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Eine Webcam soll im Internet Aerzen ins hübsche Licht rücken – doch es gibt Probleme

Das Tal immer im Blick

AERZEN. Die Planungen gehen mittlerweile ins fünfte Jahr. 2013 entstand beim Heimat- und Verschönerungsverein die Idee, am Schierholzberg eine Webcam zu errichten, um Landschaftsfotos des Aerzener Tales inklusive der angrenzenden Höhenzügen Lüningsberg, Saalberg und Ahorn ins Internet zu stellen. Jetzt könnte das Vorhaben klappen.

veröffentlicht am 04.03.2018 um 16:15 Uhr

Diesen Blickwinkel wird die Webcam einschlagen, damit Internetnutzer jederzeit ein Auge auf das Aerzener Tal werfen können. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Zum Hintergrund dieses Projektes erklärt der Vereinsvorsitzende Frank Schiffling: „Mit der Bereitstellung von Einzelbildern im Internet soll für die zahlreichen ausgewanderten ehemaligen Aerzener Bürger, mit denen über die Vereinssparte „Wandersmanns Eiche“ ein reger Austausch stattfindet sowie den älteren Aerzener Bürgern, die zu Fuß keinen Aussichtspunkt mehr erreichen können, die Möglichkeit geschaffen werden, einen aktuellen Blick über das Aerzener Tal werfen zu können. Darüber hinaus ist das Projekt auch für jüngere Bürger und Touristen gedacht, um sie zu animieren, die heimische Umgebung erst einmal visuell zu erkunden und anschließend real zu erleben.“ Ebenfalls kann sich der Vorsitzende vorstellen, der Gemeinde Aerzen und dem Touristikzentrum Westliches Weserbergland die Möglichkeit des visuellen Blicks über das Aerzener Tal für deren Internetpräsenz zur Verfügung zu stellen.

Mit dem Beginn der Planungen vor fünf Jahren fingen aber auch die Schwierigkeiten an, die eine rasche Realisierung immer wieder verzögerten, wie Frank Schiffling einräumt. Das größte Problem stellte bisher die Standortsuche dar. Nach diversen Ansätzen, ein passendes Grundstück zu finden, wurde in Absprache mit der Gemeindeverwaltung nun ein Standort am Wirtschaftsweg oberhalb der Aerzener Umgehungsstraße favorisiert. Allerdings befindet sich der Bereich, in dem das Fundament für den acht Meter hohen Kameramast im Boden verankert werden soll, zurzeit noch nicht im Besitz der Gemeinde. Die Übertragung könnte noch in der ersten Hälfte des Jahres erfolgen, hat Schiffling vom Geschäftsbereich Hameln der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erfahren. Erst dann kann der Heimat- und Verschönerungsverein beim Landkreis eine Baugenehmigung beantragen.

Während sich in Bezug auf das Problem der Standortsuche eine Lösung abzeichnet, stellt sich für den 236 Mitglieder starken Verein nun die Frage der langfristigen Finanzierung des Webcam-Projektes. Aus dem Budget des Vereins können die Kamera und die Mastkonstruktion ohne Probleme finanziert werden. Allerdings ist der Vorstand zurzeit noch auf der Suche nach Sponsoren für die Finanzierung der Solarstromversorgung.

So wie dem Hochsitz im Hintergrund, der vom Sturm umgeweht wurde, soll es der Webcam am geplanten Standort zwischen Umgehungsstraße und Wirtschaftsweg nicht ergehen. Foto: sbr
  • So wie dem Hochsitz im Hintergrund, der vom Sturm umgeweht wurde, soll es der Webcam am geplanten Standort zwischen Umgehungsstraße und Wirtschaftsweg nicht ergehen. Foto: sbr
Mit einer Webcam möchte der Heimat- und Verschönerungsverein allen Internetnutzern den Blick auf das Aerzener Tal ermöglichen. Foto: sbr
  • Mit einer Webcam möchte der Heimat- und Verschönerungsverein allen Internetnutzern den Blick auf das Aerzener Tal ermöglichen. Foto: sbr

„Bei der Kamera handelt es sich um eine internetfähige Outdoorkamera, die Aufnahmen im 60 bis 180 Sekundentakt als Einzelbilder macht“, erklärt der Vereinsvorsitzende die technischen Details. In Sachen Datenschutzbedenken kann er Entwarnung geben: Die Umgehungsstraße wird von der Kameralinse nicht erfasst und aufgrund der Entfernung zwischen Webcam und Wegen beziehungsweise Gebäuden wird es nicht möglich sein, detaillierte Einzelheiten oder gar Personen zu erkennen. Die Übertragung der Bilder soll verschlüsselt auf einen gesicherten Server erfolgen. Von dort aus werden die Impressionen dann ebenfalls verschlüsselt ins Internet gestellt, so wollen es die Datenschutzbestimmungen. Soweit sind die Planungen bereits allesamt abgeschlossen und diese Finanzierung steht. Was dem Heimat- und Verschönerungsverein allerdings noch Kopfzerbrechen bereitet, ist der Kostenvoranschlag für die Stromversorgung. Die aktuell veranschlagten Kosten übersteigen die finanziellen Möglichkeiten des Heimatvereins.

„Und in die Zukunft gedacht, müssen wir darüber hinaus auch mit Reparatur- oder Ersatzbeschaffungskosten rechnen. Wenn wir hier ein nachhaltiges Projekt anstoßen wollen, geht das nicht ohne finanzielle Unterstützung. Mit dem Sponsoring der Solaranlage steht und fällt das Projekt“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Der Betriebsstrom für die Kamera und die Übertragungstechnik ist über Solarpanele geplant, die auf halber Masthöhe angebracht werden sollen. Für die Unterbringung der Übertragungstechnik und des Akkublocks ist die Installation eines einbruchgeschützten Kastens am Mastfuß vorgesehen, wie Schiffling erläutert.

Noch bevor das Sturmtief „Friederike“ am Schierholzberg immensen Schaden angerichtet hatte, waren die Heimatverschönerer mit ihrer Planung auf Nummer sicher gegangen. „Die Windlastberechnung erfolgte nicht nach der ortüblichen Windzone 1, sondern nach der Küstenbereich- Windzone 3, um eine möglichst hohe Sicherheit bei Stürmen zu gewährleisten“, berichtet der Vorsitzende.

Und Nachhaltigkeit ist für den Heimat- und Verschönerungsverein nicht nur ein Modewort: So will sich der Verein verpflichten, die Wartung, Pflege und jährliche Sicherheitsüberprüfung der gesamten Anlage zu übernehmen.



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