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Hermann Reese setzt in Multhöpen auf eine fast lautlose Hightech-Anlage

Der Windmüller

MULTHÖPEN. „Einmal Windmüller – immer Windmüller!“, sagt Hermann Reese. Der 86-Jährige ist Pioniere in Sachen Energiegewinnung mithilfe von Windkraftanlagen im Flecken Aerzen. Bereits 1992 ließ er auf seinem Anwesen in Multhöpen eine Windkraftanlage errichten – jetzt dreht sich fast lautlos das Nachfolgemodell.

veröffentlicht am 20.08.2017 um 15:26 Uhr

Hermann Reese mit seiner neuen Windtec-Spinwind-Anlage auf seinem landwirtschaftlichen Anwesen in Multhöpen. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Hermann Reese setzt nicht, wie andere Windkraftanlagenbetreiber, auf die Devise größer, höher und mehr Leistung. Statt Repowering hat sich der 86-Jährige für eine zehn Meter hohe Anlage mit einer Höchstleistung von drei Kilowatt pro Stunde entschieden. „Multhöpen ist über Jahrhunderte hinweg Windmühlenstandort gewesen. Der Ortsname leitet sich von ‚Mühlenhöfen‘ ab, was als Hinweis auf einen guten Windstandort zu werten ist“, berichtet der Senior und verweist auf das Ortswappen, das ebenfalls Windmühlenflügel zeigt. Beim früheren Abgleich der Ertragswerte mit den beiden anderen baugleichen Pionier-Anlagen in Ahorn und in Rodenbeck war Hermann Reeses Windmühle immer Spitzenreiter, erinnert er sich. 20 Jahre lang ist seine Windkraftanlage gelaufen, dann wurde sie abgeschaltet. Die Technik hatte in der Zwischenzeit eine rasante Entwicklung hingelegt.

„Wenn die alte Anlage richtig in Schwung kam, machte sie Töne wie eine Sirene“, erzählt der Windmüller. Hermann Reese hat es versäumt, gleich für Ersatz am Anlagenstandort zu sorgen, sodass die Genehmigung für den Betrieb der Windkraftanlage ihre Gültigkeit verlor. Später wurden keine neuen Anlagen mehr außerhalb von ausgewiesenen Voranggebieten genehmigt. „Die Politik hat sich gegen eine Verspargelung der Landschaft entschieden und das ist gut so“, sagt der Windmüller. Im Laufe der Jahre wurde schließlich auch der 30 Meter hohe Gittermast der alten Anlage demontiert. Er liegt zur Abholung bereit und wurde nach Berlin verkauft, wie der Multhöper berichtet. Was allerdings erhalten blieb, waren das Fundament, die Verbindungsleitungen zum Stromnetz und die Zählereinrichtungen. Und was hat den Senior dazu veranlasst, doch noch einmal in die Windenergiegewinnung zu investieren? „Beim Besuch der „Husum Wind“, der Fachmesse für Windenergie, gefiel mir die kleine getriebelose Anlage auf Anhieb. Anders als bei meiner alten Anlage wird durch den Direktantrieb die Kraft ohne den Umweg über ein Getriebe auf den Generator übertragen und so läuft sie deutlich geräuschärmer“, so Reese. Und der Multhöper konnte die neue Anlage auf den noch vorhandenen Komponenten der alten Anlage aufbauen, ein großer finanzieller Vorteil, wie er sagt. Nachdem der behördliche Genehmigungsmarathon erfolgreich abgeschlossen war, stand der Installation des neuen zehn Meter hohen Mastens samt Windtec-Spinwind-Anlage nichts mehr im Weg. „Bei den vertikalen Windrädern ist es egal, woher der Wind weht“, erklärt der Windmüller und freut sich auch über ein laues Lüftchen, denn selbst das kann die neue Anlage optimal ausnutzen. „Damit kann ich zumindest einen kleinen Betrag zur Gewinnung von regenerativer Energie leisten“, sagt Hermann Reese, bei dem nun wieder selbst produzierter Strom aus der Steckdose kommt.



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