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„Schade, jetzt ist für uns hier Schluss“ / Ball gehört in Emmerthal endgültig der Vergangenheit an

Das war’s: Die letzten Tänze beenden Tradition

Emmerthal (gm). In Emmerthal geht eine weitere Tradition zu Ende. Mehr als 60 Jahre lang veranstaltete der örtliche Männergesangverein aus Kirchohsen den Sängerball, der für viele Emmerthaler über lange Zeit als ein gesellschaftliches Ereignis galt. „Unser Ball war immer in jedem Jahr die erste kulturelle Veranstaltung im Gemeindegebiet“, sagt MGV Chef Erhard Kiehne mit Wehmut. „Jetzt geht es nicht mehr, denn die Kosten für Saalmiete, Gema-Gebühren und Gagen laufen uns davon“, rechnet Kiehne vor.

veröffentlicht am 10.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 20:41 Uhr

Zum letzten Mal begrüßte MGV- Chef Erhard Kiehne die Gäste.
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Und auch die Besucherzahlen verlaufen mittlerweile im Sand. Mitunter waren es früher 130 bis 150 Gäste, die übers Tanzparkett wirbelten. Jetzt gönnten sich gerade einmal noch 80 Frauen und Männer den Luxus einer kultivierten Tanzveranstaltung. „Der Vorverkauf war schleppend, und es war abzusehen, dass heute Abend einige Tische leerbleiben werden“, sagte Erhard Kiehne nach dem Fest. Dem Chor, der einen Altersdurchschnitt von 68 Jahren hat, fehlt einfach der Nachwuchs der 30- bis 50-Jährigen. Dennoch: Die, die dabei waren, hatten ihren Spaß. Das Duo Herbert und Manfred aus Celle, bereits zum dritten Mal auf der Bühne der Sangesbrüder, animierten die Besucher zum fröhlichen Tanz. „Das macht einen schon traurig, wenn man hört, dass hier und heute eine lange Tradition zu Ende geht“, meint Emmerthals Ortsbürgermeister Wolfgang Jürgens. Er war übrigens der einzige Prominente an diesem Abend. „Selbst die bisherigen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft bleiben aus“, bedauert MGV-Vorsitzender Kiehne. Immerhin konnten Kiehne und Chorleiter Georg Brandt 28 aktive Sangesbrüder für den gemeinsamen Chorgesang bei ihrem letzten Sängerball motivieren. Und das Publikum forderte Zugaben, die die Männer hinter den Noten natürlich auch gerne gaben. Erhard Kiehne, der seit 33 Jahren im Vorstand des MGV aktiv ist, davon die letzten 16 Jahre den Posten des Vorsitzenden bekleidet, verließ erst weit nach zwei Uhr das Kulturzentrum „Kleine Turnhalle“ in Kirchohsen. „Schade, jetzt ist für uns hier Schluss – aber wir können es nicht ändern.“ Und sein Sangesbruder Josef Schlosser erinnerte sich noch an die guten alten Zeiten, als die Sängerbälle noch in den urigen Dorfkneipen bei den Eheleuten Zeddies und Gustav Meyer in Kirchohsen stattfanden. „Da mussten wir keine Saalmieten bezahlen – und die Musiker haben für ein Essen und ein paar Biere gespielt“, erzählte Sangesbruder Jupp Schlosser aus früheren Zeiten.

Bildergalerie: Weitere Fotos vom Ball gibt es ab heute im Internet unter: www.dewezet.de

Ingrid und Herbert Jetter wirbelten unermüdlich über das Tanzparkett (links). Ilse Niehoff und Ernst Liebig gönnten sich ein gepflegtes Gläschen Rotwein.

2 Bilder

Fotos: gm



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