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Krippenplätze in den Tagesstätten / Wie Erzieherinnen die Kinder auf ihre neue Situation vorbereiten

Der neue Alltag – eine Frage der Gewohnheit

Emmerthal (gm). Im Kirch-ohsener DRK-Kindergarten „Neue Straße“ ist es gerade mal 10.45 Uhr, doch die jüngsten Krippenbesucher warten schon gespannt auf ihr gemeinsames Mittagessen. „Heute gibt es Putencurry mit Kartoffelbrei und Erbsen- und Möhrengemüse“, erzählt Erzieherin Karin Ringe. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Anna Przeslanska nehmen die beiden Erzieherinnen mit den unter dreijährigen Jungen und Mädchen – oft als U-3-Krippenkinder bezeichnet – in gemütlicher Runde ihr tägliches Mittagessen ein. Der Jüngste am Mittagstisch, der kleine Felix, ist gerade erst im Dezember ein Jahr alt geworden und fühlt sich in der geselligen Runde sichtlich pudelwohl. „Gerne essen“, sagt der niedliche Knirps und stochert mit seiner Gabel im Kartoffelpüree herum.

veröffentlicht am 30.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 19:21 Uhr

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Schon längst ist für die unter dreijährigen Kinder der anfangs noch ungewohnte Ablauf in der Tagesstätte Alltag geworden. Aber die Erzieherinnen haben sie behutsam daran gewöhnt. In den Kernzeiten von 8 bis 16 Uhr werden derzeit in der DRK-Kita „Neue Straße“ regelmäßig 12 bis 15 Kinder in der Krippengruppe (U 3) betreut. Und das bereits seit dem 1. September mit vielversprechendem Erfolg, wie Lieselotte Sievert sagt, denn für die Kita-Leiterin und ihr erfahrenes Erzieherinnenteam ist das eigentlich kein Neuland. „In unseren beiden Familiengruppen, das sind die Ein- bis Sechsjährigen, betreuen wir bereits seit mehr als sechs Jahren Kinder unter drei Jahren“, berichtet Lieselotte Sievert über bereits bestehende Erfahrungen mit den Jüngsten. Doch bekanntlich soll das Angebot an Krippenplätzen nach Plänen des Bundes stetig ausgebaut werden. Ab Januar 2013 müssen die Kommunen für 35 Prozent der unter Dreijährigen Betreuungsplätze bereitstellen. „Die Eltern haben dann sogar einen Rechtsanspruch darauf“, sagt Liselotte Sievert, die aber weiß, dass sich Theorie und Praxis nicht decken. „Die Rahmenbedingungen stimmen dann nicht mehr überein, denn immer mehr Arbeit und vor allen Dingen mehr Verantwortung kommt auf die Erzieherinnen zu“, so die Leiterin – ohne dass die Personaldecke deswegen aber trotz wachsender Aufgaben aufgestockt werde.

In ihrer Kita kümmern sich bislang zwei erfahrene Erzieherinnen ganztägig um die U-3-Kinder. Um den Einstieg der „Klitzekleinen“, wie Lieselotte Sievert ihre U-3-Kinder liebevoll nennt, zu erleichtern, haben die pädagogischen Fachkräfte der Emmerthaler DRK-Kitas ein sanftes Eingewöhnungskonzept ausgearbeitet. „In der Regel beträgt die Eingewöhnungsphase vier Wochen. Es kann aber auch kürzer oder länger dauern, bis sich die Kinder an den neuen Tagesablauf gewöhnt haben“, sagt Frau Sievert aus Erfahrung. Sie sei abhängig davon, wie stark die Bindung zwischen Eltern und Kind sei und wie es den Erzieherinnen gelinge, einen vertrauensvollen Kontakt zu den Kindern herzustellen.

In der „Neuen Straße“ hat sich die sanfte Eingewöhnung, die in zehn behutsamen Schritten durchgeführt wird, bereits bewährt. „Nicht nur unser vertrauensvoller persönlicher Kontakt zu den Kindern spielt eine große Rolle, sondern auch der regelmäßige Austausch zwischen den Eltern und unseren Erzieherinnen schafft gegenseitiges Vertrauen“ ist sich Liselotte Sievert sicher.

Die Kinder gehen oder krabbeln alleine in ihren Speiseraum zum Mittagessen, die etwas Älteren bedienen sich schon selbstständig an den Schüsseln. Und nach dem gemeinsamen Essen, zu dem immer Mineralwasser oder gesunde Fruchtsäfte gereicht werden, gibt es ein kleines Nickerchen. Und auch hier sind wieder die pädagogischen Fachkräfte gefragt, denn sie gehen individuell auf die Bedürfnisse aller Kinder ein. „Viele Kinder brauchen zum Einschlafen ihr geliebtes Stofftier, andere Kinder benötigen mindestens zwei Kissen, und wir haben auch eine kleine Maus, die niemals ohne das T-Shirt ihrer Mama einschlafen kann“, schmunzelt Kita-Leiterin Liselotte Sievert.



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