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Luise Terzenbach bleibt durch viel Bewegung gesund und feiert heute ihren 100. Geburtstag

Die frische Luft in Gellersen hält sie fit

Gellersen (sbr). Das Geburtsdatum teilt sich Luise Terzenbach mit solch hochrangigen Persönlichkeiten wie dem amerikanischen Schriftsteller und Satiriker Mark Twain (1835 bis 1910) und dem britischen Kriegsberichterstatter, Nobelpreisträger und ehemaligen Premierminister Sir Winston Churchill (1874 bis 1965). Allerdings konnte weder der eine noch der andere seinen 100. Geburtstag feiern, so wie die Jubilarin aus Gellersen heute.

veröffentlicht am 29.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 22:41 Uhr

Teilt sich ihren Geburtstag mit Winston Churchill und Mark Twain: Luise Terzenbach. Foto: sbr
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Als viertes von sechs Kindern wurde „Lisa“, wie sie von ihrer Familie liebevoll genannt, am Mittwoch, dem 30. November 1910, in Hannover geboren. Nach den Wetteraufzeichnungen war der November des Jahres 1910 ein besonders harter.

Doch die kleine Lisa sollte noch eine härtere Erfahrung in ihrem jungen Leben machen. Hineingeboren in eine Magistratsfamilie, verliefen ihre ersten sechs Lebensjahre beschaulich. Doch dann erkrankte ihre Mutter plötzlich sehr schwer und verstarb kurze Zeit später. Die Kinder wurden bei Verwandten in Pflege gegeben. „Ich kam nach Gellersen zu meiner Tante Caroline Bähre, einer unverheirateten Schwester meines Vaters“, erzählt Luise Terzenbach.

Ihre liebevolle Pflegemutter „Tante Line“ nahm später auch noch den jüngeren Bruder Wilhelm bei sich auf, der zwischenzeitlich in einem Kinderheim untergebracht war. Lisa war eine gute Schülerin. Das erkannte auch der Gellerser Dorflehrer Dörries und engagierte sie neben dem Unterricht als Haushaltshilfe und Entlastung für seine kranke Frau. Zwei Tage nach ihrer Konfirmation ging sie auf dem Hof von Georg Nölting in Gellersen in Stellung. Nach sieben Jahren wechselte die Gellerserin in die Emmerthaler Gastwirtschaft Kater. Hier lernte die junge Frau ihren späteren Mann Erich Terzenbach aus Gelsenkirchen kennen. Er leistete beim Reichsarbeitsdienst am Bückeberg seine Arbeitspflicht ab. Da sein Herz mehr an Lisa als am „Pütt“ hing, blieb er im Weserbergland und heiratete am 23. Dezember 1934 seine Verlobte.

Vier Kinder, acht Enkel und zwölf Urenkelkinder gingen aus dieser Beziehung hervor. Seit 1977 ist Luise Terzenbach Witwe. Handarbeiten waren von jeher eine besondere Begabung der Jubilarin und das Stricken ihre Lieblingsbeschäftigung. Seit einer Handoperation kann die heute 100-Jährige ihrem liebsten Hobby allerdings nicht mehr nachgehen, was sie sehr bedauert. Ungezählte Paar Strümpfe hat Luise Terzenbach in der Vergangenheit für die Aktion „Kinder in Not“ hergestellt und gespendet.

Das Stricken ersetzt die Seniorin heute gern durch einen Mopp samt Bohnertuch. „Wenn ich so durch die Wohnung putze, gibt mir der Stiel Halt“, erklärt die alte Dame, die sich bester Gesundheit erfreut, gänzlich auf Medikamente verzichten kann und sich, so gut es geht, noch selbstständig versorgt. Und wann immer es das Wetter zulässt, macht sie auch gern Spaziergänge in der näheren Umgebung mithilfe ihres Rollators. Vielleicht ist die Bewegung an der frischen Luft das Geheimnis, warum gerade in Gellersen die Menschen so alt werden. Denn: bereits im Jahr 1689 ergab nämlich eine Gellerser Einwohnerzählung, dass „Vater Humbke“ und „Mutter Magreta Kropp“ ebenfalls 100 Jahre alt geworden sind.



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