Gal.

Was ist das für ein Pferd, das die ganze Reiter- und Züchterwelt verzückt und kopfstehen lässt, die Presse zu Superlativen wie Wunderpferd oder Jahrhunderthengst greifen lässt? Und wie sieht ein Pferd aus, das als erstes jemals mit mehr als 90 Prozent aller erreichbaren Punkte benotet wurde und damit Weltrekorde pulverisierte? „Totilas ist eine Mischung aus niederländischem Warmblut und Trakehner und ein Enkel sowie das absolute Ebenbild unseres Spitzen-Deckhengst Kostolany, der im vergangenen Jahr mit dem Titel ‚Trakehnerhengst des Jahres‘ ausgezeichnet wurde“, erklärt Otto Langels, Seniorchef vom Trakehner Gestüt Hämelschenburg, nicht ohne Stolz.

Schon der lackschwarze gebürtige Hämelschenburger Kostolany macht nicht nur im Trakehner Verband oder national, sondern weltweit seit stolzen 26 Jahren von sich reden und sorgt mit seinen Kindern und Kindeskindern in der obersten Dressurelite immer wieder für hochkarätige Nachwuchsstars. Doch sein ebenfalls lackschwarzer Enkel Totilas, der unter dem Niederländer Edward Gal im amerikanischen Lexington bereits beim Einreiten ins Sandviereck für eine Mischung aus Neugierde und Bewunderung bei den Zuschauern sorgte, stellt die spektakuläre Beweglichkeit und Raum füllende Ausstrahlung seines Großvaters noch in den Schatten. Er ist eindeutig eine Liga für sich: 2009 wurde Edward Gal mit Totilas Europameister, Ende März gewannen sie das Weltcupfinale der Dressurreiter und im Mai die Reiterwertung der World Dressage Masters. Nach dem Grand Prix Spezial in Aachen hat das Paar nun gleich drei aktuelle Weltrekorde in sich vereint. Seine hervorragenden Erbeigenschaften hat der Wunderhengst aus den Niederlanden zweifelsohne dem Grandseigneur des Trakehner Gestüts Hämelschenburg zu verdanken, da ist sich Otto Langels sicher.

Dass der 26-jährige Trakehnerhengst nicht erst im hohen Pferdealter in sich ruht, ist eine sehr ungewöhnliche Verhaltensweise bei Dressurpferden, die der Großvater offensichtlich an seinen Enkel weitergegeben hat, genau wie den Stern, ein weißes rundliches Abzeichen auf der Stirn und die vier weißen Fesseln.

Und auch der Vater von Totilas, der auf den Namen Gribaldi hörte, wuchs auf dem Hämelschenburger Gestüt der Familie Langels auf. Otto Langels kaufte 1993 das 14 Tage alte und nur mittelmäßig bewertete Rapphengst-Fohlen in Hessen. „Ich habe gleich gesehen, dass es etwas Besonderes hatte“, erinnert sich der pferdezuchterfahrene Senior – und er sollte recht behalten. Nachdem der zweijährige Siegerhengst der Trakehner Körung in die Niederlande verkauft worden war, sorgte auch er mit Edward Gal für Furore auf höchstem Niveau.

„Im Februar dieses Jahres endete ganz überraschend das Leben dieses großartigen Kostolany-Sohnes“, bedauert Otto Langels noch heute. Aber man ist auch wieder guter Hoffnung auf dem Trakehner Gestüt Hämelschenburg, und Beate Langels lüftet ein kleines Geheimnis: „Mit unserer Stute Schwalbenfeder erwarten wir im nächsten Frühjahr ein Fohlen von Totilas“, verrät die Gestütschefin und sieht dem großen Ereignis gespannt entgegen.

Und bei Schwalbenfeder handelt es sich natürlich nicht um irgendeine Stute, sondern um eine Vollschwester des Erfolg versprechenden Hengstes Songline, der mit Andreas Dibowski in diesem Jahr souverän das Bundeschampionat der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde gewann, auf dem diesjährigen Trakehner Bundesturnier mit Franziska Haunhorst Trakehner Springchampion wurde und sich für die Weltmeisterschaft der jungen Vielseitigkeitspferde Ende Oktober in Frankreich qualifizierte. Gute Hämelschenburger Trakehnergene eben, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und an deren Anfang Ibikus, der einzige vierfache Championatssieger, stand, der noch heute als Gemälde das Büro des Gestütes schmückt.



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