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Domänenburg, Sporthallen und Grundschule schneiden beim Klimaschutz schlecht ab

Die schlimmsten Energiefresser Aerzens

veröffentlicht am 06.10.2016 um 17:33 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:24 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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„Ich entnehme den umfangreichen Ausführungen, dass das Aerzener Rathaus im Vergleich zu anderen Rathäusern gar nicht so schlecht dasteht“, fasst Friedel-Curt Redeker (CDU), der Vorsitzende des Bauausschusses im Aerzener Rat, seinen ersten Eindruck nach der Vorstellung des Energieberichtes 2014/15 durch die Klimaschutzagentur Weserbergland zusammen. Auch im Energieeffizienz-Ranking der 18 erfassten Gebäuden von insgesamt 56 kommunalen Liegenschaften, die sich im Besitz des Fleckens Aerzen befinden, rangiert das denkmalgeschützte Gebäude am Kirchplatz nur auf Rang fünf. Energietechnisch deutlich schlechter stehen die Domänenburg, die erst vor wenigen Jahren aufwendig energetisch sanierte Hummetal-Sporthalle, die Sporthalle in Reher und die Grundschule in Aerzen da. Als Positivbeispiele für sinnvolle Investitionen, die sich im Laufe der Zeit amortisieren, führte Mareike Behrens von der Klimaschutzagentur Weserbergland in ihrer Vorstellung des Energieberichtes 2014/15 und den Klimaschutz-Handlungsempfehlungen den gesunkenen Wärmeverbrauch der energetisch sanierten Grundschule in Groß Berkel an.

„Die Grundschule Groß Berkel bewegt sich nah am Zielpunkt“, so Behrens. Auch in der Sporthalle in Reher habe sich der Austausch der Leuchtmittel positiv auf den Stromverbrauch ausgeübt, wie Rehers Ortsbürgermeisterin Christa Jakobi auf Nachfrage von der Fachfrau erfuhr. Allerdings gibt es auch zahlreiche energietechnische Baustellen in den kommunalen Liegenschaften.

So katapultieren beispielsweise eine unzureichend steuerbare Lüftungsanlage und eine Dachrinnenheizung die Grundschule in Aerzen auf einen der Energiefresser-Spitzenplätze. Obwohl von der Klimaschutzagentur empfohlen, konnten die Heizkörperventile im Aerzener Rathaus bisher nicht ausgetauscht werden, weil für diese Maßnahme im Haushalt keine Mittel vorgesehen sind, musste der Ausschussvorsitzende mit großer Verwunderung von Aerzens Kämmerer Claus Henke erfahren. Und in der Domänenburg sorgt unter anderem eine mangelnde Dämmung von innen für Energieverluste. Aber auch Regelwerke sind nicht immer energiefreundlich: So ließ die neue Vorschrift, dass Trinkwasserspeicher eine Temperatur von 60 Grad Celsius aufweisen müssen, den Energieverbrauch in den Sportstätten des Fleckens Aerzen deutlich ansteigen. Dem Energiebericht, der auf einem Antrag der SPD/Grünen-Gruppe basiert und einstimmig vom Rat des Fleckens Aerzen in Auftrag gegeben wurde, liegen monatliche Verbrauchs-Erfassungen und Auswertungen von insgesamt 101 Zählwerten zugrunde.

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Ganz oben im Energiefresser-Ranking: Die Aerzener Domänenburg auf Platz 1. Foto: sbr

Die so gewonnenen Daten liefern nicht nur eine laufende Kontrolle des Energie- und Wasserverbrauchs in den 18 kommunalen Liegenschaften, sondern auch eine Sofortmeldung über auffällige Mehrverbräuche, deren Ursache dann unverzüglich nachgegangen werden kann, wie Claus Henke in seinen Ausführungen deutlich machte. Aus dem mit dem jährlichen Energiebericht verbundenen, 280 Seiten umfassenden Klimaschutzteilkonzept, einem Projekt des Umweltministeriums, gehen aber auch konkrete Handlungsempfehlungen hervor, die Mareike Behrens im Rahmen der Sitzung vorstellte. So werden für die Grundschule in Aerzen beispielsweise ein sommerlicher Wärmeschutz und die Regelung der Lüftungsanlage sowie eine Dezentralisierung der Warmwasserversorgung und die Regelung der statischen Heizung und Fußbodenheizung empfohlen. Für die Domänenburg empfiehlt das Konzept einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage, ebenso für den Kindergarten Pöhlenstraße mit dem Rathaus.

Die Erneuerung der Heizungsanlage inklusive der Regelung sollte laut Handlungsempfehlung im Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus in Grießem umgesetzt werden. Über diese konkreten Empfehlungen der Klimaschutzagentur hinaus sollen zukünftig Steckbriefe für die 18 Gebäude den Ausschuss- und Ratsmitgliedern Entscheidungen über energetische Investitionen erleichtern.



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