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Exponat aus Kirchohsen bereichert Paderborner Ausstellung „Briten in Westfalen“

Die Geschichte eines Helmes

EMMERTHAL. Wenn sich am Samstag die Türen des Paderborner Stadtmuseums für die Öffentlichkeit öffnen, dann steht auch ein Exponat aus dem Feuerwehrmuseum Hameln-Pyrmont in Kirchohsen als Leihgabe im Mittelpunkt der Ausstellung „Briten in Westfalen“: ein alter Feuerwehrhelm aus der Zeit der britischen Besatzung.

veröffentlicht am 20.10.2017 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 20.10.2017 um 16:40 Uhr

Der Helm aus dem Feuerwehrmuseum in Kirchohsen ist Bestandteil der Ausstellung in Paderborn. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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„Ein besonderes Stück“, bestätigt Dr. Bettina Blum, die Leiterin des Ausstellungsprojekts. Sie und ihr Team haben es sich zur Aufgabe gemacht, die vielfältigen Erinnerungen an die deutsch-britische Geschichte Westfalens im Rahmen einer Ausstellung zu teilen und zu bewahren. „Die Ausstellung ist im Dialog entstanden“, betont Dr. Bettina Blum. Viele Menschen waren bereit, ihr Wissen und ihre Alltagserfahrungen zu teilen, auf Personen oder mögliche Ausstellungsstücke zu verweisen oder selbst Fotos und Objekte als Leihgaben zur Verfügung zu stellen. So auch Dieter Wortmann, Kreisbrandmeister a. D. und Leiter des Museums des Kreisfeuerwehrverbandes Hameln-Pyrmont. Während eines privaten Besuchs des Museums in Emmerthal wurde Dr. Bettina Blum auf das Exponat aufmerksam. Und da ihr ein vergleichbares Stück in Westfalen nicht bekannt war, bat sie den ehrenamtlichen Museumsleiter um grenzübergreifende Unterstützung.

Das Besondere an dem ehemaligen Wehrmachtshelm, der nach 1945 in Oldendorf als Feuerwehrhelm getragen wurde: Er trägt die Aufschrift „Civil Fire Service Feuerwehr“. „Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Stahlhelme genau wie die blauen Wehrmachtsuniformen nach Entfernung der Hoheitsabzeichen von der Freiwilligen Feuerwehr weiter getragen. Eigentlich gab es für die Beschriftung der Helme eine Schablone, aber die ist offensichtlich nie bei der Feuerwehr in Oldendorf angekommen und so wurde der Helm von Hand beschriftet. Und eigentlich lautete die offizielle Beschriftung auch „Civil Fire Brigade“, weiß Dieter Wortmann über sein Ausstellungsstück zu berichten, das nun bis zum 28. Februar 2018 im Stadtmuseum am Abdinghof zu sehen sein wird. Die Ausstellung umfasst etwa 800 Fotos, Dokumente und Objekte, Bücher und Zeitschriften, Audio- und Videodateien aus dem militärischen, aber vor allem auch aus dem privaten Lebensbereich. „Sieger und Besiegte“ heißt der erste von insgesamt fünf Themenbereichen, auf die die Ausstellung näher eingeht. Dieser erste Themenschwerpunkt bezieht sich auf den Beginn der britischen Präsenz und hier hat auch der Feuerwehrhelm aus Kirchohsen seinen Platz in der Paderborner Ausstellung gefunden – übrigens nicht, wie bei vielen Ausstellungen üblich, in einer gläsernen Vitrine. Es war die Idee von Ausstellungsdesignerin Renate Müller-Fromme, originale MFO-Kisten als Vorbild zu nehmen und Paletten mit Kisten aufzustellen, die als Schaukästen dienen. So unterstreiche die Präsentation zusätzlich die „Zeit des Kommens, Gehens und Weiterziehens“, sagt Renate Müller-Fromme.

Die Ausstellung „Briten in Westfalen“ im Paderborner Stadtmuseum am Abdinghof ist bis zum 28. Februar 2018 dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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