weather-image
10°

Ortswehren protestieren gegen Zusammenlegung / Sanierung in Hajen soll vorgezogen werden

Die Feuerwehr sieht rot

EMMERTHAL. Wie geht es mit den freiwilligen Feuerwehren der Emmerthaler Ortsteile weiter? Wenn es nach dem geharnischten Protest etlicher Feuerwehrkameraden während der Sitzung des Emmerthaler Gemeinderates geht, bleiben die beiden Ortsfeuerwehren von Welsede und Hämelschenburg ebenso selbstständige Einheiten wie die Stützpunktfeuerwehr von Amelgatzen.

veröffentlicht am 28.09.2018 um 13:39 Uhr
aktualisiert am 28.09.2018 um 18:00 Uhr

Aus Protest gegen die Feuerwehrplanung für Welsede, Amelgatzen und Hämelschenburg legten Feuerwehrleute ihre mitgebrachten Helme mitten in den Sitzungssaal des Emmerthaler Gemeinderates. Foto: wft
wft 4

Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das zumindest verlangte während einer Sitzungsunterbrechung Dennis Below, der Ortsbrandmeister von Welsede. Nachdem er zum Abschluss seiner kurzen Ansprache gedroht hatte: „Wenn wir keine eigenständigen Feuerwehren bleiben, werden Sie viele Feuerwehrkameraden verlieren“, legten die zu der Sitzung gekommenen Feuerwehrfrauen und -männer als sichtbaren Protest einer nach dem anderen ihre mitgebrachten Helme mitten in den Sitzungssaal.

Über drei die Zukunft der Wehren entscheidende Varianten sollte der Emmerthaler Gemeinderat am Donnerstagabend entscheiden. Über die von der Gemeindeverwaltung vorgelegte Variante 1 mit einem Sanierungsbeschluss für das Feuerwehrhaus in Hajen und den Planungsbeschluss samt Finanzierungsvorschlägen für die ersten Projektphasen in Höhe von 267 920 Euro außerplanmäßig noch in diesem Jahr bereitgestellt werden sollen.

Variante 2 hatte die Gruppe SPD/Grüne erarbeitet. Sie beantragte damit 90 000 Euro Planungsmittel für ein neues Feuerwehrhaus in Amelgatzen bereitzustellen, das wahlweise gemeinsam von den Wehren in Amelgatzen, Welsede und Hämelschenburg oder von den drei möglicherweise zusammenzulegenden Wehren genutzt werden soll. Dazu kam die Hajener Sanierung und der Planungsbeginn für Börry. Vor einem Einstieg allein für Amelgatzen sei ein Kostenvergleich in Form von Konzeptentwürfen für je ein Feuerwehrhaus mit Grundausstattung in Welsede und Hämelschenburg sowie für eine Stützpunktfeuerwehr in Amelgatzen zu erstellen. Ein weiterer Planungsauftrag für das Feuerwehrhaus in Amelgatzen dürfe aber erst erteilt werden, wenn der Rat über den oder die Standorte des oder der Feuerwehrhäuser entschieden habe. Genau an diesem Punkt setzt die weitere Kritik von Dennis Below an. Er bemängelte während einer zweiten Sitzungsunterbrechung im Gespräch mit der Dewezet, dass für die Alternative von Neubauten auch für Welsede und Hämelschenburg noch nicht einmal die Kosten ermittelt worden seien. So lange nicht bekannt sei, was dafür ausgegeben werden müsse, könne auch nicht über die Zukunft entschieden werden. Für ihn seien durchaus auch Leichtbauhallen denkbar, in denen die Feuerwehr ihre Fahrzeuge unterbringen könnte.

Wenn wir keine eigenständigen Feuerwehren bleiben, werden Sie viele Feuerwehrkameraden verlieren.“

Dennis Below, Ortsbrandmeister von Welsede

Eine dritte Variante hatte die AfD vorgelegt. Auch sie legt die Priorität auf den sofortigen Sanierungsbeginn in Hajen und erste Planungsschritte für Börry, sah aber keine Notwendigkeit, jetzt außerplanmäßig 90 000 Euro für die Planung in Amelgatzen einzusetzen. Der Passus der Konzeptentwürfe von SPD/Grünen fand sich gleichlautend im Antrag der AfD.

Nachdem der CDU-Ratsherr Rolf Keller zunächst einen Mix aus den drei Varianten vorgeschlagen hatte, in der auf die 90 000 Euro Planungskosten für Amelgatzen verzichtet werden sollte, meldete sich der Erste Gemeinderat Elmar Günzel zu Wort und warnte ebenso wie später Bürgermeister Andreas Grossmann davor, die in den Haushalt 2018 ursprünglich für Feuerwehrfahrzeuge eingestellten 90 000 Euro jetzt nicht für Planungskosten umzuwidmen. „Wenn sich die drei Wehren geeinigt haben, brauchen wir dieses Geld unverzüglich, um weiter arbeiten zu können“, betonten beide. „Sollte das Geld erst in den Haushalt 2019 eingestellt werden, müssten wir warten, bis der Haushalt wieder Mitte des Jahres von der Kommunalaufsicht genehmigt wird. Das würde weitere Verzögerungen bedeuten“, warnten Günzel und Grossmann und verwiesen zudem darauf, dass alle Gelder der verschiedenen Varianten erst noch von der Kommunalaufsicht genehmigt werden müssten. „Und die hat ein scharfes Auge auf uns.“

Für eine Einigung sorgte schließlich Rudolf Welzhofer (CDU), der für die Gruppe CDU/FWE vorschlug, die von SPD/Grüne eingebrachte Variante 2 zu akzeptieren, allerdings mit dem Zusatz, unverzüglich mit der Sanierung des Feuerwehrhauses in Hajen zu beginnen, weil für diese Wehr bereits ein Fahrzeug bestellt sei, für die Stützpunktfeuerwehr in Börry in die Planung eines neuen Feuerwehrhauses einzusteigen, dafür aber die Planung für Amelgatzen zurückzustellen. Damit könne den drei Feuerwehren der westlichen Emmerthaler Ortsteile ausreichend Zeit und Gelegenheit gegeben werden, einen Konsens zu finden.

Es war ein Vorschlag, der ohne weitere kontroverse Diskussion die Zustimmung aller Fraktionen fand und einstimmig verabschiedet wurde.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt