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Wenn der Kasten aus allen Nähten platzt – höchste Zeit, ein paar Pfunde abzuspecken

Die Kleiderschrank-Diät

Groß Berkel. Hat Ihr Schrank vielleicht ein paar Pfunde zu viel auf den Bügeln? Und können auch Sie sich schlecht trenne, selbst wenn Sie das Teil eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr anhatten? Dann ist es höchste Zeit für eine Kleiderschrank-Diät.

veröffentlicht am 17.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

von Nina Reckemeyer
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Stilberaterin Sarah Jäkel hat die Not so mancher Frau (und auch so manchen Mannes) zur Tugend gemacht – mit der Idee zur professionellen Kleiderschrank-Diät. Kompromisslos, aber moralisch assistierend, forstet sie durch die stofflichen Fundgruben ihrer Modeopfer und macht, was man allein nicht schafft: ordentlich ausmisten. Für die Dewezet öffnet Groß Berkels Ortsbürgermeisterin Renate Oetzmann jetzt ihre ganz persönlichen Schranktüren und stellt sich der textilen Schlankheitskur von Sarah Jäkel.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, so viel hat Frau Oetzmann ja gar nicht. Aber die Bürgermeisterin weiß genau, wie man trickst: Auf den Kleiderbügeln drängeln sich schon mal bis zu vier Hosen oder Strickjacken übereinander. Oetzmann sammelt Tücher, T-Shirts und Strickjacken. Röcke sind nichts für sie, „ich bin der reine Hosentyp“. Knackpunkt am Kleiderschrank: Es fällt ihr schwer, Kombinationen für öffentliche Anlässe zu finden. „Und bei den Blusen müssten wir mal gucken“, da kann sie sich auch immer so schlecht trennen, sagt sie.

Nachdem die Kleidungsanforderungen im Alltag von Frau Ötzmann besprochen wurden, geht es ihren gesammelten Exponaten auch schon an den Kragen. „Wann hatten Sie das zuletzt an?“, fragt Jäkel, als sie Teil für Teil aus dem Schrank holt. „Öhm …“, überlegt Oetzmann – schon einen kurzen Moment zu lang für den knallharten Auftrag von Jäkel. Das Teil kommt auf den Weg-damit-Haufen. „Oh, hier ist noch das Preisschild dran“, triumphiert Jäkel über eine Bluse, die noch kein einziges Mal getragen wurde. Sie darf bleiben. Das älteste Teil in dem Schrank ist übrigens ein 20 Jahre alter bodenlanger Rock. Nicht so passend bei kleineren Frauen, findet die Expertin und schaut ihre Klientin fragend an. Oetzmann hat es schwer, das Aufenthaltsrecht dieser Rarität zu verteidigen. Die Ausmisterin zieht eine lila Kastenbluse aus dem Schrank. „Oh, verkauft“, ruft Oetzmann schon von selbst, und das Teil fliegt in hohem Bogen. Bei der grünen Bluse protestiert die Bürgermeisterin: „Die bleibt!“ Jäkel hat verstanden und lässt Gnade walten. Nächstes – „ja das ist auch so ein grünes Schätzchen“, versucht sich die Besitzerin für die zigste grüne Bluse zu verwenden. Vergebens. Ein Teil, das Oetzmann wirklich wichtig ist, ist der karierte Wollblazer mit Doppelknopfleiste. „Der ist noch von Delmod. Da gab’s früher mal eine Kleiderfabrik hier.“ Den Blazer ziehe sie gerne zu öffentlichen Terminen an. Sie hängt daran. Da hat auch Jäkel keine Chance, der Punkt geht an die Bürgermeisterin. Ein dunkelbrauner, samtartiger Pullover mit Glitzerfäden, Rollkragen und kurzen Ärmeln zieht Jäkels Aufmerksamkeit auf sich. Über diesen modischen Fehlgriff muss selbst Oetzmann lachen. Für das Teil – irgendetwas zwischen Polstergarnitur und Diskoglitter – hat die letzte Stunde geschlagen.

6 Bilder

Das Ergebnis der Diät ist ein beachtlicher Klamottenhaufen von etwa 20 Teilen und eine wohlsortierte Kleiderparade auf der Stange. Jäkel rät Frau Oetzmann jetzt noch, sich ein paar Blazer zuzulegen, denn mit dem Grundstock aus Blusen, T-Shirts und Stoffhosen in ihrem Schrank habe sie viele Kombinationsmöglichkeiten. Die Bürgermeisterin hat’s überzeugt: „Das ist eine gute Idee, das werde ich machen.“

Wer sich die Tipps der 29-jährigen Stilberaterin persönlich abholen möchte, hat heute Abend im Hefehof dazu Gelegenheit. Ihren Vortrag „Stilvolles Auftreten beginnt mit einer Kleiderschrank-Diät“ hält sie um 19.30 Uhr. Karten für 12 Euro gibt es an der Abendkasse. Wer danach einen Haufen Kleider aussortiert, kann ihn am 25. Januar gleich loswerden: auf der Tauschparty im Hefehof. Dort ist Jäkel ebenfalls mit einem Stand vertreten.

Oetzmanns Schrank vor der Diät: sieht leerer aus als er ist …

Das einzige Sommerkleid – ein Lieblingsteil, das bleiben darf.

Der Leinenblazer mit Schulterpolstern erntet ungläubige Blicke.

„Ja diese Bluse hier …“ – Oetzmann übt sich in Verteidigung.

Bei manch altem Teil hilft nur Humor und ein beherztes Lachen.

Resultat: Der Schrank ist jetzt um gut 20 Teile leichter.



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