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Anwohner in der Welseder Hasselbreite wehren sich gegen den Gütertransit

„Das rattert, als wenn die Welt auseinanderfällt“

Welsede/Emmerthal. Die Anwohner in der Hasselbreite sind Leiden gewohnt. Die Bahntrasse, die direkt am Wohngebiet verläuft, existiert schon einige Jahre. Man hat sich mit der Bahn arrangiert, das macht auch Manfred Scholz deutlich: „Mit dem Status quo könnten wir leben.“ Doch die Anwohner wissen auch, was auf sie zukommt, sollte der Gütertransit irgendwann in der Zukunft über ihre Strecke rollen. „Das rattert, als wenn die Welt auseinanderfällt“, wirft eine Dame ein. „Leben ist hier dann unmöglich“, ergänzt eine andere. Sie alle kennen nämlich das Gefühl, wenn Güterzüge an der Hasselbreite vorbeirauschen oder voll in die Eisen steigen. Die Strecke ist als Ersatzstrecke für den Güterbahnverkehr vorgesehen, falls auf anderen Strecken kein Durchkommen ist. Eine Bebauung, wie sie derzeit an der Hasselbreite vorzufinden ist, würde es heute nicht mehr geben, sind sich alle einig.

veröffentlicht am 09.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 09:21 Uhr

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Autor:

von christoph boßmeyer
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Die Güterbahnstrecke würde das derzeitige Leiden nur verschlimmern, die Häuser würden vollkommen unverkäuflich werden und neue Mieter würden auch einen großen Bogen um Welsede machen. Der Gasthof auf der gegenüberliegenden Seite der Hasselbreite an der Landesstraße 431 hat schon dichtgemacht. Ein neuer Pächter ist nicht in Sicht. Aber nicht nur das bereitet den Anwohnern Sorgen. Auch die Gesundheit leide, hält Manfred Scholz fest. Und die Krankenversorgung sei ebenfalls ein Punkt, der schon untragbar sei. Gehe die Schranke runter, sei sie gerne mal einige Minuten unten. Ein Krankentransport könne keinen anderen Weg nehmen, müsse über diesen Bahnübergang und im Zweifelsfall also warten. So würden lebenswichtige Minuten verloren.

Die Anwohner haben die Landtagsabgeordnete Petra Joumaah (CDU) zum Ortstermin eingeladen. Joumaah hört erst einmal zu, nimmt alle Anmerkungen auf, bis sie sich äußert. Schon der Ist-Zustand beeindruckt die Landtagsabgeordnete sichtlich. Ihre Aussagen dann sind eine Wiederholung dessen, was sie und ihr Kollege Ulrich Watermann (SPD) auch auf der vergangenen öffentlichen Mitgliederversammlung der BI Transit Weserbergland kundgetan haben. Die Region müsse jetzt zusammenstehen. Speziell an die Anwohner der Hasselbreite richtet sie die Worte, dass über deren Situation „nichts drüber gehe“. Die Politik müsse sich dem Thema nun parteiübergreifend annehmen, nimmt sie auch immer wieder Watermann in den Blick. In eine neue Kosten-Nutzen-Rechnung setzt Joumaah auch einige Hoffnung, denn „die Strecke durch das Weserbergland muss teurer werden“, dann falle sie vielleicht für die Güterbahntrasse aus dem Rennen. „Lärmschutz, Tunnel unter den Gleisen, alles müsse in die Rechnung mit eingehen“, so Joumaah. Aber selbst dann sei das Zutrauen der Anwohner in einen fairen und transparenten Prozess nicht mehr gegeben, macht Manfred Scholz seinen Zweifeln noch einmal Luft.

Während des Ortstermins der Landtagsabgeordneten fuhren nur S-Bahnen vorbei. Güterzüge erlebte Petra Joumaah (CDU) keine, aber das war aufgrund der eindringlichen Schilderungen der Anwohner auch gar nicht nötig.

cbo (2)



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