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Letzte Termine in diesem Monat in Aerzen und Emmerthal / Ministerium: Nicht mehr zeitgemäß

Das war’s: Brenntage bald Vergangenheit

Aerzen/Emmerthal. Noch einmal hat die Gemeinde Aerzen für den nächsten Freitag einen Brenntag ausgewiesen – es dürfte die letzte Gelegenheit für die Einwohner sein, pflanzliche Abfälle zu verbrennen. Das niedersächsische Umweltministerium bestätigte gestern auf Nachfrage, dass die bisherige Brennverordnung des Landes zum Monatsende auslaufe. „Die neue Verordnung sieht keinen Brenntag mehr vor“, sagt Inka Burow, Sprecherin des Ministeriums. „Das ist nicht mehr zeitgemäß.“

veröffentlicht am 05.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:41 Uhr

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Die Gemeinden Aerzen und Emmerthal hatten sich im Vorfeld der Beratungen auf Fachebene des Ministeriums bei einer Befragung des Landes dafür eingesetzt, an bestimmten Tagen das Verbrennen von Baum- und Strauchschnitt weiter gestatten zu wollen. Doch damit befanden sie sich in der Minderheit, wie Burow berichtet.

Den Grünen im Landtag war der Brenntag schon zu Zeiten ihrer Opposition ein Dorn im Auge. Als 2009 die Durchführung von Brenntagen noch einmal um fünf Jahre verlängert wurde, kritisierte der damalige Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel dies als „umwelt- und klimapolitisch verantwortungslos“. Wenn in Frühjahr und Herbst auf den Grundstücken Strauch- und Baumschnitt verbrannt werde, „stinkt und qualmt das gewaltig, es wird unnötig CO2 freigesetzt und die Luft mit gesundheitsschädlichem Feinstaub belastet“, begründete er damals.

Inzwischen ist Wenzel selbst als Umweltminister in der Regierungsverantwortung. Seine Sprecherin begründete gestern die Neuregelung der geplanten Verordnung auch mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz des Bundes. Pflanzliche Abfälle gehörten auf den Kompost. „Das ist höherwertiger, als sie im Garten zu verbrennen“, meint Burow.

In Emmerthal wird voraussichtlich Ende März noch einmal ein Brenntag angeboten. Erster Gemeinderat Elmar Günzel verwies gestern noch einmal darauf, dass die Gemeinde bislang auf den Wunsch aus der Bevölkerung reagiert habe, dazu die Gelegenheit zu geben. Ähnlich begründet dies sein Aerzener Amtskollege Andreas Wittrock. Besonders in weiter entlegenen Bereichen, wo beispielsweise auf größeren Hofstellen erhebliche Mengen anfielen, die nicht ohne weiteres zum Kompostplatz gebracht werden könnten, habe sich das als sinnvoll erwiesen. Allerdings räumt der Erste Gemeinderat ein, dass die Brenntage in der Bevölkerung durchaus auch mit gemischten Gefühlen gesehen würden. „Nicht alle Einwohner sehen das wohlwollend“, sagt Wittrock. „Das ergibt ja auch eine gewisse Belästigung.“ Unabhängig davon hatte auch das Ordnungsamt zuletzt immer wieder mit Kontrollen gedroht, da sich manche Aerzener nicht an die strengen Auflagen gehalten hatten.

Nach Angaben der Ministeriumssprecherin steht die Freigabe des Verordnungsentwurfs durch das Kabinett zur Verbandsanhörung kurz bevor. Der Entwurf sehe nur noch zwei Ausnahmen vor. Das betrifft das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen zur Schädlingsbekämpfung beispielsweise bei Baumschulen, hinzu kommen Einzelfallentscheidungen. Gartenkolonien etwa könnten dazu einen Antrag beim Landkreis stellen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass er genehmigt wird, ist aber gering“, meint Inka Burow. Eine Sorge kann die Sprecherin aber nehmen: Osterfeuer sind weiter möglich – sie gelten als Brauchtum. cb



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