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Cord Bartels soll Übungsplatz für Modellautos zurückbauen / Landkreis beruft sich auf Baugesetzbuch

Die Paragrafen sind für ihn unbegreiflich

Grupenhagen (cb). Cord Bartels aus Grupenhagen versteht die Welt nicht mehr: Jahrelang störte sich niemand daran, dass auf dem Grundstück an der Straße kurz vor der Schrappmühle die Modellautos kurvten – jetzt ermittelt der Landkreis gegen ihn. Der Übungsplatz sei illegal und müsse verschwinden. „Ich begreife das nicht“, meint Bartels. Das Ultimatum der Behörde, das Gelände in den ursprünglichen Zustand zurückzuverwandeln, hat er bislang ignoriert. Die Forderung, den hölzernen Hochstand zu entfernen, das könne er noch verstehen. „Deswegen werde ich mich nicht verrückt machen“, sagt er über die Plattform, von der aus die Autos zu steuern sind. „Aber der Rest? Das ist doch fast wie in der Natur – ein paar Bahnen, geschoben mit einigen Hügeln …“

veröffentlicht am 02.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 07:41 Uhr

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Privatvergnügen für Jugendliche

Der Landkreis kreidet ihm an, für den Hochstand keine Baugenehmigung zu haben, die ohnehin nicht erteilt werden würde. Und sowieso: Die Übungsanlage liege im Außenbereich des Fleckens – dort seien laut Baugesetzbuch höchstens privilegierte Vorhaben – beispielsweise land- und forstwirtschaftliche Betriebe oder Anlagen der Energiewirtschaft – möglich. Was rechtlich eindeutig ist, bleibt für Bartels unverständlich. „Wenn ich damit Geld verdienen würde, aber das ist doch nur just for fun“, findet er. Es sei doch nichts anderes als eine Ackerfläche, deren Keilstück nicht mit landwirtschaftlichen Maschinen genutzt werden könne. Früher habe er schon mit Kumpels dort Modellautos gesteuert, dann habe das gepachtete Gelände einige Jahre brachgelegen. Nun sei es hauptsächlich sein 15-jähriger Sohn, der mit Freunden auf der wiederhergerichteten Anlage benzin- oder akkubetriebene Modellautos fahren lasse. Bartels: „Das ist doch wie Jugendarbeit.“

Aber die ist nicht im Rahmen der Baugesetze, wie der Landkreis in einer Stellungnahme deutlich macht, in der die entsprechenden Paragrafen aufgelistet sind. „Daraus geht eindeutig hervor, dass von Beginn an klar war, dass der Übungsplatz illegal ist“, teilt Behördensprecherin Anja Hegener mit. Hinzu komme, dass die Untere Naturschutzbehörde fordere, die hohe Qualität des in der Nähe befindlichen Gewässersystems Goldbach/Humme/Grießebach/Beberbach und seiner Niederungsbereiche zu erhalten. In einem ausführlichen Gespräch, in dem auch die Hinderungsgründe erläutert worden seien, sei dann vereinbart worden, dass Bartels die komplette Anlage zurückbaue, so Anja Hegener. Außerdem weist die Sprecherin darauf hin, dass der Landkreis erst nach einer Anfrage der Aerzener Gemeindeverwaltung tätig geworden sei, nachdem es im Ortsrat Grupenhagen Beschwerden gegeben habe. Das verwundert allerdings Ortsbürgermeister Friedrich Beckmeier. Im Ortsrat habe es vielleicht eine Anfrage zum Übungsplatz gegeben, aber keinen Beschluss. Er jedenfalls habe keine Bedenken wegen der Anlage auf dem Privatgelände. Beckmeier: „Das müssten schon massive Probleme mit dem Gewässerschutz sein, die gegen den Übungsplatz sprechen.“

„Ein paar Bahnen, geschoben mit einigen Hügeln“: Zwar ist Cord Bartels bereit, den Hochstand abzubauen, die weitergehende Forderung des Landkreises aber kann er nicht nachvollziehen.

Foto: cb



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