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Familie Hölscher wanderte nach Australien aus / Der frühere Ratsherr: „Die Politik fehlt mir schon“

„Das Land hat mich nicht mehr losgelassen“

Frenke/Jindera (ll). 16 000 Kilometer trennen Frenke von Jindera in Australien. Karen (42), Marieke (8), Daniel (6) und Detlef Hölscher (47) haben ihr Leben in dem kleinen Emmerthaler Dorf im Ilsetal für eine Zeit lang auf Eis gelegt und sind ins warme Australien gezogen. Während hierzulande der Frühling herbeigesehnt wird, schwitzen die Hölschers jetzt bereits bei knappen 30 Grad in ihrer neuen Heimat.

veröffentlicht am 15.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:21 Uhr

Kräftig zupacken muss Detlef Hölscher bei seiner Arbeit. In eine
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Am 17. Oktober 2007 begann für Familie Hölscher das große Abenteuer: der Auszug nach Australien. Auswandern sei für Detlef Hölscher schon immer ein Traum gewesen, sagt er. Seit der 47-Jährige vor 24 Jahren für sechs Monate in Australien gearbeitet hatte, ist er vom australischen „way of life“ begeistert. „Das Land hat mich einfach nicht mehr losgelassen“, berichtet Hölscher. Eine gute Portion Abenteuerlust sei natürlich auch dabei gewesen, als die Familie den Entschluss zum Auswandern fasste.

Integration fiel den Kindern am leichtesten

Zwischen Melbourne und Sydney, im australischen Hinterland, sind die Hölschers nun zu Hause. Ihre neue Heimat: Jindera, ein 1000-Seelen-Ort im Süden des Bundesstaats New South Wales. Vor kurzem haben sich die Hölschers dort ein „Double-Brick-House“ gekauft. Auch, wenn die Rückkehr nach Deutschland nicht ausgeschlossen ist, so hat sich die Familie dennoch für den Kauf eines Eigenheims mit Klimaanlage entschieden. „Erst haben wir zur Miete gewohnt, aber das Angebot an Häusern ist hier riesengroß“, erzählt der 47-Jährige. Da in Australien „alles etwas lockerer“ gehandhabt werde als in Deutschland, könne man das Haus auch schnell und unkompliziert wieder verkaufen, ist sich Detlef Hölscher sicher.

Der gelernte Landmaschinenmechaniker und Maschinenbautechniker hat, nicht sehr weit von Jindera entfernt, einen Job als „Workshop-Foreman“ in Walla Walla angenommen. In einem Landmaschinenbetrieb ist er mit der Werkstattleitung beauftragt und muss zudem selbst kräftig Hand anlegen. „Das liegt mir“, sagt er. „In Deutschland habe ich zuletzt sehr viel Zeit im Büro verbracht.“

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Nach anfänglichen Schwierigkeiten, Frenke den Rücken zuzukehren, habe sich Karen Hölscher mittlerweile auch mit dem Leben in Australien angefreundet, wie sie berichtet. „Das Heimweh hat nachgelassen, aber die Großeltern fehlen uns schon“, erzählt Karen. Die Hauswirtschaftslehrerin ist an der örtlichen High School als „Food Technology Assistant“ beschäftigt und bereitet an drei Tagen in der Woche den Koch-Unterricht vor. Die ersten Kontakte zu den australischen Einheimischen seien sehr unkompliziert verlaufen. Sehr freundlich sei man empfangen worden und auf eine große Hilfsbereitschaft seitens der Australier gestoßen. „Unseren Kindern fiel die Integration am leichtesten“, sagt Karen. Mittlerweile sprechen Marieke und Daniel familienintern am besten englisch – auch, weil sie an ihrer staatlichen Public School Sonderunterricht bekommen hätten. „Wir Erwachsene haben es mit unserem Oxford-Englisch schwerer. Die Kinder bekommen den australischen Dialekt von vornherein mit“, ergänzt Detlef.

Lebenstraum

erfüllt

Zweimal hatte sich der Kommunalpolitiker Detlef Hölscher als Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Emmerthal aufstellen lassen. 2001 und 2006 war er Kandidat der Freien Wählergemeinschaft (FWE) und konnte bei der Bürgermeisterwahl 2006 sogar beachtliche 12,6 Prozent im ersten Wahlgang für sich verbuchen. „Die Politik fehlt mir schon“, sagt Hölscher. In Australien sei das Interesse an Kommunalpolitik nicht so ausgeprägt wie in Deutschland. „Politik ist hier kein Thema“, bedauert Hölscher, „man trifft sich lieber zum Barbecue, Bier trinken und Spaß haben. Über Politik wird in den seltensten Fällen geredet.“

Mit dem Aufenthalt in Australien wird für die Hölschers ein Lebenstraum wahr – in dem Wissen, dass die Zeit „down under“ irgendwann vorbei sein wird. „Unsere Planungen sind zunächst auf vier Jahre ausgerichtet“, sagt Karen Hölscher. Ein paar Wochen in ihrer Frenker Heimat werden sie aller Voraussicht nach schon früher verbringen. „2010 haben die Schwiegereltern goldene Hochzeit. Da möchten wir natürlich dabei sein.“

Die Kängerus gehören dazu: Karen und Detlef Hölscher mit ihren Kindern Marieke und Daniel fühlen sich in Australien wohl. Der freundschaftliche Empfang und die Hilfsbereitschaft der Einwohner hat mit dazu beigetragen.



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