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„Raus aus dem Alltagstrott“ / Campingplatz Schönhagen ist ganzjährig gute Adresse für Naturfreunde

Der Wohnwagen lockt auch im tiefsten Winter

Viel zu tun gibt es am neuen Vorzelt von Klaus-Dieter Arlt. Seit 16 Jahren kommt der Pinneberger an den Wochenenden nach Schönhagen.

veröffentlicht am 16.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 16:41 Uhr

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Egge/Schönhagen (sbr). Für sie ist das ganze Jahr Saison. Schnell sind Willi und Christa Riemenschneider von ihrem Eigenheim in Hameln-Wangelist auf dem Weg nach Schönhagen, wo sie es sich in ihrem adventlich geschmückten Wohnwagen gemütlich machen. Bereits seit 30 Jahren sind sie Dauercamper in Schönhagen, unmittelbar an der Landesgrenze und in Nachbarschaft zum Aerzener Ortsteil Egge. Bei den beiden Wangelistern geht der Trend nicht nur zum „Zweitwohnsitz“ auf dem Campingplatz, sondern auch zum Zweitwohnwagen. „Der Große steht das ganze Jahr über hier auf dem Campingplatz, und mit dem Kleinen fahren wir jedes Jahr für drei Monate nach Bayern“, erklärt Willi Riemenschneider und deutet auf den kleinen Caravan auf dem Stellplatz gegenüber. Die beiden Rentner freuen sich nach all den Jahren immer noch auf die regelmäßigen Campingplatz-Wochenenden, und das, obwohl sie in Wangelist ein eigenes Reihenhaus mit Garten haben und dort ihren Lebensabend genießen könnten. „Da ist man einfach raus aus dem Alltagstrott“, so der 75-Jährige. Und seine 74-jährige Ehefrau, die die Spaziergänge im Extertal so mag, fügt hinzu: „Auch unsere Kinder lieben den Platz. Ihnen gehört der Wohnwagen gleich nebenan.“

263 Einwohner, 150 bis 290 Meter über dem Meeresspiegel, abseits vom Verkehr in ruhiger Hochwaldlage mit Wildreichtum gelegen, das ist Schönhagen im Extertal. Und dort, wo sich sprichwörtlich Hase und Igel „Gute Nacht“ sagen, betreibt das Ehepaar Ulrike und Heinz-Gerhard Nölting seit 15 Jahren den Campingplatz „Bambi“. Auf eine insgesamt 40-jährige Geschichte kann das ganzjährig geöffnete Urlaubsparadies für Naturfreunde bereits zurückblicken.

„Von unserem damaligen Nachbarn Franz Hammwöhner stammte die Idee, hier einen Campingplatz zu gründen. Nachdem er die Landwirtschaft aufgegeben hatte, setzte er seine Idee in die Tat um. Über 70 Stellplätze für Dauercamper und Urlauber entstanden“, erzählt Ulrike Nölting von den Anfängen. Und während wenige Kilometer weiter in Posteholz die Pläne einer Ferienhaussiedlung nicht erfolgreich waren, ist der Campingplatz auf Extertaler Seite gefragt. Als 1994 das Gelände in Schönhagen erneut verkauft werden sollte, entschieden Ulrike Nölting und ihr Mann, zukünftig selbst die Anlage zu führen. „Durch den landwirtschaftlichen Betrieb waren wir sowieso gebunden, und mittlerweile möchte ich den ganzjährigen Kontakt zu unseren Gästen nicht mehr missen“, so die Campingplatzbetreiberin. Deutsche, Niederländer und ein paar Dänen – das Publikum auf dem mittlerweile durch Umgestaltungsmaßnahmen auf 67 Stellplätze reduzierten Gelände ist bunt gemischt. Neben den jeweils etwa 100 Quadratmeter großen und durch Hecken abgeteilten Stellplätzen mit Stromanschluss für Wohnwagen und Wohnmobile bietet das Betreiberehepaar für Zelturlaubergruppen einen separaten Platz mit Grillhütte, der gern von Motorradgruppen genutzt wird. Moderne sanitäre Anlagen, eine Küche, Aufenthalts- und Freizeiträume, Waschmaschine und Trockner sowie ein Kinderspielplatz sind auf dem familiengeführten Campingplatz ebenso selbstverständlich wie der morgendliche Brötchen-Service.

„Natürlich ist es zusätzliche Arbeit zum landwirtschaftlichen Betrieb, einen Campingplatz zu führen, aber auch eine reizvolle Aufgabe. Wir mussten im Laufe der Jahre erst lernen, unser ganz persönliches Campingplatz-Konzept so zu gestalten, dass es zeitlich und wirtschaftlich sinnvoll wird. Das ist ein ständiger Prozess, dem auch wir uns nicht verschließen durften. Beste Beispiele sind die Werbung und die Buchungen. Wurde noch in den 1990er- Jahren mit Prospekten geworben und telefonisch gebucht, so hat sich das im Zeitalter des Internets völlig gewandelt. Der potenzielle Urlauber möchte sich im Vorfeld auf unserer Homepage informieren und anschließend übers Internet buchen“, so die Erfahrung von Ulrike Nölting. Eine deutlich weitere Anreise als Riemenschneiders hat Klaus-Dieter Arlt. Seine Heimat ist Pinneberg bei Hamburg, und trotz der Entfernung ist er seit 16 Jahren fast jedes Wochenende auf dem Platz anzutreffen. „Es war Zufall, dass meine Frau und ich diesen Campingplatz gefunden haben. Das Weserhochwasser hatte uns ins lippesche Hochland verschlagen, und hier haben wir genau das gefunden, was wir gesucht hatten: Herrliche Wandermöglichkeiten und ganz viel Ruhe“, erzählt der 66-Jährige und werkelt weiter eifrig am neuen Vorzelt, dem Eingangsbereich zum ebenfalls nagelneuen Caravan.

Wenn er seine berühmten Bratkartoffeln brät, allerdings im Vorzelt und nicht im neuen Wohnwagen, dann kommt auch Tochter Susanne aus Stadthagen gern auf den Campingplatz, um ihre Eltern zu besuchen. Und dann ist es ganz egal, ob draußen Minusgrade herrschen – Familie Arlt fühlt sich im angenehm temperierten Wohnwagen auch im Winter rundum wohl.



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