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Lippold von Klencke gibt Leihgaben aus Hämelschenburg an das Chemnitzer Schlossbergmuseum

Die kleinen Sachsenprinzen gehen auf Reisen

Hämelschenburg (ag). Die Tür zum Charlottensaal steht offen an diesem sonnigen Vormittag. Davor parkt auf dem Schlosshof ein weißer Lieferwagen. In dem Saal, in dem man sonst heiraten kann, steht eine Holzkiste auf dem Boden, der Deckel lehnt an der Wand und eine große Rolle Noppenfolie harrt der Dinge, die offensichtlich darin eingepackt werden sollen. Ungewohnte Anblicke in den Museumsräumen von Schloss Hämelschenburg. Xaver und Friedrich Christian sollen abgeholt werden, gehen sozusagen auf Heimaturlaub. Denn die beiden Jungen, die auf zwei Ölgemälden von Louis Silvestre aus Dresden abgebildet sind und die Schlossherr Lippold von Klencke für eine Porträtausstellung über das 18. Jahrhundert in Sachsen an das Schlossbergmuseum in Chemnitz ausleiht, sind kleine Sachsenprinzen.

veröffentlicht am 10.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 21:41 Uhr

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Gemalt um 1730, sind es die Enkel der Österreichischen Kaiserin Wilhelmina Amalia. Deren Tochter Maria Josefa war mit dem Sächsischen Kurfürsten und polnischen König Friedrich August von Sachsen verheiratet, und wie das so ist, früher und heute, der Oma schickt man Bilder von den Enkeln.

Warum diese Gemälde aus der Wiener Hofburg nun gerade im Schloss Hämelschenburg hängen, erzählt der Chemnitzer Museumsleiter Uwe Fiedler, der persönlich mit seinem Restaurator Lars Ehrhardt ins Weserbergland gekommen ist, um die Porträts abzuholen. „Charlotte von Klencke war eine der einflussreichsten Hofdamen der Kaiserin. Die beiden Frauen kannten sich seit Kindertagen und hatten ein sehr enges Vertrauensverhältnis. Kaiserin Wilhelmina hat ihrer Hofdame ihre persönliche Gemäldesammlung mit den Porträts der Familie vermacht. Charlotte hat sie dann im Familienschloss Hämelschenburg untergebracht.“

Und so ziert die komplette Sächsische Kurfürstenfamilie heute den Charlottensaal. Thronfolger Friedrich Christian, der krankheitsbedingt später nur kurz regierte, übrigens auch, wenn er und sein Bruder Xaver auf Reisen sind. In den Privaträumen der Familie von Klencke befinden sich noch mehr Bilder von dem kleinen Sachsenprinzen – und so ist eines davon kurzerhand aus dem Wohnzimmer in den Charlottensaal gewandert.

Hagen Wolf und Lars Erhardt verpacken die Bilder für den Transpo
  • Hagen Wolf und Lars Erhardt verpacken die Bilder für den Transport.

Xaver und Friedrich Christian werden unterdessen, unter den wachsamen Augen von Uwe Fiedler und dem Hämelschenburger Schlossverwalter Hagen Wolf, von Lars Erhardt gut eingewickelt und in große Holzkisten verpackt, bevor sich Christine und Lippold von Klencke von ihnen verabschieden. Die Ausstellung im Chemnitzer Schlossbergmuseum wird am Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober eröffnet und dauert bis zum 6. Januar.

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